Fußball-Talks unter der Lupe: Kicker-TV-Talk Ex-Lotte-Trainer Atalan: „Man macht sich Vorwürfe“

Von Malte Goltsche

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Der ehemalige Trainer der Sportfreunde Lotte, Ismail Atalan, sei immer noch emotional mit dem VfL Bochum verbunden, der ihn entlassen hat und um das Überleben in der 2. Liga kämpft. Foto: WittersDer ehemalige Trainer der Sportfreunde Lotte, Ismail Atalan, sei immer noch emotional mit dem VfL Bochum verbunden, der ihn entlassen hat und um das Überleben in der 2. Liga kämpft. Foto: Witters

golt Osnabrück. Beim kicker.tv Talk gesellte sich am Freitagabend eine spannende Runde zu Moderator Wolfgang Nadvornik. Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg, der langjährige Bundesliga-Manager Jörg Schmadtke und Ismail Atalan, der ehemalige Trainer der Sportfreunde Lotte sowie Kicker-Chefredakteur Jörg Jakob waren zu Gast. Neben der Diskussion über die Montagsspiele in der Bundesliga war vor allem der Umgang mit Trennungen zwischen Funktionären und Vereinen das Gesprächsthema.

Was eben diese Trennungen angeht, saßen echte Experten in der Runde: Stefan Effenberg wurde 2016 nach 15 Spielen als Trainer des damaligen Zweitligisten SC Paderborn entlassen, Jörg Schmadtke verließ zuletzt den 1. FC Köln und Ismail Atalan wurde nach drei Monaten auf der Bank des VfL Bochum freigestellt. Schmadtke ging mit seinem Rücktritt beim stark abstiegsbedrohten 1. FC Köln gewohnt pragmatisch um: „Irgendwann muss auch mal der Haken dran und man muss auch ein paar neue Dinge angehen. Natürlich habe ich Fehler gemacht, aber ich bin auch nicht für alles Unheil dieser Welt verantwortlich.“

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Sind Trainer den Vereinen verbunden?

Kann man als Trainer oder Manager überhaupt mit Vereinen verbunden sein, bei denen man lediglich drei Monate oder ein halbes Jahr gearbeitet hat, bis man die Tür gezeigt bekommt? Diese Frage diskutierte die Runde ebenfalls. Effenberg blieb reserviert: „Es ist ein Beruf, den man ausführt, aber es ist nicht so eine Liebe wie bei einem Fan. Man ist dankbar, dass man die Möglichkeit bekommt, aber es ist eben ein Job.“

Schmadte: „Ohne Leidenschaft geht`s nicht“

Die anderen Gäste waren da schon deutlich emotionaler involviert. „Ohne Leidenschaft und Hingabe geht´s nicht, zumindest in meiner Position. Ich kann nicht mit einer Blaupause herumrennen und sagen: ‚Ich habe das in Aachen so gemacht, jetzt nehm ich das mit nach Hannover und renn dann damit nach Köln und mache immer das gleiche.‘ Das heißt, ich muss mich schon auf einen Klub komplett einlassen“, sagte Jörg Schmadtke.

Atalan: „Bin emotional verbunden“

Atalan pflichtete ihm bei und berichtete aus seiner Perspektive auf den VfL Bochum, der aktuell um das Überleben in der 2. Liga kämpft. „Es ist schon so, dass ich immer noch mitempfinde. Man ist emotional gebunden an die Jungs und macht sich Vorwürfe: Hätte ich was besser oder anders machen können? Aber im Endeffekt ist das unser Job.“

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Diskussion um die Montagsspiele

Zuvor diskutierten vor allem Effenberg und Schmadtke über die neueste Entwicklung in der Bundesliga: die Montagsspiele. Effenberg hält die weitere Aufsplitterung des Spieltages sogar für „gefährlich“, weil sich die Fans von der Bundesliga abwenden könnten. Auch die Spieler seien davon nicht begeistert. „Ich hätte als Spieler nicht gerne Montagsabends gespielt“, sagte der Champions League-Sieger von 2001. Schmadtke dagegen nahm die Entscheidung der DFL in Schutz. Es seien vor allem sportliche Gründe gewesen, die den Ausschlag für Montagsspiele gegeben hätte, nicht vermarktungstechnische.

Vor allem für die Teilnehmer an internationalen Wettbewerben sei der zusätzliche Tag zur Regeneration wichtig. „Du kannst nicht donnerstags in Moskau spielen und Samstag in Frankfurt“, sagte Schmadtke, der „den Hörer abnehmen würde“, falls ihn ein Verein anrufen würde.

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kicker.tv Talk

Jeden Freitag ab 22.45 Uhr auf Eurosport 1. Moderator: Marco Hagemann. Zu sehen auch im Internet (kicker.de) und anschließend in der Mediathek.

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