Verloren und doch gewonnen Reaktionen nach Finale: Deutsches Eishockey-Team Sieger der Herzen

Von Kristina Müller

Das deutsche Team holt Silber. Foto: WittersDas deutsche Team holt Silber. Foto: Witters

Osnabrück. Genau 55,5 Sekunden haben gefehlt und Deutschland hätte zum ersten Mal in der Geschichte olympisches Gold im Eishockey geholt. Für die Mannschaft bedeutet das aber keineswegs eine Niederlage.

Nachdem das Team der Olympischen Athleten aus Russland in der Verlängerung doch noch gewann, war die Enttäuschung der deutschen Eishockey-Mannschaft wohl groß. Am Ende überwog aber der Stolz, so weit gekommen zu sein und Silber gewonnen zu haben:

  • „Es ist hart. Wir waren nah dran. Aber trotzdem dürfen die Jungs nicht vergessen sie bringen Silber heim mit nach Deutschland. Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Heute war es einfach bitter. Aber der Stolz überwiegt. Ich bin einfach nur happy, dass die Jungs die Medaille mit heim nehmen.“ – Bundestrainer Marco Sturm
  • „Wenn wir mal auf das gesamte Turnier zurückblicken, dann können wir unglaublich stolz sein, was wir hier mit der Mannschaft erreicht haben.“ – Nationalspieler Chistian Ehrhoff
  • „Hat ihnen schon mal jemand ins Herz gestochen? So fühlt sich das an.“ – Nationaltorhüter Danny aus den Birken
  • „Wir haben es uns verdient, dass wir lachen können. Wer hätte gedacht, dass wir Russland fast in die Knie zwingen im Finale. Es ist unglaublich, was das Team geleistet hat, was wir für einen Lauf hatten. Wir können mehr als stolz sein.“ – Nationalspieler Patrick Reimer
  • „Das wird es nicht so schnell wieder geben. Man kann nur davon träumen, so einen offenen Schlagabtausch mit den Russen zu führen. Das geht mir sehr nahe. Hut ab.“ – DEB-Präsident Franz Reindl
  • „Wir waren so knapp davor, Gold zu gewinnen, deswegen war es natürlich im ersten Augenblick extrem schmerzhaft, das mitzuerleben. Aber als die Medaillen rauskamen, war ich einfach nur unglaublich stolz, dabei gewesen zu sein und sie in der Hand zu haben.“ – Nationalspieler Yannic Seidenberg
  • „Mich freut es für die Russen, die haben es jahrelang versucht und jetzt haben sie es geholt, und für uns ist das ein Riesenerfolg. In ein, zwei Stunden werden wir das auch realisieren, und dann kann man überglücklich sein.“ – Nationalspieler Felix Schütz
  • „Je länger die Medaille um den Hals hängt, desto mehr kommt Stolz und Freude. Ich glaube, wir können aus dem Spiel rausgehen und sagen, wir haben Silber gewonnen.“ – Nationalspieler Marcel Goc
  • „Es war geil, mit der Mannschaft zu spielen. Wir haben immer daran geglaubt, dass wir es schaffen können. Am Ende hat es nicht geklappt, aber wir sind trotzdem stolz.“ – Nationalspieler Jonas Müller
  • „Wenn die Russen uns hier 7:1 nach Hause schicken, dann sagen wir okay. Aber wenn man so knapp an Gold dran ist... Deswegen hält sich die Stimmung gerade etwas in Grenzen bei uns.“ – Nationalspieler Matthias Plachta

Auch von Sportkollegen gab es aufmunternde und lobende Worte:

Nach dem Siegeszug bis ins Olympia-Finale wird mit Christian Ehrhoff erstmals ein Eishockeyspieler die deutsche Fahne bei der Abschlussfeier (12 Uhr MEZ) von Olympischen Winterspielen tragen.

(Mit dpa)