Mit Handwärmern aus Deutschland Osnabrücker Kameramann filmt Biathlon in Pyeongchang

Von Kristina Müller

Er bringt die Bilder in die Welt: Nicky Seidenglanz filmt die Biathlon-Wettkämpfe bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. Foto: SeidenglanzEr bringt die Bilder in die Welt: Nicky Seidenglanz filmt die Biathlon-Wettkämpfe bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. Foto: Seidenglanz

Osnabrück. Er sorgt dafür, dass Menschen in aller Welt die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang live mitverfolgen können: Nicky Seidenglanz aus Lüstringen ist als Kameramann vor Ort.

Der 40-Jährige dreht eigentlich Imagefilme, fotografiert, arbeitet für Fernsehsender wie n-tv, ARD, ZDF und RTL – und filmt auch regelmäßig im Stadion des VfL Osnabrück. Nachdem ein befreundeter Kameramann ihn aber auch für die Olympia-Übertragungen empfohlen hat, ist er seit dem 5. Februar in Pyeongchang.

Dort arbeitet er für die Olympic Broadcasting Services (OBS). Alle TV-Sender der Welt, die Rechte an den Olympischen Spielen gekauft haben, bekommen die Bilder zur Verfügung gestellt. Seidenglanz ist für die Biathlon-Wettbewerbe zuständig und bedient eine Krankamera im Stadion. „Wir sind zusammen ungefähr 50 Kameraleute, die alle Biathlon-Wettbewerbe filmen. Das Team besteht zum größten Teil aus Österreichern und Deutschen“, berichtet der Osnabrücker.

Lustiges Essen

Untergebracht sind die Kameramänner in einem Hotel, das etwa 40 Minuten vom Stadion entfernt liegt. Mit Bussen wird das Team vom Hotel abgeholt und wieder zurückgebracht. Nach einigen Probetagen vor der großen Eröffnungsfeier fand am Samstag danach gleich der erste Wettbewerb statt, den das Team um Seidenglanz filmte. Die Wettbewerbe, so erzählt er, beginnen meist gegen 20 Uhr Ortszeit. Bereits fünf Stunden vorher ist er aber schon vor Ort: „Dort gehen alle Kameraleute zu ihren Kameras an der Strecke und checken die Funktionen.“

Nach einer anschließenden Teambesprechung wird gemeinsam im großen Cateringzelt gegessen. „Das einheimische Essen ist sehr spannend und teilweise lustig. Manchmal bewegt es sich auch noch“, sagt Seidenglanz. Doch nicht nur das einheimische Essen, sondern auch die Gastfreundlichkeit lobt er: „Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit hier. Es macht Spaß, hier zu arbeiten. Alles ist sehr gut organisiert.“

Handwärmer aus Deutschland mitgebracht

Eine Stunde vor Beginn der Wettkämpfe steht er einsatzbereit wieder an seiner Kamera – bei etwa Minus drei Grad. Damit er während des gesamten Rennens nicht friert, wurde er von den OBS komplett eingekleidet. „Die Sachen sind sehr warm und winddicht. Für Hände und Füße habe ich mir aus Deutschland Hand- und Sohlenwärmepads mit gebracht“, erzählt Seidenglanz. „Die ersten Tage war es richtig kalt und windig. Momentan ist weniger Wind und die Temperaturen sind auch nicht mehr so eisig.“

Nach getaner Arbeit macht er seine Kamera wieder nachtfest: Alles abdecken und mit Spanngurten befestigen, als Schutz gegen den Wind. Bis zum nächsten Rennen.