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Mit Rückenwind nach Italien BVB nimmt Achtelfinale ins Visier

Von dpa

Dortmunds Trainer Peter Stöger ist vor dem Rückspiel in Bergamo guter Dinge. Foto: Federico GambariniDortmunds Trainer Peter Stöger ist vor dem Rückspiel in Bergamo guter Dinge. Foto: Federico Gambarini

Reggio Emilia. Der lange Zeit wankende BVB ist in der Bundesliga zurück auf Erfolgskurs. Das schürt die Hoffnung auf den Einzug in das Achtelfinale der Europa League. Doch nach dem knappen 3:2 im Hinspiel steht bei Atalanta Bergamo ein Charaktertest an.

Dünnes Polster, breite Brust - Borussia Dortmund geht mit gewachsenem Selbstvertrauen in das knifflige Europa-League-Rückspiel am Donnerstag (21.05 Uhr) bei Atalanta Bergamo.

Nach acht Bundesligaspielen ohne Niederlage ist Peter Stöger guter Dinge, dass seinem Team auch auf internationaler Bühne der Turnaround und der Sprung in das Achtelfinale gelingen. „Die Ausgangssituation ist nicht so schlecht“, befand der Trainer mit Bezug auf das knappe 3:2 im Hinspiel eine Woche zuvor. „Wir haben in den vergangenen Wochen gezeigt, dass wir schwer zu schlagen sind. Ich bin recht entspannt.“

Unter der Regie des Österreichers ist aus dem einstigen Dortmunder Erlebnis- ein eher unspektakulärer Ergebnisfußball geworden. So feierte sein Team trotz eines Torschussverhältnisses von 8:28 am Sonntag ein glückliches 1:0 in Mönchengladbach. Doch so defensiv wie in den zweiten 45 Minuten dieser Partie will Stöger die Aufgabe in Italien nicht angehen. „Es nicht unser Spezialgebiet, sich dagegenzustellen und die Angriffe aufzufangen“, gestand er, „die leichtere Variante ist die, dass du das Spiel selbst gestaltest. Wir müssen versuchen, unsere Spielkultur über längeren Zeitraum auszuspielen, dann hast du selbst weniger zu tun.“

Einfach wird das nicht. Schließlich gilt Bergamo als sehr heimstark. Obwohl die Mannschaft von Trainer Gian Piero Gasperini derzeit ihre Spiele wegen des Umbaus der heimischen Arena im knapp 200 Kilometer entfernten Reggio Emilia austrägt, gewann sie in der Gruppenphase der Europa League alle drei Partien bei einem Torverhältnis von 7:1. Hans-Joachim Watzke gab die Richtung vor. „Das Hinspiel-3:2 ist ein klares Ergebnis. Das Wichtigste ist, dass wir nicht verlieren. Dann kommen wir weiter. Dass das ein hartes Stück Arbeit wird, wissen wir“, sagte der BVB-Geschäftsführer am Mittwoch vor dem Abflug von Dortmund nach Parma zuversichtlich: „Die Abwehr steht, und vorne haben wir genügend individuelle Klasse, um ein Tor zu schießen.“

Es spricht für gestiegenen Mut, dass Außenverteidiger Lukasz Piszczek im TV-Sender Sport1 bereits mit weiteren Spielen im Wettbewerb liebäugelte: „Wenn man schon in der Europa League ist, will man auch ins Finale kommen. Das ist der Pokal, den die Borussia noch nie gewonnen hat, und das würden wir dieses Jahr gerne tun.“ Die jüngste Bilanz in Europa spricht jedoch dagegen. Schließlich ist der BVB seit sechs Auswärtsspielen ohne Sieg und hat die letzten drei K.o.-Auswärtspartien verloren. Andererseits kam die Borussia in 16 von 17 Fällen weiter, nachdem sie das Hinspiel daheim gewonnen hatte.

Wie schon beim 1:0 in Mönchengladbach könnte das Kumpel-Trio Mario Götze, André Schürrle und Marco Reus den Unterschied zugunsten des BVB ausmachen. Am Sonntag standen die Nationalspieler erstmals seit 13 Monaten wieder gemeinsam auf dem Platz und sorgten in Koproduktion für den Siegtreffer. Stöger kündigte an, keinen Spieler für das Bundesligaspiel am Montag gegen Augsburg schonen zu wollen.

Dennoch scheint fraglich, ob Reus erneut aufläuft. Schließlich würde der größte Star im Kader nach zuvor achtmonatiger Zwangspause sein viertes Spiel binnen 13 Tagen bestreiten. „Wenn sich Marco gut fühlt, ist er aus dieser Mannschaft nicht wegzudenken. Dann ist er unverzichtbar“, kommentierte Stöger am Mittwoch vor dem Abschlusstraining. Man stehe im ständigen Austausch mit Reus und werde kurzfristig entscheiden, „wie wir mit seiner Rolle umgehen“.

Vor einem Comeback steht der von einem Muskelfaserriss genesene Marcel Schmelzer. „Es ist endlich wieder soweit, dass ich zum Kader gehören kann“, sagte der Kapitän mit positiver Stimmung. „Der Glaube innerhalb der Mannschaft wächst. Man merkt, dass das Selbstvertrauen wieder da ist.“ Weiter fehlen wird dagegen Shinji Kagawa, bei dem laut Stöger „im Knöchelbereich ein Band beleidigt ist“.