Mannschaftsspringen bei Olympia 2018 Norwegischer Ersatzmann stellt Team zum Sieg um

Von Sportredaktion

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Anders Fannemel überzeugte seinen Trainer von der richtigen Reihenfolge der Springer. Foto: Witters.Anders Fannemel überzeugte seinen Trainer von der richtigen Reihenfolge der Springer. Foto: Witters.

Osnabrück. Große Qualitäten als Teamplayer bewies der Skispringer Anders Fannemel bei Olympia. Den Sprung in die norwegische Mannschaft für das Teamspringen schaffte er nicht, dennoch hatte er großen Anteil am Olympiasieg seiner Kollegen. Denn seinen Trainer überzeugte er von der entscheidenden Reihenfolge der Springer.

Als seine norwegischen Mannschaftskollegen im Auslauf der Schanze den Gewinn der Goldmedaille feierten, war Anders Fannemel außen vor. Der 26-Jährige zog in der internen Ausscheidung der Norweger den Kürzeren und musste wie bereits bei den Einzelwettbewerben von der Normal- und der Großschanze zusehen. Getreu dem olympischen Motto: Dabei sein ist alles. Und doch hatte der Ersatzmann seinen Anteil an der ersten norwegischen Goldmedaille im Mannschaftsspringen.

Sein österreichischer Trainer Alexander Stöckl wollte ursprünglich Andreas Stjernen als ersten Springer der norwegischen Mannschaft aufstellen. Doch Fannemel intervenierte, schlug Daniel-André Tande als Startspringer vor. „Tatsächlich war Fannemel derjenige, der mit der Reihenfolge der Springer zu mir gekommen ist. Und es stellte sich heraus, dass es richtig war“, bestätigte Stöckl hinterher gegenüber der norwegische Zeitung „VG“.

„Er ist ein fantastischer fünfter Mann“

Hintergrund zu Fannemals Überlegungen: Mit Tande, einem starken Springer, würde das Team gleich zu Beginn in Führung gehen und die anderen Nationen unter Druck setzen – ein goldrichtiger Hinweis. Nach dem ersten Durchgang lag Norwegen durch Tande bereits 2,4 Punkten vor der deutschen Mannschaft. Die Führung gab Norwegen in der Folge nicht mehr her und gewann am Ende mit 22,8 Punkte vor Deutschland, Bronze ging an Polen.

Entsprechend wusste Stöckl nach dem Coup auch Fannemel zu würdigen: „Er ist ein fantastischer fünfter Mann. Es ist eine anspruchsvolle Position, neben den Jungs zu stehen. Fannemel ist ein Teamplayer, und dafür bin ich sehr dankbar.“ Auch Teamkollege Johann André Forfang stimmte in das Lob mit ein:„Er hat die Gruppe auf eine unglaublich gute Weise positiv beeinflusst.“ Ein Teamplayer, wie ihn sich jede Mannschaft wünscht.


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