Olympische Winterspiele 2018 IOC verbietet Franzosen Gedenken an verstorbenen Skifahrer

Von Sportredaktion

Blaise Giezendanner darf in Pyeongchang nicht seinem verstorbenen Kollegen David Poisson gedenken. Foto: dpaBlaise Giezendanner darf in Pyeongchang nicht seinem verstorbenen Kollegen David Poisson gedenken. Foto: dpa

Osnabrück. Skifahrer David Poisson kam im November während eines Trainings ums Leben. Seine französischen Kollegen erinnern seitdem mit kleinen Aufklebern auf ihren Helmen an Poisson. Doch bei Olympia in Pyeongchang verbietet das IOC diese Geste. Nicht zum ersten Mal.

Poisson, 2013 in Schladming WM-Dritter in der Abfahrt, verunglückte im November mit 35 Jahren während einer Trainingseinheit in Kanada. Es war der erste Todesfall seit 16 Jahren im Abfahrtsport und ein Schockmoment für die Szene. Seine Teamkollegen erinnern seitdem mit herzförmigen Aufklebern mit Poissons Initialen „DP“ auf ihren Helmen an ihn – und wollten diese Geste auch bei Olympia fortführen. Die nötige Erlaubnis verweigerte das Internationale Olympische Komitee (IOC) allerdings.

Sportler akzeptieren Regel

„Vor einigen Tagen hat uns ein IOC-Inspekteur aufgefordert, die Botschaft zu entfernen“, sagte der Chef der französischen Alpinen, David Chastan, der Nachrichtenagentur AFP: „Wir akzeptieren die Regel des IOC und bleiben auch dabei, wir wollen keine Szene machen“, fuhr er fort, betonte aber gleichzeitig, den Tod von Poisson könne das Team nicht „einfach so vergessen.“ (Weiterlesen: Poisson-Tod geklärt: Bei Sturz gegen Baum geprallt)

Rüge für Trauerflor

Das IOC verbietet politische, religiöse oder rassische Botschaften bei Olympia, dazu zählen offenbar auch Trauerbekundungen. Bei den Winterspielen vor vier Jahren in Sotchi erhielten die norwegischen Skilangläuferinnen eine Rüge des IOC, da sie mit einem Trauerflor für den verstorbenen Bruder einer Teamkollegin auf die Strecke gegangen waren. Im norwegischen Team war die Entscheidung des IOC daraufhin auf viel Unverständnis gestoßen. IOC-Sprecherin Emmanuelle Moreau äußerte sich damals dazu: „Wir glauben, dass die Wettkampfstätten, in denen die Atmosphäre festlich ist, nicht der richtige Ort für Trauer sind.“