Handball: TV Bissendorf-Holte Die Kommandos gibt die „Aushilfskraft“ Stüve

Von Daniel Brickwedde

Stütze im Team: Christoph Stüve (am Ball), hier in einer Archivszene gegen dieTSG Hatten-Sandkrug. Foto: Moritz FrankenbergStütze im Team: Christoph Stüve (am Ball), hier in einer Archivszene gegen dieTSG Hatten-Sandkrug. Foto: Moritz Frankenberg

Bissendorf. Beim Handball-Verein TV Bissendorf-Holte kommandiert eine „Aushilfskraft“ derzeit die Abwehr: Christoph Stüve feierte unverhofft seine Rückkehr. Wie lange noch, ist jedoch fraglich. Gegen den ATSV Habenhausen II (Sonntag, 17 Uhr) ist ein Heimsieg Pflicht.

Eigentlich war das Thema Handball für Christoph Stüve beendet. Der Fokus galt dem Lehramtsstudium, außerdem machte die Schulter Probleme. Zum Ende der vergangenen Saison gab er seinen Abschied beim TV Bissendorf-Holte bekannt. „Eigentlich wollte ich nicht wieder anfangen“, sagt er rückblickend. Und doch ist er zehn Monate später zurück auf dem Handball-Parkett, als Fixpunkt und Stabilisator in der Abwehr – als wäre er nie weg gewesen.

Teammanager Klaus Rußwinkel rief ihn kurzfristig an, schilderte die brenzlige Verletztensituation in der Abwehr und machte ihm die Rückkehr schmackhaft. „Ein bisschen Überzeugungsarbeit war notwendig, aber nicht viel. Ich hatte schon Lust darauf“, sagt Stüve. Den Verantwortlichen in Bissendorf spielte dabei in die Karten, dass der 27- Jährige zuvor die Handball-EM im Januar verfolgte, die bei ihm wieder das Feuer entfachte. Der Anruf kam entsprechend genau zur richtigen Zeit.

„Mit seiner Erfahrung und Routine hilft er uns“

Auch mit seinem Lehramtsstudium in Sport und Latein lässt sich der Handball augenblicklich vereinbaren, an zwei von drei Übungseinheiten pro Woche kann er teilnehmen. Seinen Stellenwert in der Mannschaft zeigte dabei gleich sein erster Einsatz Anfang Februar gegen die SV Beckdorf: Stüve kommandierte nach nur zwei Trainingseinheiten in seiner Position als zentraler Spieler die Abwehr. „Christoph ist von seiner Mentalität sofort wieder mittendrin gewesen. Die Abstimmung passte. Mit seiner Erfahrung und Routine hilft er uns“, findet Trainer Malte Mischok

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Stüve sollte dabei in erster Linie Fabian Rußwinkel in der Abwehr entlasten, den hartnäckige Probleme im Fersenbereich plagten. Mittlerweile ist er aber wieder voll im Training. Schöner Nebeneffekt für den Trainer: „Nun habe ich zwei exzellente Abwehrspieler.“

„Muss-Sieg“ gegen den Tabellenletzten

Aber wie lange noch? Seine Rückkehr möchte Stüve nicht als Comeback sehen, „eher als Aushilfe.“ Der Verein hofft auf ein längeres Engagement, doch Defensivmann hat klare Vorstellungen: „Für mich steht fest, dass es keine lange Zeit wird. Bis zur Osterpause bin ich dabei, dann müssen wir sprechen.“ In der kommenden Saison stehe er nicht zur Verfügung.

In der Liga geht es nun gegen Habenhausen II. Mischok spricht von einem „Muss-Sieg“ gegen den Tabellenletzten der Oberliga: „Bei aller Wertschätzung für Habenhausen, die Punkte müssen bei uns bleiben.“ Die Leistung zuletzt gegen Tabellenführer SG VTB/Altjührden (23:31) bezeichnet Mischok dabei als wenig zufriedenstellend – gegen Habenhausen bietet sich die Chance zur Reaktion. Ein Erfolg sei wichtig, unterstreicht der Trainer, „um wirklich im gesicherten Mittelfeld zu sein und nicht nach unten schielen zu müssen.“ In der Abwehr kann er auf die Unterstützung von „Aushilfskraft“ Stüve bauen.