Winterspiele mit künstlicher Intelligenz So kurios sehen Ski fahrende Roboter bei Olympia aus

Von Claudia Scholz


Pyeongchang/Osnabrück. Das Austragungsland der Olympischen Winterspiele will sich als Vorreiter von Technik und künstlicher Intelligenz präsentieren. Überall tauchen in Pyeongchang Roboter auf. Manche fahren sogar Ski.

In der Heimat großer Elektronikhersteller und Computerentwickler, geht es bei den Winterspielen nicht nur darum, ein guter Gastgeber zu sein. Südkorea ist auch stolz auf seine technischen Errungenschaften. Kaum ein Land investiert mehr in die Forschung zur Interaktion zwischen Mensch und Maschine als der 50-Millionen-Einwohner-Staat. Im Jahr 2016 setzten koreanische Hersteller mit 41.000 Stück – nach China – am meisten Roboter weltweit ab. Bei Olympia sind 85 Androiden an 17 Schauplätzen im Einsatz.

Den Weg weisen und putzen

Statt auf Schildern werden in Pyeongchang Informationen meist von Robotern mit LED-Screens verbreitet. Die Hightech-Geschöpfe sehen aus wie R2D2 aus „Star Wars“ oder wie Olympiamaskottchen Soohorang. Ausgestattet mit Spracherkennung erklären sie Besuchern den Weg auf vier Sprachen. Auch an Seouls internationalem Flughafen Incheon weisen rundlich geformte, fahrbare Roboter mit tabletartigen Bildschirmen den Reisenden den Weg durch die Airporthallen. Während man ihnen folgt, zeigen sie auch Distanz und Zeit an, die man gehen muss.

Durch die olympischen Flure gleiten kleine weiße Putz-Roboter mit futuristischer Anmutung, die scannen, wo gerade nicht viel los ist und dort dann säubern.


Ski fahrende Roboter

Noch ist es keine Olympische Disziplin: am Rande der Winterspiele eine Stunde westlich von Pyeongchang sind acht Roboter zum Skirennen gegeneinander angetreten. Veranstaltet vom südkoreanischen Wirtschaftsministerium, versuchten acht menschenähnliche Geschöpfe einen Slalomkurs zu bewältigen. Universitäten, Institute und private Unternehmen schickten ihre Ski-Roboter, um das Preisgeld von 10.000 Dollar zu gewinnen.

Intelligente Koikarpfen

Im Pressezentrum schwimmen 53 Zentimeter lange Fische in einem Aquarium, die wie Kois oder Seebrassen aussehen. Sie können bis zu fünf Meter tief abtauchen und orientieren sich durch einen Algorithmus. Von solchen Spielereien gibt es in Pyeongchang diverse. Bei der Eröffnung der Spiele sorgte auch der humanoide Fackelträger Hubo für Staunen.

(Mit dpa)