Entschädigung für Bayern-Fans RSC Anderlecht für zu teure Gästetickets verurteilt

Von Daniel Brickwedde

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Bayern-Fans zeigen ihren Unmut über hohe Ticketpreise beim Spiel gegen den RSC Anderelcht in der Champions League. Foto: AFPBayern-Fans zeigen ihren Unmut über hohe Ticketpreise beim Spiel gegen den RSC Anderelcht in der Champions League. Foto: AFP

Osnabrück. 100 Euro verlangte der belgische Fußballklub RSC Anderlecht in der Champions League gegen Bayern München für ein Gästeticket. Ein teures Vergnügen – und nicht im Sinne der Uefa. Die leitete Ermittlungen ein und verurteilte den belgischen Verein nun zu einer Strafzahlung.

Der Ärger war groß gewesen bei den Anhängern von Bayern München. Im Gruppenspiel der Champions League am 22. November verlangte der Bayern-Gegner RSC Anderlecht 100 Euro für ein Gästeticket – deutlich mehr als die Heimfans des belgischen Rekordmeisters ausgeben mussten..

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Die Anhänger der Münchner zahlten zähneknirschend, der Verein subventionierte die teuren Karten mit 30 Euro pro Ticket. Doch der Ärger blieb und entzürnte sich während der Begegnung in Spruchbändern und Bündelweise Falschgeld, welches aus Protest auf das Spielfeld geworfen wurde.

Vorfälle in Anderlecht kein Einzelfall

„Wenn die Tickets für einen Stehplatz 100 Euro kosten – also, liebe Leute, das ist doch Wahnsinn“, zeigte sich auch Bayern-Trainer Jupp Heynckes nach dem 2:1-Sieg seiner Mannschaft verärgert.

Der der Fall beschäftigte in der Folge die Kontroll- und Disziplinarkommission der Uefa, die Ende Januar ihre Ermittlungen einleitete. Das nun bekannt gegebene Urteil: Anderlecht muss innerhalb von 15 Tagen pro Ticket der Stadion-Sektionen S14, S15, S16 und S17 30 Euro an die Bayern-Anhänger zurückzuzahlen. In Summe sind das 27.000 Euro. Die Vorfälle in Anderlecht sind allerdings kein Einzelfall.

Zwischen 100 und 150 Euro für ein Ticket in Sevilla

Anhänger von Manchester United müssen ganz aktuell für das Auswärtsspiel im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Sevilla (21. Februar) zwischen 100 und 150 Euro für ein Ticket hinblättern. Ein üppiger Aufschlag, bei dem sich der spanische Verein nicht verhandlungsbereit zeigt. Entsprechend unterstützt auch Manchester seine Fans mit einem Zuschuss von 40 Euro pro Karte – und schlägt diese Mehrausgaben wiederum auf die Gästetickets für das Rückspiel gegen Sevilla im heimischen Old Trafford (13. März) um. Klassischer Fall von: „Wie du mir, so ich dir.“ In einer E-Mail an seine Vereinsmitglieder verteidigte Manchester seine Maßnahme als „abschreckende Wirkung für künftige Gegner, die die Eintrittspreise für unsere Auswärtsfans erhöhen wollen.“

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In München zeigt sich derweil die Fanvereinigung des FC Bayern, „Club Nr. 12“, zufrieden mit dem Urteil der Uefa. „Dieses Urteil ist ein großer Schritt in Richtung einer faireren Behandlung von Gästefans im europäischen Fußball“, teilte die Fan-Organisation mit.


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