Fussball-Talks unter der Lupe: Die Kia Fussballdebatte Bernd Hoffmann erwartet Lizenzprobleme beim HSV

Von Fabian Pieper

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Der Ex-HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann sprach beim Sky Fußballtalk über zukünftige Probleme beim Hamburger SV. Foto: WittersDer Ex-HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann sprach beim Sky Fußballtalk über zukünftige Probleme beim Hamburger SV. Foto: Witters

Osnabrück. Neben dem Gladbacher Weltmeister Christoph Kramer stand am Montagabend bei Sky90 vor allem der Ex-HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann, der am kommenden Sonntag gegen Jens Meier bei der Präsidentschaftswahl des HSV antreten wird, im Fokus der Sendung.

Beiden Studiogästen widmete Moderator Patrick Wasserziehr jeweils die Hälfte der Diskussionszeit, anbei gaben noch Kommentator Wolff-Christoph Fuss und NDR-Sportjournalist Lars Pegelow ihre jeweiligen Einschätzungen zur Thematik ab. Zunächst rückte Christoph Kramer, der in seiner Karriere bereits häufiger mit Kopfverletzungen zu kämpfen hatte, in den Blickpunkt. So bestätigte er noch einmal, dass er sich an seinen kurzen Einsatz im WM-Finale 2014, bei welchem er nach kurzer Zeit mit einer Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste, nicht mehr erinnern könne. Seine weiteren Kopfverletzung hätten jedoch keine Auswirkungen auf sein Verhalten auf dem Platz gehabt: „Es bringt nichts, mit Angst auf den Platz zu gehen – und gegen Vestergaard hilft auch kein Helm!“

Für Gladbach „gerade gut genug“

Kramer offenbarte im weiteren Verlauf eine ehrliche und ausgewogene Sicht auf den sich immer mehr in wirtschaftliche Richtung verschiebenden Profifußball („Aus Fansicht ist die Entwicklung grenzwertig, für mich als Fußballer jedoch eine gute Sache!“) und weiß auch sein Leistungsvermögen einzuschätzen: „Für den VfL Bochum war ich zu gut, für Borussia Mönchengladbach bin ich gerade gut genug.“ Zwar würde er, obwohl er sich einen langen Verbleib in Gladbach vorstellen könne, bei einem Angebot von Barcelona wohl schwach werden, einzig der Glaube an ein solches Szenario fehle ihm.

Eine lizenzgefährdende Lage beim Hamburger SV?

Ernstere Töne wurden im zweiten Themenblock, der sich ganz um den kriselnden Hamburger SV und dessen Präsidentschaftskandidat Bernd Hoffmann („Es hat mir wehgetan, als ich 2011 beim HSV ausgeschieden bin“) drehte, angeschlagen. Nur über Veränderungen im Verein zu reden sei ihm nicht genug: „Man muss auch mal anpacken!“ Sorgen bereite ihm die wirtschaftliche Lage des HSV („Es muss ein dramatisches wirtschaftliches Problem vorliegen, wenn im Winter kein finanzieller Spielraum für Verpflichtungen da ist“), durch welche er sogar die Lizenz in Gefahr sehe – besonders dann, wenn die Hamburger den Gang in die 2. Bundesliga antreten müssten.

Hamburger SV immer „kleiner, schwächer, abhängiger“

Wolff-Christoph Fuss sah zudem gravierenden Nachholbedarf auf sportlicher Ebene: „Dem HSV fehlt auf sportlicher Ebene eine klare Philosophie!“ Hoffmann räumte ein, dass man es zum Ende seiner Amtszeit als Vorstandsvorsitzender verpasst habe, einen Nachfolger für den 2009 entlassenen Sportchef Dietmar Beiersdorfer zu installieren. In die gleiche Kerbe haute anschließend Lars Pegelow: „Der Hamburger SV wird immer kleiner, schwächer, abhängiger!“ – und leitete damit die Diskussion auf Mäzen Klaus-Michael Kühne. Pegelow dazu: „Der Weg der Lizenzierung wird wieder zu Kühne führen.“

Auf einen das Szenario eines Abstiegs wollte Hoffmann verständlicherweise nicht detailliert eingehen, ließ jedoch durchblicken, dass dem HSV „die notwendige Wendigkeit“ fehle, um in der 2. Bundesliga „Nischen zu besetzen“, wie es Vereine wie Köln und Frankfurt nach ihren Abstiegen geschafft hätten.

Das Schlusswort gehörte dann jedoch wieder Christoph Kramer, der sich sicher war, dass er das Bayern-Angebot, das sein früherer Bochumer Mannschaftskollege Leon Goretzka zuletzt angenommen hatte, wohl zugunsten der Gladbacher Borussia ausgeschlagen hätte: „Das Gladbacher Trikot war sicher nicht mein Kindertraum, ist aber dafür mein Erwachsenentraum!“ – eine Bodenständigkeit, die in Zeiten von Dembelé und Aubameyang dem „Zirkus Profifußball“ gut zu Gesicht steht.


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