Silvia Mittermüller verletzt raus Snowboard-Wettbewerb bei Olympia wird zu Sturzfestival

Von Kristina Müller

Reihenweise fielen die Snowboarderinnen wegen der widrigen Windverhältnisse. Foto: AFPReihenweise fielen die Snowboarderinnen wegen der widrigen Windverhältnisse. Foto: AFP

Pyeongchang. Der Wind hat die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang fest im Griff. Nachdem der Riesenslalom der Frauen abgesagt wurde, kämpften die Snowboarderinnen mit den widrigen Wetterverhältnissen.

Eine nach der anderen: Reihenweise stürzten die Slopestyle-Athletinnen im Snowboard-Finale in Bokwang. Doch das lag weniger an dem schwierigen Parcours mit Geländern und Rampen – der starke Wind war das Problem. Das Finale wurde zu einem einzigen Sturzfestival. Von 25 Starterinnen schafften es im ersten Durchgang nur fünf ohne Sturz ins Ziel.

Wegen des Wetters wurde der Beginn des Wettbewerbes sogar um 75 Minuten nach hinten verschoben, der Riesenslalom der Frauen im weiter östlich gelegenen Yongpyong sogar ganz abgesagt. Bereits am Sonntag fiel die Qualifikation für die Snowboarderinnen aus.

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Verletzungen und Tränen

Die einzige deutsche Starterin Silvia Mittermüller stürzte bereits im Probelauf und zog sich einen Meniskusriss zu, die Australierin Tess Coady erlitt im Training einen Kreuzbandriss – für beide sind die Spiele damit gelaufen. Dass das Finale letztlich trotzdem stattfand, sorgte bei vielen Athleten für Kritik.

„Ich hatte Angst um mein Leben“, sagte die viertplatzierte Norwegerin Silje Norendal unter Tränen. „Ich war sehr irritiert darüber, dass das Finale gefahren wurde. Ich wollte mich einfach da oben nur noch hinsetzen und weinen. Mein Körper hat zwei Stunden lang gezittert, weil ich Angst hatte zu fahren.“ Und auch die drittplatzierte Finnin Enni Rukajarvi zeigte Unverständnis: „Es war ziemlich gefährlich. Man wusste nicht, was einen erwartet. Sie hätten es absagen oder verschieben sollen.“ (Weiterlesen: Der etwas andere Blick auf die Olympischen Winterspiele 2018)

Wind noch bis Mittwoch

Laut Wettervorhersage wird der starke Wind noch bis Mittwoch anhalten. Über einen Zeitraum von mehr als drei Tagen lasse sich der Wind aber nicht prognostizieren, sagte Sung Baik You, der Sprecher des Organisationskomitees.

Der starke Wind hat im Zielraum der alpinen Riesenslalom-Strecke für einen weiteren Schreckmoment gesorgt: Eine Böe erfasste am Montag eine TV-Kamera und ließ diese von einem knapp zehn Meter hohen Podest in die Tiefe stürzen. Bei dem Vorfall wurde aber niemand verletzt. Ein Mitarbeiter des kanadischen TV-Sender CBC berichtete, dass die Kamera samt Stativ direkt neben ihm zu Boden gekracht sei.

(Mit dpa)