Fussball-Talks unter der Lupe Effenberg: Gruppenphase für die Bundesliga?

Von Jacob Alschner

Die Bundesliga verliert immer mehr an Spannung. Im kicker.tv-Talk bei Marco Hagemann hatte Ex-Bayer Stefan Effenberg am Freitagabend eine durchaus umstrittene Idee, die aber Abhilfe schaffen könnte: Ein neuer Spielmodus soll für mehr Spannung sorgen. Foto: imago/MISDie Bundesliga verliert immer mehr an Spannung. Im kicker.tv-Talk bei Marco Hagemann hatte Ex-Bayer Stefan Effenberg am Freitagabend eine durchaus umstrittene Idee, die aber Abhilfe schaffen könnte: Ein neuer Spielmodus soll für mehr Spannung sorgen. Foto: imago/MIS

Osnabrück. Die Bundesliga verliert immer mehr an Spannung. Die Bayern eilen Jahr für Jahr voraus und die Frage nach der Meisterschaft ist nur noch eine des Wann, nicht mehr des Ob. Im kicker.tv-Talk bei Marco Hagemann hatte Ex-Bayer Stefan Effenberg am Freitagabend eine durchaus umstrittene Idee, die aber Abhilfe schaffen könnte: Ein neuer Spielmodus soll für mehr Spannung sorgen.

Am Abend hatte RB Leipzig, vor der Saison von Vielen als schärfster Konkurrent des FC Bayern ausgemacht, mit 2:0 gegen den FC Augsburg gewonnen. Doch auch durch diesen eher mühevoll errungenen Sieg verkleinert sich der Vorsprung der Bayern nur von 18 auf 15 Punkte – die diesen durch ihr Spiel gegen Schalke am Samstagabend (18:30 Uhr, live auf Sky) wohlgemerkt noch wiederherstellen können. Die Ursachen der Langeweile und mögliche Lösungen diskutierten im kicker.tv-Talk außer Effenberg noch Jürgen Kohler (ehem. FC Bayern und Bor. Dortmund), Simon Rolfes (früher Bayer 04 Leverkusen) und Kicker-Redakteur Carsten Schröter. (Darüber wurde am Montag in „100% Bundesliga“ auf Nitro diskutiert)

Eine Lücke zu schließen

Grundsätzlich war sich die Runde einig, dass ein Verein wie RB Leipzig durch sein Konzept, das ausschließlich auf Transfers von Spielern bis 23 Jahre setzt, nicht mit dem FCB mithalten kann. „Zu einer Weltklassemannschaft gehören auch erfahrene Spieler; das klappt nicht mit einer U23“, fand Ex-Nationalspieler Rolfes. Und auch laut Schröter funktioniere es nicht, die Lücke vom Tabellenzweiten zum Meister nur mit jungen Spielern aus der eigenen Jugend zu schließen, so gut das Nachwuchsleistungszentrum der Leipziger auch sei.

Simon Rolfes brachte den Gedanken ins Spiel, vielleicht durch „Regularien wie im US-Sport“, also eine Art Gehaltsobergrenze, gerade die finanziellen Möglichkeiten wieder angleichen zu können und darüber auch die sportlichen Verhältnisse. Für Stefan Effenberg war das zu kurz gedacht. Man müsse zuerst „die Leistung und die Arbeit des FC Bayern anerkennen“, die erst zu dieser Überlegenheit geführt hätten. „Das spricht für sich selbst. Man muss die Frage stellen, was die Vereine dahinter eigentlich falsch machen. Ist es wirklich nur das Geld?“

Gruppensystem in zwei Phasen

Gerade deshalb seien vielleicht neue Ideen gefragt und eine hatte der „Tiger“ auch gleich parat. Effenberg schlug ein Ligasystem vor, bei dem zu Beginn der Saison alle Mannschaften in zwei Gruppen à neun Mannschaften gelost würden. Nach der Hinrunde würden die vier Besten der Gruppen gemeinsam mit dem stärkeren Fünften eine neue Gruppe aufmachen, in der - nach Zurücksetzen der Punkte auf Null – der Meister ausgespielt würde. Die restlichen neun Teams würden dann unter sich gegen den Abstieg spielen. Gerade durch das Zurücksetzen der Punkte würde, so Effenberg, noch deutlich länger Spannung in der Liga bestehen.

Carsten Schröter sah das skeptisch: „Das klingt durchaus spannend. Dadurch könnten aber natürlich Partien wie das Revierderby wegfallen.“ Und auch Kohler setzte dagegen: „Ich denke, das würde nichts ändern. Auch in diesem Verfahren würden sich die Bayern durchsetzen; ohne Zweifel!“

Mehr Spannung ist das Ziel

Effenberg konnte das zwar nicht ausschließen, das sei aber auch gar nicht das Ziel. „Es geht hier um einen Weg zu mehr Spannung. Und die wäre durch einen Neustart im Januar definitiv größer. „Außerdem: Wenn in die Gruppe der oberen neun Mannschaften mal mit Glück ein Team reinrutschen würde, dessen Ambitionen sonst eher gegen den Abstieg gingen, könnte dieses befreit aufspielen, ohne jegliche Abstiegsangst, und dadurch die Bayern auch mal eher ärgern.“

Er selbst beteuerte jedoch auch, dies sei nur ein Gedankenanstoß und kein fertiger Plan. Aber immer noch besser als die Konzepte seiner Vorredner Kohler und Rolfes, die im Spaße vorschlugen, man sollte die Bayern am besten klonen oder mit zwei Spielern weniger auflaufen lassen.