Diskussion um Handys für sanktionierte Staaten Nordkoreas Athleten lehnen Samsung-Smartphones ab

Von Sportredaktion

Die gemeinsame Olympia-Mannschaft von Süd- und Nordkorea läuft bei der Eröffnungsfeier ins Olympiastadion. Die nordkoreanischen Spieler lehnten die ihnen angebotenen Samsung-Handys ab. Foto: dpaDie gemeinsame Olympia-Mannschaft von Süd- und Nordkorea läuft bei der Eröffnungsfeier ins Olympiastadion. Die nordkoreanischen Spieler lehnten die ihnen angebotenen Samsung-Handys ab. Foto: dpa

spo/dpa Pyeongchang. Streit um Samsung-Smartphones für die Athleten der Olympischen Winterspiele in Südkorea: Nordkoreas Sportler haben die ihnen angebotenen Handys des südkoreanischen Herstellers nicht angenommen.

Ein offizieller Grund dafür sei nicht genannt worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Freitag. In Nordkorea ist der Internetzugang strikt reglementiert. Der Ablehnung durch die nordkoreanischen Sportler war ein Streit über die Telefone vorausgegangen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bietet allen Athleten, die an den Winterspielen teilnehmen, Smartphones des Herstellers und Sponsors Samsung an. Sie sind ausgestattet mit Apps zu den Spielen - etwa zu logistischen Angaben und zum Zeitplan der Wettkämpfe.

Keine Geschenke an sanktionierte Staaten

Angeboten werden die Telefone vom IOC, nicht von Samsung. Das IOC hatte am Mittwoch zunächst mitgeteilt, dass es iranischen und nordkoreanischen Sportlern die Smartphones nicht aushändigen könne, da beide Länder mit internationalen Sanktionen belegt seien. Da das fragliche Handy Galaxy Note 8 umgerechnet rund 750 Euro kostet, könne es zu den sanktionierten Luxusgütern gezählt werden. Irans Behörden protestierten heftig und drohten Samsung mit Folgen für den Handel. Daraufhin willigte das IOC ein, die Smartphones auch an die Sportler der beiden Nationen auszuhändigen – machte aber für Nordkorea die Einschränkung, dass sie die Telefone nach dem Ende der Olympischen Spiele zurückgeben müssen.

Nordkorea verzichtet auf Angebot

Nordkorea lehnte laut Yonhap nun allerdings ganz ab. Ein IOC-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Das Land hat 22 Sportler zu den Olympischen Spielen geschickt, begleitet von Trainern und anderem Personal. Samsung betonte, mit den Entscheidungen rund um die Handys nichts zu tun zu haben. Der Konzern ist der weltweit größte Smartphone-Hersteller und steuert allein ein Fünftel zur Wirtschaftsleistung von Südkorea bei.Nordkorea hatte erst vor wenigen Wochen seine Beteiligung an den Winterspielen bekannt gegeben. Der gemeinsame Stadioneinlauf der Athleten von Nord- und Südkorea gilt als Symbol der Annäherung zwischen den seit Jahrzehnten verfeindeten Nachbarn.