Fußball-Talks unter der Lupe: 100% Bundesliga Wie viel Wirkung zeigt der Trainerwechsel beim HSV?

Von Daniel Bressler

Bringt der neue Trainer Bernd Hollerbach den Hamburger SV wieder auf Kurs? Das diskutierte die Expertenrunde bei 100% Bundesliga auf Nitro. Foto: WittersBringt der neue Trainer Bernd Hollerbach den Hamburger SV wieder auf Kurs? Das diskutierte die Expertenrunde bei 100% Bundesliga auf Nitro. Foto: Witters

Osnabrück. Zwei Punkte aus zwei Spielen lautet die Bilanz des Hamburger SV unter Bernd Hollerbach – eine Ausbeute, mit der der „Bundesliga-Dino“ im Tabellenkeller auf der Stelle bleibt. Bei „100% Bundesliga“ auf Nitro wurde am Montag die Wirkung des Trainerwechsels beim HSV analysiert.

Was letzte Woche bei RB Leipzig als Erfolg bewertet wurde, sorgte am Sonntagabend nach der Partie gegen Hannover 96 für Ernüchterung: Nach dem zweiten 1:1 in Folge blieb der HSV zwar unter Neu-Trainer Hollerbach ungeschlagen, zeigte fußballerisch jedoch abermals Magerkost. So war der Beitrag über die Hamburger bei „100% Bundesliga“ nicht schonungslos. Spielerische Mittel seien nicht vorhanden, doch wenigstens das Glück sei noch da, zumal die letzten beiden Tore des HSV aus Abseitspositionen erzielt worden seien.

Note „Gut“ für Mentalität und Trainer

Schonungslos ging auch Experte Freund nicht mit dem HSV um, als er im Anschluss Noten für die Abstiegskandidaten für die Bereiche Mentalität, Spielstärke, Trainer und Umfeld vergab. Letzteres bewertete Freund mit der Note 6: „Eine sportliche Achse, die den Verein nach vorne bringen kann, die gibt es gar nicht. Außerdem sind es zu viele Leute, die entscheiden, was der Putschversuch gegen Heribert Bruchhagen und Jens Todt zeigt.“ Die Note 4 vergab Freund für die Spielstärke.

„Gut“ hingegen stufte er „Mentalität“ und „Trainer“ ein. Hollerbach habe enorm viel Erfahrung als Spieler gesammelt, die er jetzt einbringen kann. „Seine Handschrift ist schon zu erkennen. Die Laufleistung stimmt – das, was Hollerbach fordert.“ Aus diesem Grund sieht Freund den HSV am Ende der Saison vor Mannschaften wie Köln, Mainz oder Stuttgart auf einem Nicht-Abstiegsplatz.

„Entzauberter Wunderknabe“ Nagelsmann?

Seit fünf Spielen ist die TSG 1899 Hoffenheim nun sieglos. Tabellenplatz neun bedeutet Mittelmaß in der Liga. Zudem stehen Gerüchte im Raum, dass Trainer Julian Nagelsmann ein zerrüttetes Verhältnis zu seinen Spielern habe. „Das sind wichtige Erfahrungen, die Nagelsmann hier sammelt, wenn es auch mal nicht so gut läuft“, erklärte Freund. Dass der „Wunderknabe Nagelsmann“ entzaubert sei, hält der ehemalige Profi aber für übertrieben.

Auch zu den Diskussionen, dass Nagelsmann auf Jupp Heynckes als Trainer beim FC Bayern folgen könnte, bezog Freund eine klare Position: „Ich glaube, dass das noch zu früh kommt. Er sollte sich zunächst einmal bei Traditionsmannschaften wie Dortmund, Schalke, Leverkusen oder Gladbach etablieren.“