154 deutsche Sportler am Start Fit für Olympia: Die wichtigsten Fragen zu Pyeongchang 2018

Von dpa

2900 Sportler, ein Gesamtbudget in Höhe von 10,17 Millionen Euro und 102 Entscheidungen: Am Freitag, 9. Februar 2018, beginnen die olympischen Winterspiele in Südkorea. Foto: dpa2900 Sportler, ein Gesamtbudget in Höhe von 10,17 Millionen Euro und 102 Entscheidungen: Am Freitag, 9. Februar 2018, beginnen die olympischen Winterspiele in Südkorea. Foto: dpa

Pyeonchang. 2900 Sportler, ein Gesamtbudget in Höhe von 10,17 Millionen Euro und 102 Entscheidungen: Sieben Jahre nach dem Wahlsieg gegen Mitbewerber München begrüßt Pyeongchang die besten Sportler der Welt auf Eis und Schnee zu den 23. Olympischen Winterspielen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu dem sportlichen Großereignis.

Wo liegen eigentlich Pyeongchang und die Wettkampfstätten? Pyeongchang liegt in der nordöstlichen Provinz Gangwon, die an Nordkorea grenzt. Der Ort Pyeongchang dient nur als Namensgeber für die Spiele. Die Wettbewerbe finden in der umliegenden Bergregion und in der Küstenstadt Gangneung statt. Etwas mehr als einen Kilometer vom Strand entfernt liegt der Olympia-Park in Gangneung mit den Arenen für Eishockey, Eisschnelllauf und Shorttrack, Eiskunstlauf und Curling. Etwa eine halbe Autostunde entfernt liegt das Dorf Alpensia mit Ski-Stadion, Sprungschanzen, Biathlon-Arena und Eisbahn. Die Ski-Pisten sind etwa 40 Minuten von Alpensia entfernt. Im ebenfalls westlich von Alpensia gelegenen Phönix-Schneepark werden die Wettkämpfe im Snowboard und Ski-Freestyle durchgeführt.

Ist Pyeongchang fit für die Spiele und das Wetter winterlich? Auch wenn Südkorea bislang kaum als Wintersport-Nation aufgefallen ist, wirkt der Olympia-Gastgeber gut vorbereitet. Die Wettkampfstätten und die notwendige Infrastruktur waren, anders als bei einigen früheren Spielen, rechtzeitig fertig. Bei satten Minusgraden auch im Küstenort Gangneung und vor allem in den Bergen sind die Bedingungen deutlich passender als zuletzt im russischen Sotschi, als am Schwarzen Meer teils frühlingshafte Temperaturen einige schon zum Baden einluden. Auch um die Schneelage muss man sich in den Bergen von Pyeongchang keine großen Sorgen machen. (Lesen Sie auch: Deutsche Athleten beziehen Quartier)

Was lässt sich Südkorea die Winterspiele kosten? Das Gesamtbudget liegt bei etwa 10,17 Milliarden Euro. Eingerechnet sind die operativen Kosten für die Spiele und die Ausgaben für Infrastrukturmaßnahmen. Sechs der zwölf Wettkampfstätten wurden neu gebaut. Um die Zuschauer schneller zu den Arenen zu bringen, wurde eine Trasse für einen Hochgeschwindigkeitszug vom Flughafen von Seoul bis nach Gangneung gebaut.

Wie viele Teilnehmer sind am Start? Mehr als 2900 Wintersportler aus 92 Nationen sind dabei, so viele wie nie zuvor. Die größte Delegation kommt aus den USA, die 242 Athleten ins Rennen um die Medaillen schicken. Die deutschen Farben werden von 154 Sportlern vertreten, hinzu kommen 180 Betreuer. Gastgeber Südkorea hat 144 Teilnehmer gemeldet. Aus Nordkorea gehen 22 Athleten an den Start. Erstmals bei Winterspielen dabei sind Sportler aus Ecuador, Eritrea, Nigeria, Malaysia, Singapur und dem Kosovo. (Lesen Sie auch: Diese niedersächsischen Sportler fahren zu Olympia)

Warum müssen Russlands Sportler unter neutraler Flagge starten? Das ist die vom IOC verhängte Strafe für den Skandal um den organisierten Sportbetrug der Russen, der bei den Heimspielen von Sotschi 2014 offenbar seinen Höhepunkt erreichte. Wegen des danach enthüllten Dopingskandals sperrte das IOC das Nationale Olympische Komitee Russlands. Allerdings dürfen viele russische Einzelsportler trotzdem in Pyeongchang teilnehmen – unter neutraler Flagge und ohne eigene Hymne als „Olympische Athleten aus Russland“ (OAR).

Um wie viele Medaillensätze geht es? Insgesamt fallen 102 Entscheidungen in 15 Sportarten, auch das ist ein Rekord. Vor vier Jahren in Sotschi ging es noch in 98 Wettkämpfen und Gold, Silber und Bronze. Neu im Programm sind vier Disziplinen: die Massenstarts der Eisschnellläufer bei Frauen und Männern, das Team-Event der Skirennfahrer, das Mixed im Curling und der Big-Air-Wettbewerb der Snowboarder. Der Parallel-Slalom der Snowboarder hingegen wurde gestrichen. Über das konkrete Programm entscheidet das IOC, im Rahmen von Reformen haben die Gastgeber dabei aber künftig ein Mitspracherecht. Mit der Aufnahme neuer Sportarten soll vor allem das jugendliche Publikum für Olympia gewonnen werden.

Was rechnet sich die deutsche Mannschaft aus? Nach der Enttäuschung von Sotschi, als es statt der angepeilten 30 Medaillen nur 19 Mal Edelmetall gab, soll es für das deutsche Team wieder aufwärts gehen. Gold-Kandidaten sind neben Schlittensportlern und Nordischen Kombinierern auch Biathletin Laura Dahlmeier, Skispringer Richard Freitag und Alpin-Ass Viktoria Rebensburg. (Lesen Sie auch: Olympia-Formcheck: Wie ist das deutsche Team gerüstet?)

Ist Olympia diesmal nur etwas für Nachteulen und Frühaufsteher? Vor allem die Fans der alpinen Skirennfahrer, von Snowboard und Freestyle werden auf Nachtschlaf verzichten müssen. Die meisten Entscheidungen fallen wegen der Zeitverschiebung von acht Stunden am frühen deutschen Morgen. Auch die deutschen Eishockey-Cracks flimmern öfter zur Nachtzeit über den Sender. Dagegen werden die Medaillen im Biathlon, im olympischen Eiskanal bei Rodeln, Bob und Skeleton sowie bei Skispringern, Langläufern und Kombinierern zu eher im Wintersport gewohnten TV-Zeiten am Vormittag und frühen Nachmittag vergeben.

Wo sind die Live-Bilder von Olympia zu sehen? Die Olympia-Rechte liegen jetzt bei der Eurosport-Mutter Discovery. Im Fernsehen laufen Bilder von allen Wettbewerben bei Eurosport sowie beim Spartensender TLC und beim Pay-TV-Kanal Eurosport 2. Dazu kommen bis zu 18 parallel laufende Internetstreams im Eurosport-Player. Nach einer späten Einigung für Sublizenzen sind aber auch ARD und ZDF weiter im Spiel und haben viele Entscheidungen live im Programm – bis auf Snowboard, Shorttrack, Eiskunstlauf und einige Eishockey-Partien.

Und wie heißt diesmal das Olympia-Maskottchen? „Soohorang“ ist ein weißer Tiger, der im koreanischen Volksglauben als heiliger Wächter gilt. Das koreanische Wort „Sooho“ bedeutet „Schutz“, die Tigerfigur soll daher die Athleten und Fans beschützen. „Rang“ ist unter anderem Teil des Wortes für Tiger, „Horangi“, sowie die letzte Silbe von „Jeongseon Arirang“, einem Volkslied aus der östlichen Provinz Gangwon, in der das Wintersportgebiet um Pyeongchang liegt.