Coach verteidigt „Nazischweine raus“-Ruf SV Babelsberg droht Ausschluss aus der Regionalliga

Von Sportredaktion

Die Babelsberger waren vom Nordostdeutschen Fußball-Verband wegen des Abbrennens von Pyrotechnik im Spiel gegen Energie Cottbus im April 2017 zu einer Geldstrafe in Höhe von 7000 Euro verurteilt worden, ließen die Zahlfrist aber verstreichen. Archivbild: Imago/Björn DrawsDie Babelsberger waren vom Nordostdeutschen Fußball-Verband wegen des Abbrennens von Pyrotechnik im Spiel gegen Energie Cottbus im April 2017 zu einer Geldstrafe in Höhe von 7000 Euro verurteilt worden, ließen die Zahlfrist aber verstreichen. Archivbild: Imago/Björn Draws

Potsdam. Dem SV Babelsberg 03 droht der Ausschluss aus der Regionalliga, weil er die Frist zur Zahlung einer Geldstrafe wegen Pyrotechnik verstreichen ließ. Der Babelsberg-Coach kritisiert den Verband und verteidigt den „Nazischweine raus“-Ruf eines Fans.

Der Dauerstreit zwischen Regionalligist SV Babelsberg 03 und dem Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) spitzt sich weiter zu. Der Club ließ die Frist zur Zahlung einer Geldstrafe am Wochenende verstreichen, wie er auf Anfrage mitteilte. Damit sind in der Causa um Pyrotechnik und „Nazischweine“-Rufe wieder die Gerichte am Zug, den Brandenburgern droht ein Ausschluss aus der vierten Liga.

Club will klagen

Für diesen Fall will der Club aus Potsdam abseits der Sportjustiz klagen. „Wir würden uns in diesem Falle sofort an ein ordentliches Gericht wenden“, sagte Vorstandschef Archibald Horlitz der „Welt“. „Wir sind bereit, alle Register zu ziehen.“

Die Brandenburger waren vom NOFV wegen des Abbrennens von Pyrotechnik im Spiel gegen Energie Cottbus im April 2017 zu einer Geldstrafe in Höhe von 7000 Euro verurteilt worden. Da der Club diese bis zur Nacht auf Samstag nicht zahlte, dürfte der NOFV voraussichtlich diese Woche einen Antrag ans Verbandsgericht stellen.

„Nazischweine raus“-Ruf

Der Verein beklagt vor allem, dass in der Urteilsbegründung auch aufgeführt wurde, dass ein Babelsberger Fan „Nazischweine raus“, gerufen habe. Im Gästeblock der Cottbusser sollen zuvor ein Hitlergruß und antisemitische Parolen gerufen worden sein. „Solange in der Urteilsbegründung des NOFV auch nur der leiseste Anschein erweckt wird, dass das sanktioniert wird, können wir das Urteil nicht akzeptieren“, sagte Horlitz. „Die Sanktion für das Abbrennen von Pyrotechnik nehmen wir hingegen hin.“

Cottbus musste wegen unsportlichen Verhaltens in mehreren Fällen 6000 Euro zahlen. Ein zweites Urteil wegen „rechtsradikaler und antisemitischer Verfehlungen“ mit einer Strafzahlung von 5000 Euro wurde nach Energie-Berufung aber aufgehoben. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bunds hatte daraufhin Revision eingelegt.

Babelsberg-Trainer kritisiert Verband

Mit deutlichen Aussagen kritisierte Babelsbergs Trainer Almedin Civa die Strafe gegen seinen Club und den NOFV. „Ich schäme mich aus meinem tiefsten Herzen mit solchen Menschen Kontakt haben zu müssen“, sagte der Coach nach dem 4:0-Sieg über Chemie Leipzig. „Vielleicht sollten wir konsequent sein und sagen: wir machen das von alleine und gehen in die Oberliga, vielleicht ist das ein Zeichen. Aber ich glaube, dann wird nur sieben Tage darüber geredet und dann ist wieder gut.“ Dass bei einem Fußballspiel der Hitlergruß gezeigt werde, sei „eine Beleidigung der Geschichte, eine Beleidigung der Menschen, die damals gestorben sind“, betonte Civa.