Golombeks Vorfreude aufs Wiedersehen SF-Lotte-Trainer : In Magdeburg geht die Post ab

Von Christian Detloff

Im November 2000 im Magdeburger Trikot: Andreas Golombek (links, im Duell mit seinem Gegenspieler Thomas Strunz) damals besiegte den großen Favoriten Bayern München im DFB-Pokal. Foto: imago/WolfIm November 2000 im Magdeburger Trikot: Andreas Golombek (links, im Duell mit seinem Gegenspieler Thomas Strunz) damals besiegte den großen Favoriten Bayern München im DFB-Pokal. Foto: imago/Wolf

Lotte. Fußball-Drittligist Sportfreunde Lotte erbeutete aus den letzten fünf Spielen nur einen Sieg. Beim formstarken Tabellenzweiten 1. FC Magdeburg wäre am Freitag ab 19 Uhr bereits ein Unentschieden ein Erfolg.

Wie sieht es bei den Sportfreunden aus? Bei nur drei Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz sind die Sportfreunde vor den abschließenden anspruchsvollen Spielen des Jahres in Magdeburg und Rostock als Außenseiter nicht frei von Erfolgsdruck. In beiden Duellen mit den Sachsen-Anhaltinern der Vorsaison setzte es Niederlagen (1:3/0:2).

Sind personelle und taktische Änderungen zu erwarten? Tim Wendel und Moritz Heyer kehren nach ihrer Gelbsperre zurück in den 18er Kader. Wendel ist ein klarer Kandidat für die Startelfin Magdeburg, er dürfte Joshua Putze als Abräumer ersetzen. Stellt SFL-Trainer Andreas Golombek wieder so offensiv auf wie gegen Preußen Münster (0:0) hätte er im vorderen Mittelfeld die Wahl zwischen dem zuletzt starken Luka Tankulic und Kevin Pires-Rodrigues, der in der zweiten Halbzeit gegen Münster sein Comeback feierte. Falls der Trainer in Magdeburg etwas mehr auf Defensive setzt als zuletzt, dürfte Heyer im Mittelfeld zum Zug kommen.

Wie euphorisiert sind die Magdeburger? Die Fans sehr, der Club bemüht sich indes trotz der starken Ausbeute von 40 Punkten sowie acht Zählern Vorsprung auf Tabellenplatz vier auffällig um Bodenhaftung. Dabei wäre der Club, der in den neun bisherigen Heimspielen sieben Mal siegte und nur ein Mal verlor, mit einem Sieg über Lotte zumindest für eine Nacht Tabellenführer. „Wir wollen uns in den verbleibenden zwei Spielen ordentlich Winterspeck in Form von Punkten anfuttern“, sagt Stürmer Christian Beck, zuletzt Doppeltorschütze beim 3:2 in Chemnitz. In der ersten Halbzeit dieses Spiels sah Trainer Jens Härtel „das Beste, was wir in dieser Saison gezeigt haben.“ Der Coach monierte aber auch: „Nach hinten waren wir zu wacklig.“ Der FCM muss weiterhin auf den rotgesperrten Ex-Lotter Philip Türpitz (mit 6 Treffern bester FCM-Schütze) verzichten.

Was erwartet Golombek von seiner Elf? „Wir müssen mindestens 100 Prozent geben“, fordert der Trainer, der in diesem Jahr mehrere Spiele in Magdeburg vor Ort war. „In Magdeburg wird der Fußball gelebt. Die Fans stehen wie eine eins hinter ihrem Verein. Da geht die Post ab“, weiß er: „Man muss daran glauben, dass man da was holen kann.“ Besonderen Respekt hat Golombek vor Christian Beck, der zwei seiner bislang vier Saisontreffer zuletzt in Chemnitz erzielte: „Er ist ein guter Stürmer, den man nicht nur an Toren messen muss. Er ist fleißig und tut was fürs Team, auch als er nicht getroffen hat“, sagt er: „Wenn der Ball dann aber irgendwo runterfällt, macht er ihn rein.“

Hier geht es am Freitagabend zum Liveticker des Duells 1. FC Magdeburg gegen SF Lotte >>

Wer muss sich vor einer Gelbsperre hüten? Bei den Sportfreunden haben Putze und Kevin Freiberger jeweils vier Gelbe Karten auf dem Konto, bei Magdeburg nur Christopher Handtke.

Ist sonst noch was? Golombek hat von 1999 bis 2002 in Magdeburg gespielt. Er kennt noch viele Leute dort. „Das war eine geile Zeit“, sagt er und und freut sich auf das Wiedersehen. Der SFL-Trainer war in der Saison 2000/2001 am Magdeburger Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale beteiligt. Beim 5:2 über den 1. FC Köln (1. Runde) war er ebenso dabei wie beim 4:2 gegen Bayern München (2. Runde) als Schütze im Elfmeterschießen gegen Oliver Kahn und mit Thomas Strunz als Gegenspieler. Im Achtelfinale beim 5:3 nach Verlängerung gegen den Karlsruher SC sah er in der 120. Minute Gelbrot und war somit beim 0:1 gegen den FC Schalke 04 gesperrt.

Und wie geht es aus? Lotte hält stark dagegen, schnuppert an einem Punkt, unterliegt aber letztlich mit 1:2.


3. Liga: 1. FC Magdeburg - Sportfreunde Lotte (Freitag, 19 Uhr/19. Spieltag)

So könnten Sie spielen:

Magdeburg: 1 Glinker – 3 Handke, 37 Weil, 14 Schäfer – 16 Butzen, 13 Erdmann, 6 Rother, 10 Hammann – 21 Düker, 11 Beck, 19 Niemeyer.

Lotte:30 Fernandez – 2 Schulze, 4 Rossmann, 16 Straith, 23 Langlitz – 8 Dej, 9 Tankulic, 3 Wendel – 19 Freiberger, 18 Al Ghaddioui, 11 Oesterhelweg.

In SFL-Reserve: 33 Zummack (ETW), 5 Rahn, 22 Hohnstedt, 28 Putze, 20 Pires-Rodrigues, 15 Heyer, 10 Rosinger.

Bei Lotte fehlen: Haitz (Hüftgelenk), Neidhart (Kahnbeinbruch), Gorschlüter (Hüftblockade), Piossek (Achillessehnenriss), Lindner (Innenbandriss im Knie), Hober (Rückstand), Buchholz, Atalan, Brock, Acquistapace, Wegner (alle nicht im Kader).

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach) pfiff SFL bislang zweimal. Beide Male siegte der Gastgeber.

Zuschauer: Rund 20000 werden erwartet, davon rund 50 aus Lotte.

Liveticker: Liveticker auf noz.de/sfl. – Livestream: Auf telekom-sport.de (für Abo-Kunden).

Nächstes Spiel: Am Samstag (16. Dezember, 14 Uhr) bei Hansa Rostock.