Bestandsaufnahme und Zukunftsblick Wo stehen die Sportfreunde Lotte nach dem Derby?

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Begeisterung: Im Nachbarschaftsduell empfingen die Sportfreunde Lotte den VfL Osnabrück. Foto: Michael GründelBegeisterung: Im Nachbarschaftsduell empfingen die Sportfreunde Lotte den VfL Osnabrück. Foto: Michael Gründel

Lotte. Nach dem 0:0 im attraktiven Derbyheimspiel gegen den VfL Osnabrück herrschte im Lotter Lager berechtigte Zufriedenheit. Doch was bedeutet dieses Ergebnis für die Situation der Sportfreunde Lotte? Ein näherer Blick auf den unerwartet starken Aufsteiger.

Wie ist der Status Quo?

Rein rechnerisch ist der Lotter Klassenerhalt drei Punktspiele vor Schluss noch nicht sicher bei acht Punkten Vorsprung auf die U23 von Werder Bremen. Werder steht auf dem ersten Abstiegsplatz und zudem ist deren Tordifferenz (26:47 Treffer) deutlich schwächer als die der Lotter (42:41). Ein Horrorszenario für die Sportfreunde ist kaum noch vorstellbar.

 

Welche Ziele gibt es im Schlussspurt neben dem endgültigen Klassenerhalt?

Vorweg: Eines geriet während der Lotter Schwächephase zuletzt, die die Laune der Mannschaft und Anhänger beeinträchtigten, in den Hintergrund: In der ersten Drittliga-Saison nie in große Bredouille geraten zu sein und mit attraktivem Powerfußball bis zum 27. Spieltag zur (erweiterten) Spitzengruppe gehört zu haben, ist eine mehr als beachtliche Leistung des Neulings. In Verbindung mit dem Einzug in das DFB-Pokalviertelfinale ist sie sogar nahezu sensationell. 

Hier finden Sie unseren TV-Check zum Nachbarschaftsduell SF Lotte - VfL Osnabrück >>

Zum Abschluss dürfen sich die Sportfreunde noch auf reizvolle Aufgaben bei zwei Aufstiegskandidaten freuen (Duisburg, Magdeburg) und dazwischen auf das Heimspiel gegen Schlusslicht Mainz (U23). Bei aktuell drei Zählern Rückstand könnten die Lotter theoretisch sogar noch einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Doch ungleich wichtiger wäre ein Erfolg im Endspiel um den Westfalenpokals am 25. Mai beim SC Paderborn, der die erneute DFB-Pokal-Teilnahme bedeuten würde.

 

Welche Konsequenzen muss Lotte aus der längeren Schwächephase vor dem Derby für die Zukunft ziehen?

Zur Erinnerung: In den letzten zehn Punktspielen erbeutete Lotte mit lediglich drei Treffern (bei 14 Gegentoren) nur sechs Punkte. Der kleine Lotter Kader verkraftete die enorme Belastung von 16 Pflichtspielen in 57 Tagen einfach nicht – auch weil sich die zweite Reihe nur punktuell für weitere Einsätze aufdrängte und die dauerbelasteten Leistungsträger an Kraft und Konzentration verloren. In der nächsten Saison dürfte es mit einem neuen, beheizbaren Rasen allerdings zu weniger Absagen und englischen Wochen kommen.

Unsere Einzelkritik zu den Lotter Leistungen im Derby gegen den VfL >>

Dennoch muss das Aufgebot vor allem in der Breite an Qualität gewinnen, selbst wenn es zuletzt nur noch eines von sechs Pflichtspielen verlor. Zum Glück ereilte Lotte erst in den vergangenen beiden Monaten größeres Verletzungspech – ansonsten wäre diese unerwartet starke Saisonleistung kaum möglich gewesen. Es waren dabei die Leistungsträger aus der Aufstiegssaison in der Regionalliga West, die - geleitet von einem starken Coach - auch in der höheren Klasse die Mannschaft führten. Von den neun Zugängen erspielten sich im Ligabetrieb nur Phillipp Steinhart und Jaroslaw Lindner einen Stammplatz. Diese Ausbeute ist steigerungsfähig.

 

Wie könnte der kommende Kader aussehen?

Noch sind den Spekulationen Tür und Tor geöffnet. Soweit bekannt, stehen nur Nico Neidhart, Kevin Freiberger (mit Klausel) und der im Winter verpflichtete, dann lange verletzte Tobias Haitz (0 Einsätze) bislang für die kommende Saison in Lotte unter Vertrag. Die ersten Spieler haben erste Vertragsgespräche mit dem Verein geführt. Es ist gut möglich, dass die meisten Startplatz-Kandidaten bleiben. Dies steht allerdings noch in den Sternen. Auch die Zukunft von Trainer Ismail Atalan („In die 2. Liga oder weiter bei Lotte“) ist noch offen. Für die Fans steht in Sachen Kadergestaltung ein spannender Frühling und Sommer ins Haus, doch das sind sie von ihrem Klub auch nicht anders gewohnt.

 

Woran können die Sportfreunde hinsichtlich der kommenden Saison noch arbeiten?

Sportlich von einer weiteren Steigerung zu träumen, wäre vermessen. Auch in Sachen Einnahmen (Pokal & Sponsoring) hat Lotte immense Fortschritte gemacht. Darauf werden sich die Sportfreunde bestimmt nicht ausruhen, zumal der Millionengewinn im DFB-Pokal kaum zu wiederholen ist und Investitionen nicht nur kurzfristig in das Stadion, sondern mittelfristig auch in die weitere Infrastruktur (zum Beispiel Trainingsbedingungen) für eine günstige Drittligaperspektive nötig sind. Eine erneute gravierende Steigerung des Zuschauerschnitts in der Liga (derzeit 2186) ist ebenfalls nicht absehbar.

Die Lotter Spielerstimmen nach dem Nachbarschaftsduell mit den Lila-Weißen >>

Die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins wird derweil von vielen durchaus kritisch gesehen - nicht nur bezogen auf die Ticketvergabe vor den DFB-Pokalspielen oder zuletzt dem Derby. Wieder transparenter zu agieren, könnte ein wesentlicher Schlüssel sein, um das Image eines lebendigen und sympathisch-urigen Dorfvereins wieder nachhaltig zu vertiefen. Die Begeisterung, die am Samstag im attraktiven Nachbarschaftsduell auf Lotter Seite wieder voll entflammte, ist dafür  die passende Vorlage. „Macher“ Manfred Wilke, dem Vorsitzenden Hans-Ulrich Saatkamp und Trainer Ismail Atalan ist dies ja nicht nur vor und nach den DFB-Pokal-Spielen gut gelungen, sondern auch bereits rund um den Ausbau des Stadions mit enormer Eigenarbeit im vergangenen Sommer.

Alles über die Sportfreunde Lotte findet sich hier >>


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