Linksverteidiger von SF Lotte Neidhart: Reimerinks Tätlichkeit gehört sich nicht

Von Christian Detloff

Tief enttäuscht:  Nico Neidhart (r.), hier im Disput mit Christian Groß. Foto: osnapixTief enttäuscht: Nico Neidhart (r.), hier im Disput mit Christian Groß. Foto: osnapix

Osnabrück. Nico Neidhart war nicht nur mit seinem Offensivdrang der auffälligste Feldspieler des Fußball-Drittligisten Sportfreunde Lotte im Lokalschlager beim VfL Osnabrück. Der 22-Jährige äußert sich im Interview zur Niederlage, ihren Gründen und den Zwistigkeiten im beiderseits hart geführten Duell.

Herr Neidhart, wie bitter fühlt sich diese 0:3-Pleite an?

Wenn du dir so viel vornimmst wie wir und dann mit 0:3 auf den Sack kriegst, ist die Enttäuschung auch am Sonntag noch riesig und das ganze Wochenende versaut. Es ist bitter, wenn du dieses Spiel so verlierst. Zumal ich finde, dass wir in der ersten Halbzeit überlegen waren. In der zweiten Hälfte hat uns dann aber einiges gefehlt.

Im Gegensatz zum Lokalrivalen mangelte es den Sportfreunden schlichtweg an Torgefahr.

Osnabrück war einfach effizienter vor der Hütte. Es war nicht ganz so einfach für uns, uns durchzusetzen, aber wir hatten trotzdem unsere Chancen. Wir haben es nicht geschafft, uns im Strafraum entscheidend durchzusetzen. Das war unser Manko.

Zweimal schossen Sie auf das VfL-Gehäuse, getroffen haben Sie zum 0:3 nur ins eigene. Ihr erstes Eigentor?

Ja. Savran hatte den Ball an Fernandez vorbei gelegt. Ich versuche, noch zu retten, treffe den Ball aber dabei nicht voll. Er wäre aber auch so reingegangen.

Nach 53 Spielminuten hatte Sie ihr Gegenspieler Jules Reimerink am Ohr gezogen und an den Hals gepackt. Was war da los?

Ich weiß auch nicht, wieso er sich dazu hinreißen ließ. Das gehört sich einfach nicht. Reimerink muss vom Glück reden, dass der Schiedsrichter die Tätlichkeit nicht sah und ihm Rot zeigte. Spätestens sein Assistent hätte es sehen müssen. Ich habe mich nicht fallen lassen, weil ich eine solche Theatralik nicht mag.

Gut zehn Minuten später hatten Sie einen Disput mit Christian Groß.

Nach einem normalen Zweikampf gerieten wir kurz einander. Ich habe ihn leicht geschubst. Das waren aber aus meiner Sicht normale Derby-Emotionen. Wir beide kennen und verstehen uns gut. Nach dem Spiel haben wir uns die Hand gegeben – und alles war vergessen.

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