„Unfassbar geil, mir fehlen die Worte“ Pokalsensation durch SF Lotte: Elfmeter-Held Fernandez glücklich

Es ist vollbracht: Die Sportfreunde Lotte bejubeln den Pokalsieg gegen Leverkusen und ihren Torwart Benedikt Fernandez. Foto: dpaEs ist vollbracht: Die Sportfreunde Lotte bejubeln den Pokalsieg gegen Leverkusen und ihren Torwart Benedikt Fernandez. Foto: dpa

Lotte. Luka Tankulic strahlte um die Wette. Wenige Minuten zuvor hatte der Lotter Stürmer im Elfmeterschießen den entscheidenden Treffer erzielt und große Glückseligkeit im Frimo-Stadion ausgelöst. „In der vergangenen Woche habe ich im Training noch einen Elfer verschossen“, sagte er augenzwinkernd: „Heute wollte ich den Ball für meine Jungs unbedingt reinmachen“.

Elfmeterschießen hatten die Sportfreunde im Training nicht geübt. „Dazu war die Zeit nach dem Derbysieg über Münster zu kurz“, sagte Torwart Benedikt Fernandez, der die Elfmeter von Baumgartlinger und Volland parierte und somit mit Tankulic zum Matchwinner avancierte. „Dieser Sieg ist die besondere Pointe der Rückschau auf meine Leverkusener Zeit“, sagte der Keeper. Generell sei es nicht verkehrt gewesen, sich im Vorfeld nicht allzu sehr mit der 2. Runde und der Stärke des Gegners beschäftigt zu haben. (Weiterlesen: Liveticker vom Pokalcoup gegen Leverkusen).

Fernandez eigentlich kein Elfmeter-Killer

Fernandez galt nicht unbedingt als Elfmeter-Killer. „Kevin Freiberger schimpft immer, dass ich nie einen halten würde“, sagte der 31-Jährige grinsend. Das 2:2 durch Freiberger leitete Fernandez mit einem Abschlag ein – in einer Phase, in der Lotte in Unterzahl die Kräfte zu schwinden begannen. „Die Jungs um mich herum sagten: Mach bitte ruhig, lass uns in die Halbzeit der Verlängerung gehen.“ Letztlich werden die Mitspieler froh sein, dass sich ihr Rückhalt anders entschied... Nun wünscht sich Fernandez im Achtelfinale den HSV als Gegner. „Das wäre ein Wiedersehen mit meinem alten Leverkusener Weggefährten René Adler.“

Rahn: Unfassbar geil

„Unfassbar geil - mir fehlen die Worte“, sagte Matthias Rahn, der sich ärgerte, dass sein regulärer Kopfballtreffer aberkannt wurde: „Ich traf schon gegen Bremen. Es wäre zu schön gewesen.“ (Weiterlesen: Das sagt das Netz zum Lotte-Sieg gegen Bayer)

Die Frage nach dem Sieg: Party oder Couch?

„Wenn noch ein paar Jungs von uns losziehen wollen, habe ich nichts dagegen. Ich könnte mich angesichts der Anstrengung aber auch aufs Sofa legen“, erklärte Freiberger lächelnd. „Wer heute keinen Krampf hatte, hat auch nicht 120 Prozent geben“, sagte indes Gerrit Nauber schelmisch. Der Kapitän freute sich enorm, „dass wir nach beiden Rückständen zurückgekommen sind. Wir haben uns für unsere tolle Moral klasse belohnt. Wir haben heute wirklich alles rausgehauen. Und so ist es im Endeffekt zum Glück auch völlig egal, dass ich meinen Elfer verschossen habe.“


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