Rosinger: Haben uns teuer verkauft Stimmen zum Spiel SF Lotte gegen Bayer Leverkusen

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jon/det Lotte. Obwohl die Fußballer von Regionalligist Sportfreunde Lotte beim 0:3 (0:1) in der ersten DFB-Pokalrunde gegen Bayer 04 Leverkusen nach verhaltenem Beginn für eine drei Spielklassen tiefer angesiedelte Mannschaft überraschend gut dagegenhielten, überwog bei ihnen nach dem Schlusspfiff die Enttäuschung. Eine Stimmensammlung.

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Ismail Atalan, Trainer der Sportfreunde Lotte: „Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut gestanden. Leverkusen hatte nur anderthalb Torchancen, hat aber das Tor gemacht. In der zweiten Halbzeit war es ein offenes Spiel. Wir haben versucht zu kontern und ein paar gute Möglichkeiten gehabt. Insgesamt hatten wir zu viel Respekt – zum Beispiel Kevin Freiberger, als er frei vor Leno auftauchte.Ich glaube schon, dass sich der Schiedsrichter sich in zwei, drei Situationen hat beeinflussen lassen. Nachdem wir zu zehnt waren, hatte Leverkusen noch einige Möglichkeiten. Ich hätte mir gewünscht, dass wir das Spiel hätten noch spannender halten können. Gegen eine der besten Mannschaften Europas so gegenzuhalten und uns gute Möglichkeiten zu erarbeiten, ist aber schon eine Leistung, auf die wir stolz sein können.“

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Roger Schmidt, Trainer von Bayer Leverkusen: „Wir sind sehr froh, dass wir die erste Runde überstanden haben. Wir wussten, dass Lotte ein sehr schwer zu spielender Gegner ist. Der Platz war sehr stumpf, daran mussten wir uns gewöhnen. Es war kaum ein Kurzpass-Spiel möglich. Wir haben einige Fehler gemacht. In der zweiten Halbzeit waren wir souveräner. Wir haben das schon erwartet, dass Lotte sich nicht verstecken wird. Manchmal war der Einsatz schon ein bisschen übertrieben. Ich habe Verständnis dafür, dass der Gegner eine Sensation schaffen will. Aber in einigen Zweikämpfen hatte ich den Eindruck, dass es über ein sauberes Spiel hinausgeht.“

Benedikt Fernandez (Lotter Torwart mit Leverkusener Vergangenheit): „Wir haben uns als Mannschaft sehr auf dieses Spiel gefreut. Was die Ehren- und Hauptamtlichen des Vereins hier im Vorfeld geschuftet haben, ist aller Ehren wert. Gemessen an diesem Aufwand, sind wir zu verhalten und mit zu großem Respekt ins Spiel gegangen. Im Vergleich zum Sieg über Schalke II hat unserem Spiel oft die Präzision gefehlt. Als wir den Respekt ablegten, kam der tödliche Pass zum 0:1. Zur zweiten Halbzeit haben wir uns sehr gut eingestimmt, wir wollten vorne draufgehen. Man hat an meiner Reaktion gesehen, was ich vom Elfmeterpfiff vor dem 0:2 gehalten habe. Wir prallen aufeinander, aber ich bin überzeugt, dass er vorher den Ball an meinen Fuß gespitzelt hat. Ich würde sagen, dass der Strafstoß eine Kann-Entscheidung war. Auch bei der Aktion von Tim Gorschlüter muss man nicht zwingend Elfmeter und Rot geben. Was mich richtig stört, ist, dass wir kein Tor gemacht haben. Ich hätte gerne einen Jubel mit den 5500 Zuschauern erlebt. Das war der einzige richtige Wermutstropfen, der bleibt. Für mich war das Wiedersehen der Bekannten im Bayer-Team ein emotional großes Erlebnis. Schade, dass der Pokaltag jetzt vorbei ist.“

Robert Hilbert, Rechtsverteidiger von Bayer Leverkusen: „Wenn man 3:0 siegt, kann man von einem Auftakt nach Maß sprechen. Wir haben das Spiel 90 Minuten lang kontrolliert und verdient gewonnen. Bei allem Respekt vor dem Gegner: Lotte darf nicht der Maßstab für unsere Ansprüche sein. Wir hätten den ein oder anderen Lotter Kontern nicht zulassen dürfen.“

Tim Gorschlüter, Lotter Mittelfeldabräumer, der die Rote Karte gesehen hat: „Ich habe Kruse schon gehalten. Ich dachte aber, der Schiedsrichter lässt weiterspielen, weil es nicht so schlimm war. Wir hatten uns was ausgerechnet. Deswegen ist die Enttäuschung vorhanden. Man hat ja gesehen, dass es kein himmelweiter Unterschied war zwischen den Leistungen eines Regionalligisten und eines Bundesligisten. Es war ein ordentlicher Auftritt von uns. Mit etwas mehr Mut und dem letzten Entschluss wäre vielleicht mehr drin gewesen. Dass dieses Spiel Auswirkungen auf die Ligaspiele hat, glaube ich nicht. Das sind zwei Paar Schuhe. Wir haben auch beim 2:0 gegen Schalke gezeigt, dass wir gut drauf sind.“

Bernd Rosinger (eingewechselter Lotter Offensivspieler): „Wenn man verliert, ist man nie zufrieden. Dennoch: Wir haben uns gegen einen Bundesligisten teuer verkauft. In den entscheidenden Situationen waren wir nicht konsequent genug. Wir waren überrascht, dass Bayer fast nur lang auf Kießling gespielt hat. Vielleicht kamen die mit unserem offensiven Pressing nicht zurecht. Mit dem Zuschauerzuspruch können wir zufrieden sein. Wann kommen schon mal so viele Besucher ins Stadion? Das war auf jeden Fall eine Werbung für unseren Fußball.“

Nico Granatowski (Rechtsaußen der Sportfreunde): „Eigentlich wollten wir ein so frühes Gegentor unbedingt vermeiden. Danach waren wir bis zur Pause gut im Spiel. Wir hätten ein Tor verdient gehabt. Kämpferisch und läuferisch dürfen wir sehr zufrieden sein. Der Unterschied zwischen Leverkusen und uns lag halt in der Effektivität. Dass wir nach dem 0:2 aufmachen müssen, spielt Bayer natürlich voll in die Karten.“

Tim Wendel (Lotter Mittelfeldspieler): „Leider ist uns heute keine Überraschung gelungen. Dazu hat uns ein bisschen mehr Mut und auch das Quäntchen Glück gefehlt. Dennoch haben wir Werbung für uns gemacht. Vielleicht kommen ja jetzt mehr Zuschauer zu unseren Heimspielen. Wir haben alles versucht, um voll ins Spiel reinzufinden. Der Elfer zum 0:2 hat uns ein bisschen das Genick gebrochen. Insgesamt haben wir uns aber gut verkauft. Doch jetzt überwiegt erstmal die Enttäuschung, eine Sensation verpasst zu haben.“

Daniel Latkowski (Linksverteidiger der Gastgeber): „Die ersten zehn Minuten haben wir ein bisschen tief gestanden. Wir waren hinten sicher, doch dann macht Leverkusen mit der ersten Chance das 1:0. Wir hatten zu viel Respekt. Insgesamt hatte ich mir mehr vorgenommen. Man muss aber auch die Klasse, Ruhe und Konsequenz des Gegners anerkennen.“


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