Start für den Bundesligisten SF Lotte will die Sensation gegen Bayer Leverkusen

Von Michael Jonas


Lotte. Die Sportfreunde Lotte stehen vor dem größten Spiel ihrer Vereinsgeschichte. Am Samstag empfängt der Regionalligist den Bundesligisten Bayer Leverkusen im DFB-Pokal. Trainer Ismail Atalan geht cool an diese Aufgabe heran und will sich und seinem Team zumindest die Möglichkeit für eine Sensation erarbeiten.

Total cool sieht Regionalligist Sportfreunde Lotte dem Pokalknaller gegen Bayer Leverkusen am Samstag (15.30 Uhr) entgegen. „Meine Spieler freuen sich darauf. Eins ist klar: Wir stellen uns nicht auf den Rasen und hoffen, dass wir nur 0:1 verlieren. Verlieren ist nie schwer. Wir wollen mitspielen und uns die Möglichkeit einer Sensation erarbeiten“, sagt Lottes Trainer Ismail Atalan.

Drei Profis mit Bundesligaerfahrung

Mit Gerrit Nauber, Alexander Hettich und Torwart Benedikt Fernandez stehen drei Spieler im Lotter Kader, die in Leverkusen gespielt und im Fall Fernandez dort auch Bundesligaluft geschnuppert haben. Fernandez spielte elf Jahre bei Bayer – von 2000 bis 2011, davon fünf Jahre im Profikader. „Ich durfte sechsmal in der Bundesliga spielen. Das war eine prägende Zeit meiner Karriere, meines Lebens“, sagt der 30-Jährige im NOZ-Sporttalk auf os1.tv, den Sportredakteur Michael Jonas mit dem Keeper und Lottes Trainer Ismail Atalan führte.

Gerrit Naubers Zeit bei Leverkusen

Der gebürtige Bonner Fernandez erinnert sich genau an seinen ersten Erstliga-Einsatz. Es war der 10. Februar 2007, als Hans Jörg Butt gegen Eintracht Frankfurt nach einer halben Stunde die Rote Karte sah. „Es gab gleich einen Freistoß von der Strafraumgrenze für Frankfurt. Bernd Schneider hat mir einen Klaps auf den Hinterkopf gegeben, damit ich auch wach bin. Das erste Spiel ist immer prägend“, sagt Fernandez, der bei seinen weiteren fünf Bundesligaeinsätzen von Beginn an spielte. Sein internationales Debüt feierte er im Uefa-Pokal beim FC Zürich und kam auch gegen Galatasaray Istanbul zum Einsatz. „Wir haben 5:0 und 5:1 gewonnen. Eine bombastische Bilanz“, lacht der Keeper.

Für Fernandez ist das Spiel gegen Leverkusen verbunden mit einer kleinen Reise in die Vergangenheit. Die Gegenwart macht ihm keine Angst. „Leverkusen ist nicht unverwundbar. Das eine oder andere kleine Beinchen möchte ich denen schon stellen. Das wäre schön.“

Der Trainer ist selbstbewusst

Wie Lottes Coach Atalan sieht auch Fernandez eine Chance darin, dass Bayer die Sportfreunde unterschätzt. „Das ist der Punkt, wo wir ansetzen müssen. Leverkusen ist noch nicht in die Saison gestartet. Das Spiel gegen uns kann noch so einen leichten Vorbereitungscharakter haben. Sie sind noch nicht voll im Saft, und vielleicht sind auch einige Spieler nicht mit der hundertprozentigen Konzentration dabei. Wenn wir gut stören, vielleicht auch mal ein Zeichen setzen und die durch ein frühes Tor einfach mal schocken, dann kann sich unsere kleine Chance minimal erhöhen“, meint der Keeper.

Der 35-jährige Lotter Trainer gibt sich sehr selbstbewusst vor dem Spiel des Jahres. „Leverkusen freut sich mehr auf den Abpfiff als wir auf den Anpfiff. Angst haben wir auf keinen Fall. Und mit Respekt ist das auch so eine Sache. Klar haben wir Respekt vor dem, was Bayer geschafft hat. Aber nicht in dem Sinne, dass wir sagen, der Christoph Kramer ist Weltmeister, den lassen wir jetzt durchgehen“, sieht Atalan keinen Grund, kleine Brötchen zu backen.

Der DFB nimmt es ganz genau

Die Stimmung in der Mannschaft sei gut. „Alle sind fokussiert und konzentriert auf das Spiel. Aber das waren sie auch vor dem Spiel gegen Schalke“, hebt der Coach die gute Trainingsarbeit der Mannschaft hervor.

Das Regionalliga-Auftaktspiel gewann Lotte mit einer guten Leistung gegen die U23 von Schalke 04 mit 2:0. Eine gute Vorstellung wollen die Sportfreunde auch gegen Favorit Leverkusen bieten. „Wir wollen die Zuschauer auf unsere Seite ziehen und zeigen, dass es kein Zufall ist, dass wir attraktiven Fußball spielen“, sagt Atalan.