Strenger Ablaufplan zum Leverkusen-Duell Minutengenaue DFB-Vorgaben an SF Lotte

Von Christian Detloff

Im DFB-Grün werden die Banden im Lotter Stadion verkleidet. Foto: Manfred MrugallaIm DFB-Grün werden die Banden im Lotter Stadion verkleidet. Foto: Manfred Mrugalla

Lotte. Sechs Jahren nach dem 0:1 gegen den damaligen Bundesligisten VfL Bochum tritt Fußball-Regionalligist Sportfreunde Lotte an diesem Samstag (15.30 Uhr, Sportpark Am Lotter Kreuz) wieder im DFB-Pokal an. „Die Durchführungsbestimmungen des DFB sind mittlerweile wesentlich dezidierter“, sagt der Lotter Medienbeauftragte Alfons Manikowski, der mit Schatzmeister Bernd Teepe am DFB-Pokal-Workshop in Frankfurt/Main teilnahm.

Werbung: Ob Banden, die große Werbewand oder sonstige Flächen wie die Einwechseltafeln: Der DFB-Bandenvermarkter Infront hat begonnen, sämtliche Werbung im Stadion im DFB-Grün zu neutralisieren. „Die Club-Verantwortlichen wurden darauf hingewiesen, dass noch nicht einmal auf dem Kugelschreiber in der Hemdtasche Werbung platziert sein darf“, so Manikowski. Auf den Lotter Trikots ist ausnahmsweise auf dem einen Ärmel das Logo des DFB-Pokalsponsors VW platziert und auf der anderen Seite das DFB-Logo.

Medien: Wegen des hohen Journalistenaufkommens (TV, Presse, Radio) werden zusätzliche ISDN-Leitungen eingerichtet. Die Lotter bauen ein Pressezelt hinter der West-Tribüne auf und sorgen für eine Mixed-Zone (Interviewbereich) nahe dem Kabinentrakt. Die Ersatzspieler werden angewiesen, sich nicht an den Stellen hinter den Toren warmzulaufen, an denen Bodenkameras installiert werden.

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Der Rasen: Der DFB schreibt den Gastgebern eine Höhe der Halme von maximal 30 Millimetern vor.

Eintrittspreise: Die Clubs mussten sich im Vorfeld auf deren Höhe einigen. So kam es, dass eine Sitzplatzkarte 30 Euro kostet – und nicht 14 wie im Ligabetrieb. „Leverkusen wäre ein noch höherer Preis lieber gewesen“, so Manikowski. 1650 Tickets gingen ins Rheinland. Die letzten 200 Stehplatzkarten für die SFL-Fans werden derweil am Donnerstag ab 10 Uhr in der Geschäftsstelle verkauft.

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Die Tribünen: Für den Gäste-Stehplatzbereich haben die Sportfreunde 1300 statt der zugelassenen 1500 Tickets nach Leverkusen geschickt. „Wir wollen uns nicht nachsagen lassen, dass es dort zu eng war“, sagt Manikowski. Der Gastgeber wandelt für ein Spiel den Mittelblock der Südtribüne – eigentlich ein Stehplatzbereich – in einen Gäste-Sitzplatzbereich um, sodass hier 350 statt ansonsten 800 Fans Eintritt haben. Die eigentliche Stadionkapazität beträgt 7500 Zuschauer. Am Samstag werden wohl mindestens 1000 weniger Platz finden.

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Sicherheit: Aufgrund der am Samstag vergleichsweise strengeren Sicherheitskontrollen an den Eingängen empfiehlt Lotte den Fans, frühzeitig am Stadion zu sein. Dieses wird zwei Stunden vor Spielbeginn geöffnet. Parkplätze sind knapp. Lotte holt die 200 bahnreisende Bayer-Fans übrigens mit sechs Shuttle-Bussen vom Lengericher Bahnhof ab.

Ablaufplan: Der Verband hat einen „DFB-Countdown“ an beide Vereine verschickt. Dieser zeigt beispielsweise minutengenau auf, wann die Mannschaften und Schiedsrichter im Stadion anzukommen haben, wann die Eingabe der Spielberichtsdaten zu erfolgen hat und wann das Aufwärmtraining beginnt und endet. „Sechs Minuten vor Spielbeginn versammeln sich die Teams im Spielertunnel, zwei Minuten später erfolgt der Einlauf“, nennt Manikowski weitere Beispiele.