0:0 gegen das Tabellenschlusslicht SF Lotte: Viele Chancen, aber kein Tor gegen Hennef


Lotte. Die Sportfreunde Lotte tun sich weiter schwer in dieser Saison in der Regionalliga West. Am Samstag holte das Team gegen den FC Hennef nur einen Punkt. Nach dem 0:0 gegen das Tabellenschlusslicht vor 434 Zuschauern tritt das Team von Interimstrainer Henning Grieneisen weiter auf der Stelle. Dank des einen Punktes klettert Lotte zwar auf Rang elf, doch ein größerer Sprung gelang wieder nicht.

Von Susanne Fetter und Christian Detloff

Lotte bestimmte gegen den Tabellenletzten Hennef zwar von Beginn an die Partie, doch Zählbares kam nicht heraus – zu eklatant war teilweise die Abschlussschwäche. „Wir haben erneut Probleme damit gehabt, unsere Chancen zu nutzen“, sagte Grieneisen und gestand: „Viel mehr Chancen als wir in der ersten Halbzeit kann man sich kaum erspielen. Aber wir müssen auch mal eine davon reinmachen.“ Die ersten beiden guten Möglichkeiten hatte der zuletzt beim 4:0-Sieg im Pokal in Vreden nach einer Grippe geschonte Jesse Weißenfels. Diesmal agierte der Stürmer von Beginn an neben Bernd Rosinger in der Spitze. Im 4-4-2-System wollten die Lotter gegen Hennef, das mit 37 Gegentreffern bisher mit Abstand die meisten Tore in der Regionalliga West kassiert hat, Druck machen.

Ausgeruht und voller Tatendrang zog Weißenfels in der 8. Minute von der linken Strafraumseite in die Mitte und ließ zwei seiner Gegenspieler schön stehen. Der Abschluss aber misslang: Weißenfels setzte den Ball an die Latte. Zwei Minuten später hatte er die nächste gute Chance. Rosinger war aufmerksam und fing im Mittelfeld einen der vielen schwachen Abschläge von Hennefs Schlussmann René Monjeamb ab. Schnell passte er den Ball zu Deniz Cicek, der gut schaltete und schön zu Weißenfels weiterlegte. Doch Lottes Stürmer machte einen Haken zuviel und verlor zu viel Tempo. Seinen Schuss konnte Monjeamb, der auf der Linie deutlich besser agierte als mit dem Fuß, locker parieren.

Glück für Rahn

In der 16. Minute landete der Ball nach einem Kopfball von Matthias Rahn, der den gelb-gesperrten Gerrit Nauber in der Innenverteidigung vertrat, im Tor. Doch Rahn hatte Hennefs Schlussmann gleich mit in den Kasten bugsiert. Lottes Innenverteidiger hatte Glück, dass es der Schiedsrichter bei einer Ermahnung beließ.

Die Sportfreunde drückten vor nur äußerst spärlich besetzten Rängen und niedrigen Temperaturen weiter. Pires-Rodrigues (20. Minute) setzte einen Schuss von der rechten Seite knapp über das Tor. Kurz drauf versuchten sich gleich mehrere Lotter in Folge am Abschluss: Mark Zeh durfte als letzter ran, doch den wuchtigen Schuss des Mittelfeldspielers lenkte Monjeamb zur Ecke. Die landete bei Tim Wendel, doch dessen Kopfball hielt Hennefs Keeper ebenfalls. In der 30. Minute bekam Weißefels den Ball zwei Meter vor dem linken Torpfosten direkt auf den Fuß, doch erneut wirkte der SFL-Stürmer zu unentschlossen, zog noch einmal in die Mitte – und vertan war die gute Möglichkeit.

In der 33. Minute hatte Hennef den ersten Schuss aufs Lotter Tor. Nach einem Foul von Marco Hansmann bekamen die Gäste, die erst elf Saisontore geschossen haben, einen Freistoß aus etwa 20 Metern. Tobias Günthers trat an, doch Benedikt Fernandez hielt den Ball sicher. In der 42. Minute hatte erneut Weißenfels die Lotter Führung auf seinem rechten Fuß. Doch nach einem schönen Pass von Pires-Rodrigues, der gut den Raum im Mittelfeld genutzt hatte, den Hennef ihm bot, schloss Lottes Stürmer zu unplatziert ab. Sein Schuss aus fünf Metern Entfernung ging direkt auf Monjeamb.

Das Spiel verflacht

Nach der Pause verflachte die Partie dann zusehends. Lotte hatte zwar noch ein paar gute Möglichkeiten, doch je länger das Spiel dauerte, desto seltener gelangt den Sportfreunden ein guter Angriff. Die erste gute Möglichkeit der zweiten Halbzeit hatte Alexander Langlitz. Hinten rechts eroberte er den Ball und setzte dann zu einem schönen Sprint an, an dessen Ende ein guter Pass in den Strafraum zu Weißenfels stand. Der steckte zu Cicek (53.) durch, doch dessen Schuss war für Hennefs Keeper keine große Herausforderung. In der 62. Minute bekam Weißenfels den Ball im Strafraum. Elegant wollte er den gerade auf den Boden geprallten Ball aus der Luft mit einem Schuss aus der Drehung auf das Tor ziehen – doch viel zu hoch flog dieser über das Hennefer Gehäuse. Dazwischen hatte Lotte immer wieder Probleme beim Spielaufbau, allerdings nutzten die viel zu harmlosen Gäste diese nicht aus. Mit einem Schuss aus der Distanz versuchte es Rosinger (65), kurz bevor Pascal Schmidt für Cicek eingewechselt wurde – auch der brachte keine neuen Ideen mit.

In der 71. Minute stieg Marius Ehrenstein im Strafraum sehr hart gegen Lottes Rosinger ein. Der Hennefer traf bei seiner Aktion zwar auch den Ball, aber noch mehr den Oberschenkel seines Gegners. Kurz darauf musste Mozlehe ihn ersetzen. In der 85. Minute schickte dieser Weißenfels steil, doch der Pass kam etwas zu lang. In der 89. Minute hatte Hennef die erste Ecke. Fernandez fing sie locker ab. Doch auch Lotte gelang keine überzeugende Aktion mehr. Auch sie ließen die letzte Ecke in der Nachspielzeit ungenutzt.

Am kommenden Wochenende haben die Sportfreunde erneut ein Heimspiel. Dann kommt mit dem Tabellenführer ein ganz anderes Kaliber ins Lotter Stadion. Mit einem 1:0-Sieg beim 1. FC Köln II zog Rot-Weiss Essen am Samstag an den punktgleichen (34 Zähler) Aachenern wieder vorbei an die Spitze der Regionalliga West. Dann wird auch deutlich mehr Stimmung im Stadion sein. Essen soll bereits fleißig Tickets verkauft haben.

Lotte: Fernandez – Langlitz, Rahn, Al-Hazaimeh, Hansmann – Pires-Rodrigues (86. Batarilo-Cerdic), Zeh, Wendel, Cicek(66 Schmidt) - Rosinger (76. Mozlehe), Weißenfels

Hennef: Monjeamb - Niewiadomski (74. Inger), Ehrenstein, Moog, Yegenoglu - Schöller, Habl - Günther (89. Ullmann), Bouallal, Eck - Notz (68. Remagen)

Zuschauer: 434

Schiedsrichter: Thomas Altgelt