Lotte will ins Pokalviertelfinale Fernandez behält die Binde

Von Christian Detloff

Hofft im Pokalspiel auf gute Gründe zur Gelassenheit: Lottes Keeper Benedikt Fernandez, hier sauer nach dem entscheidenden Gegentreffer beim 0:1 in Wattenscheid, bleibt bis zur Winterpause Lottes Kapitän. Mrugalla-FotoHofft im Pokalspiel auf gute Gründe zur Gelassenheit: Lottes Keeper Benedikt Fernandez, hier sauer nach dem entscheidenden Gegentreffer beim 0:1 in Wattenscheid, bleibt bis zur Winterpause Lottes Kapitän. Mrugalla-Foto

Lotte. Alles andere als ideal sind bei den Sportfreunden Lotte die personellen Voraussetzungen für ihr Achtelfinalspiel im Westfalenpokal. Lediglich mit 16 Spielern reist der Fußball-Regionalligist an diesem Samstag zum Westfalenligisten SpVgg Vreden, der um 14 Uhr im heimischen Hamalandstadion für eine Überraschung sorgen will.

„Wir sind klare Favoriten“, sagt Bastian Görrissen, der mit Henning Grieneisen bis zur Winterpause Interimstrainer der Sportfreunde ist. Dass acht ihrer Spieler verletzt beziehungsweise angeschlagen sind, lassen sie dabei nicht als Ausrede gelten. Neben dem länger fehlenden Benedikt Koep fällt mit Mazan Moslehe (Knochenödem) ein weiterer Stürmer aus. Mittelfeldspieler Jesse Weißenfels, der bislang erfolgreichste Lotter Torschütze (7 Punktspieltreffer), trainierte nach seiner Grippe am Freitag wieder mit. „Wir entscheiden am Spieltag, ob Jesse von Beginn an dabei sein kann.“, so Görrissen.

Weil Ersatztorwart Fabian Otte und Dominic Schmidt zeitgleich in der ebenfalls knapp besetzten zweiten Mannschaft gefragt sind, fahren die Sportfreunde mit einem kleinen Kader ins westliche Münsterland. Dort wartet mit der SpVgg Vreden ein robuster Gegner, der zwei Klassen tiefer gegen den Abstieg kämpft – auch weil er in den letzten sechs Punktspielen bei nur vier erzielten Treffern harmlos auftrat und in dieser Zeit nur fünf Punkte erbeutete. „Ihre Viererkette hat nicht viel Tempo, das wollen wir als spielerisch bessere Mannschaft ausnutzen – am liebsten in Form eines frühen Treffers“, verrät Görrissen, der den Widersacher vor einem Monat bei dessen 1:3-Heimniederlage im Kellerduell mit dem 1. FC Gievenbeck beobachtet hat, die Marschroute.

Lotte will heute mit der stärksten Elf starten. „Alles andere wäre ein falsches Zeichen an die Mannschaft“, sagt der 31-Jährige und hofft, „dass sich unser Team Selbstvertrauen für das Heimspiel am darauffolgenden Samstag gegen Hennef sammeln“ kann. In diesem Sinne wurde in den Übungseinheiten unter der Woche am gravierenden Problem zuletzt bei der schmerzhaften 0:1 als Gast der SG Wattenscheid 09 gearbeitet – dem Torabschluss.

Die Kapitänsbinde trägt erneut Torwart Benedikt Fernandez als Nachfolger von Mark Zeh, der nach seiner einwöchigen Spiel- und Trainingspause gegen Wattenscheid zwar in den Kader zurückgekehrt war, aber 90 Minuten auf der Bank saß. „Mark hat das ganz professionell aufgenommen und ist nach seinen guten Trainingsleistungen wieder ein Kandidat für die Startelf“, so Görrissen. Die neue Kapitänsregelung gilt zunächst bis zur Winterpause. Im neuen Jahr übernimmt Ismail Atalan den Trainerposten.

Unterdessen hat auf der Geschäftsstelle der Sportfreunde an der Jahnstraße der Vorverkauf für das Topspiel gegen den derzeitigen Regionalliga-Tabellenführer Rot-Weiss Essen am Samstag, 6. Dezember ab 14 Uhr, bereits begonnen. Die Lotter hoffen, am Spieltag lange Wartezeiten an den Kassenhäuschen zu vermeiden.