Bleibt Grieneisen Trainer? Lotte dominiert und verliert in Wattenscheid 0:1

Von Michael Jonas


Bochum. Das war ein Rückfall in alte Zeiten: Die Sportfreunde Lotte treffen das Tor nicht. Nimmt man alle Chancen zusammen bis zum 16. Spieltag, hätte der West-Regionalligist bei Verwertung nur eines Drittels der Möglichkeiten um einige Plätze besser dastehen können. Entweder verfügen die Offensivspieler nicht über die nötige Qualität, oder es war Pech im Spiel. Beim 0:1 in Wattenscheid war es eine gehörige Portion Unvermögen. Lotte stagniert und steht weiterhin auf Platz zwölf.

„Wir haben noch Torschusstraining gemacht. Leider hat es nichts gebracht“, ärgerte sich Interimscoach Henning Grieneisen über so viel Fahrlässigkeit. „Wir sind sehr enttäuscht. Nach dem Erfolg gegen Siegen wollten wir unbedingt nachlegen. Wir haben viel richtig gemacht. Disziplin und Ordnung stimmten. Es gab auch positive Ansätze. Dass wir verpasst haben, die Tore zu machen, kann man uns allerdings vorwerfen“, meinte Grieneisen und war der Auffassung: „Wir hätten noch länger spielen können und hätten wohl kein Tor gemacht. Wir hatten gute Chancen für drei Spiele. Heute sollte kein Ball reingehen. Wenn wir drei gemacht hätten, hätte sich keiner beschweren können. “

Möglicherweise wird der 30-Jährige nach dem Weggang von Coach Michael Boris zurück nach Siegen weiterhin das Training beim Vizemeister der vergangenen Saison mit Torwarttrainer Bastian Görrissen leiten. Diese Möglichkeit schloss Obmann Manfred Wilke am Sonntag nicht aus. „Es gibt zwei Lösungen. Entweder bleibt es beim Interimsduo Grieneisen und Görrissen, oder wir bekommen einen neuen Trainer. Mal sehen, vielleicht können wir am Montag oder Dienstag etwas mitteilen“, sagte Wilke.

Grieneisen bestätigte Gespräche. „Wir haben am Samstag drei Stunden zusammengesessen und am Sonntag, Wir sind in der Findungsphase. Ich mache das gerne. Die zwei Wochen haben mir Spaß gemacht. Aber ich fühle mich immer noch als Spieler, als Teil der Mannschaft. Wir überlegen, was für den Verein, die Mannschaft und für uns das beste ist“, erklärte der ehemalige VfL-Profi. An der Unterredung nahm auch Torwart Benedikt Fernandez teil.

Wilke ärgerte sich über das mangelnde Engagement einiger Spieler. Konnte er auch. Es gab Schwachpunkte wie Stipe Batarilo-Cerdic und Kevin Pires-Rodrigues, und es gab Spieler, die sich bemühten. Das war der Rest und der war auch nur Mittelmaß. Wer ein Spiel derart dominiert, muss auch Kapital daraus schlagen. Hier müssen sich alle Lotter Spieler hinterfragen.

Sie wurden bestraft für die vielen vergebenen Möglichkeiten. Das Tor zum Sieg für Wattenscheid entsprang der bis dahin einzigen Chance des Gastgebers. Es sah so aus, als hätte Felix Stahmer seine Möglichkeit schon vergeben, doch sein wenig platzierter Schuss prallte von Jeron Al-Hazaimeh ins Tor. „So ist Fußball. Bei uns geht der Ball an die Latte, bei Wattenscheid ins Tor“, meinte Grieneisen. Lotte muss im nächsten Spiel auf Gerrit Nauber wegen der fünften Gelben Karte verzichten.


SF Lotte: Fernandez – Langlitz (87. Rahn), G. Nauber, Al-Hazaimeh, Hansmann – Gorschlüter, Wendel – Weißenfels, Pires-Rodrigues (73. Cicek), Batarilo-Cerdic (64. Moslehe) – Rosinger. – Tor: 1:0 Stahmer (61.). – Zuschauer: 385