„Chancen für drei Spiele“ Lotte verliert 0:1 in Wattenscheid und ärgert sich schwarz

Von Michael Jonas


Bochum. „Acht Chancen für uns, eine für Wattenscheid. Und die ist drin.“ Lottes Fußball-Obmann Manfred Wilke hatte den Kaffee auf nach dem 0:1 der Sportfreunde Lotte bei der SG Wattenscheid 09. Allein in der ersten Halbzeit hätte Lotte die Partie bei drei hochkarätigen Möglichkeiten für sich entscheiden können.

Der Vizemeister der vergangenen Saison tritt auf der Stelle. Anstatt nach dem 1:0 gegen die Sportfreunde Siegen nachzulegen, muss Lotte einen Rückschritt hinnehmen. Weiterhin Platz zwölf in der Tabelle der Regionalliga West, zehn Punkte hinter dem Führungsduo Rot-Weiß Essen und Alemannia Aachen. Der Wollitz-Klub Viktoria Köln schwächelt weiter und nimmt nach der 1:2-Heimniederlage gegen Rot-Weiß Oberhausen nur Rang vier ein. Lotte nimmt die Möglichkeit, sich nach oben zu spielen, nicht wahr.

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„Wir sind sehr enttäuscht. Nach dem Erfolg gegen Siegen, wollten wir unbedingt nachlegen. Wir haben viel richtig gemacht. Nur, dass wir verpasst haben, die Tore zu machen, kann man uns vorwerfen. Wir hätten noch länger spielen können und hätten wohl kein Tor gemacht. Es war ein kampfbetontes Spiel, das hin und her ging. Wir hatten gute Chancen für drei Spiele. Heute sollte kein Ball reingehen. Wenn wir drei gemacht hätten, hätte sich keiner beschweren können“, meinte Lottes Interimstrainer Henning Grieneisen. Ob er in der nächsten Woche noch das Training mit Torwarttrainer Bastian Görrissen leiten wird, ist nicht klar. Obmann Wilke sagte nach dem Spiel, dass Lotte noch keinen Nachfolger für den nach Siegen zurückgegangenen Michael Boris verpflichtet hat.

Christoph Klöpper, neuer Wattenscheider Trainer, war überglücklich. „Wir wissen, dass wir zu Recht in dieser Liga spielen. Wir haben gegen Lotte gezeigt, dass wir auf Augenhöhe spielen können. Ich gehe davon aus, dass wir die Wettbewerbsfähigkeit über die gesamte Saison aufrecht erhalten können.“ Klöpper spielte auf die Gerüchte um Zahlungsschwierigkeiten des Ex-Bundesligisten an. Reinhard Mokanski vom Aufsichtsrat der Wattenscheider stellte noch in der Pressekonferenz klar: „Der Verein war zu keinem Zeitpunkt insolvenz. Wenn wir so etwas noch mal sehen im Internet, stellen wir Strafanzeige.“

Bestraft wurde Lotte für die vergebenen Möglichkeiten. Das Siegtor für die Wattenscheider erzielte Felix Stahmer nach einer Stunde, als die Lotter Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone befördern konnte und der SG-Spieler freie Schussbahn hatte. Jeron Al-Hazaimeh fälschte den Ball noch ab. Danach machte Lotte noch einmal Druck und hatte bei einem Kopfball der Wattenscheider an die eigene Latte Pech, dass es nicht zum Ausgleich reichte. Die Niederlage haben sich die Sportfreunde selber zuzuschreiben. Wer das Tor nicht trifft muss damit rechnen, bestraft zu werden.

In der zehnten Minute hatte Jesse Weißenfels die Lotter Führung auf dem Fuß. Der Angreifer lief allein auf Wattenscheids Torwart Tim Boss zu, traf aber nur das Außennetz. Drei Minuten später hatte Alexander Langlitz die nächste Möglichkeit. Doch anstatt aufs Tor zu laufen, stoppte er den Ball noch einmal. Bedrängt von einem Wattenscheider, kullerte der Ball am Tor vorbei. Weitere Chancen vergaben Kevin Pires-Rodrigues (33.) und Bernd Rosinger (47.). Auch in der Schlussphase hatten die Sportfreunde noch mehrfach den Ausgleich auf dem Fuß.

SF Lotte:: Fernandez - Langlitz, G. Nauber, Al-Hazaimeh, Hansmann - Gorschlüter, Wendel - Weißenfels, Pires-Rodrgues (75. Cicek), Batarilo-Cerdic (64. Moslehe) - Rosinger. Tor: 1:0 Stahmer (61.). – Zuschauer: 385.

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