Grieneisen lobt Mannschaft Sportfreunde Lotte schlagen Sporfreunde Siegen 1:0

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Lotte. Selten in dieser Saison war die Stimmung in Lotte so gelöst wie nach dem 1:0-Sieg der Sportfreunde über den Namensvetter aus Siegen. „Es war ein Sieg der Mannschaft. Ich bin stolz darauf, was wir geleistet haben“, strahlte Aushilfstrainer Henning Grieneisen.

Es waren nicht nur drei Punkte für die bessere Tabellensituation, sondern auch für das Selbstwertgefühl. Das hatte offenbar in den letzten Wochen stark gelitten bei den Sportfreunden. „Wir wollten zeigen, dass wir es auch ohne ihn können. Henne hat uns heißgemacht und gut eingestellt“, sagte Stipe Batarilo-Cerdic. Mit „ihn“ meinte er Ex-Trainer Michael Boris, mit „Henne“ Henning Grieneisen.

Der Sieg gegen Siegen war wie ein Befreiungsschlag, wie der Aufbruch in eine neue Zeit. Der Weggang von Boris zurück nach Siegen, wo er am Montag seinen neuen Job antritt, hat der Mannschaft wieder Selbstbewusstsein gegeben. Boris nannte Wege aus misslichen Situationen „Brustlöser“. Das Team empfindet seinen Abschied als Erleichterung.

„Das hat was mit Anstand zu tun“, nimmt ihm nicht nur Abwehrchef Jeron Al-Hazaimeh übel, dass er sich nicht von den Spielern verabschiedet hat. Das war noch harmlos. Charakterschwäche und Unehrlichkeit werfen ihm einige Lotter vor, möchten aber nicht, dass ihre Namen genannt werden. „Wir sind von einem Trainer im Stich gelassen worden und haben die Antwort auf dem Platz gegeben“, sagte Grieneisen, der vermutlich in dieser Woche sein Amt als Interimscoach wieder abgibt. „Ich gehe davon aus, dass ein neuer Trainer kommt“, meinte der Ex-VfLer, der aber keine Anhaltspunkte dafür hat, wer das sein könnte.

Das wollte auch Manfred Wilke nicht preisgeben. „Wir hatten viele Anfragen und Bewerbungen. Mehr möchte ich im Moment nicht sagen“, erklärte Lottes starker Mann, und auch Präsident Rolf Horstmann hielt sich zurück. „Wir sind erst einmal froh über die drei Punkte“, wirkte der Clubchef erleichtert. Zu Namen wie Andreas Golombek oder Mario Basler, die angeblich in Betracht kommen, wollten sich die Lotter Vereinsverantwortlichen nicht äußern. In dieser Woche soll auf jeden Fall ein neuer Coach die Mannschaft übernehmen.

Der muss dann wahrscheinlich längere Zeit auf Benedikt Koep verzichten. Der Offensivspieler zog sich am Samstag im Training einen Innenbandriss im Knie zu. „Das ist eine sehr schlechte Nachricht für uns“, sagte Grieneisen, der seine Genugtuung über den Erfolg gegen Siegen, vielmehr gegen Boris, nicht verhehlte. „Wir wollten zeigen, dass der Trainer zu einem eventuell schlechteren Verein gewechselt ist, als wir es sind. Wir wollten uns bestätigen, dass wir zusammenarbeiten können. Ich weiß nicht, wann wir uns das letzte Mal so gefreut haben. Man hat nach dem Schlusspfiff gesehen, was da für Emotionen frei geworden sind“, war Grieneisen total zufrieden. Und stolz, als alle Spieler nach dem 1:0 durch Jesse Weißenfels (12.) auf ihn zuliefen. Lotte feierte auch deshalb einen verdienten Sieg, weil die Spieler erstmals seit Langem wieder als Einheit auftraten. „Alle haben überragend mitgezogen. Das war ein tolles Zeichen. Der Charakter der Mannschaft stimmt“, unterstrich Grieneisen, der in der öffentlichen Pressekonferenz gefeiert wurde.

Sportfreunde Lotte: Fernandez – Langlitz, Al-Hazaimeh, G. Nauber, Hansmann – Gorschlüter, Wendel – Pires-Rodrigues (75. P. Schmidt), Weißenfels (83. Batarilo-Cerdic) – Moslehe (63. Cicek), Rosinger. – Tor: Weißenfels (12.). – Zuschauer: 687.


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