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03.11.2014, 14:28 Uhr KOMMENTAR: DIE QUALITÄT FEHLT

Sportfreunde Lotte: Trennung nach Frust und Resignation

Kommentar von Michael Jonas

Abschied: Lottes Trainer Michael Boris brachte die Mannschaft nicht weiter: Foto: MrugallaAbschied: Lottes Trainer Michael Boris brachte die Mannschaft nicht weiter: Foto: Mrugalla

Die Sportfreunde Lotte und Trainer Michael Boris haben sich getrennt. Michael Jonas nennt die Gründe für diese Entscheidung, die abzusehen war.

Die Unzufriedenheit war überall spürbar. Nicht die 0:1-Niederlage am Sonntag in Verl hat das Fass zum Überlaufen gebracht bei den Sportfreunden Lotte. Die Frustration war seit Langem spürbar.Trainer Michael Boris hat es nicht verstanden, die Mannschaft auf einen Kurs zu bringen, der Richtung Tabellenspitze führt. Auch in dieser Saison wollte der Vizemeister der vergangenen Serie wieder angreifen. Das war Wunschdenken. Die Spieler haben nicht die Qualität zu einer Spitzenmannschaft.

Boris war mit den Leistungen seiner Formation nicht zufrieden. Das merkte man ihm immer wieder an. Zu Recht. Die Sportfreunde kamen nicht von der Stelle. Stagnation statt Fortschritt. Lotte war in den letzten fünf Jahren immer eine Spitzenmannschaft in der Regionalliga West. Der Aufschwung gipfelte in der überragenden Saison 2012/13, als das Team unter Trainer Maik Walpurgis mit der Rekordpunktzahl von 86 Zählern Meister wurde und in der Aufstiegsrelegation zur 3. Liga knapp an RB Leipzig scheiterte.

Fußball-Lehrer Boris zeigte in den letzten Wochen Spuren der Resignation. Das hing sicherlich damit zusammen, dass er die Mannschaft sportlich nicht voranbringen konnte. Als er aus dem USA-Urlaub zurückkam, waren Spieler verpflichtet worden, die der 39-Jährige nie geholt hätte. Diesen Alleingang von Obmann Manfred Wilke konnte und wollte Boris nicht akzeptieren. Spannungen waren programmiert. Aber auch die aggressiven Anfeindungen von Lotter Fans nach dem Spiel gegen Wiedenbrück (1:1) nährten beim Trainer die Zweifel, in Lotte weiterzumachen.

Die momentane unbefriedigende Situation mit dem zwölften Tabellenplatz haben sich viele zuzuschreiben. Vor allem aber steht die Mannschaft in der Pflicht. Viel schlechter als in vielen ersten Halbzeiten der vergangenen Spiele geht es nicht.


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