Lotte besiegt Kray mit 4:1 Schützenfest für Sportfreunde Lotte



Lotte. In den ersten acht Spielen hatte Lotte nie mehr als ein Tor erzielt – nun trafen die Kicker von Michael Boris tatsächlich viermal ins Tor: 4:1 gegen den FC Kray, quasi ein Schützenfest für die Sportfreunde, das zwar etwas zu hoch ausfiel, aber endlich eine ausgeglichene Bilanz in der Regionalliga West bedeutet.

Der Abstand auf Tabellenführer Viktoria Köln, der in letzter Minute 2:1 in Essen verlor, beträgt „nur“ noch 10 Punkte.

Lottes Trainer Michael Boris brachte im Vergleich zu den beiden 1:0-Siegen gegen Bochum II und Oberhausen zwei Neue in der Startelf: Rechts hinten ersetzte Tobias Holm den gesperrten Alexander Langlitz, zudem musste Mittelfeldspieler Mazan Moslehe auf die Bank: Boris stellte auf ein 4-4-2-System um mit zwei echten Spitzen, wodurch Benedikt Koep neben Bernd Rosinger in die Startelf rückte.

Und das zahlte sich gleich aus: Nach 13 Minuten segelte ein langer Ball direkt in den Lauf von Koep, der seinem Gegenspieler Emir Alic im Bogen entwischt war: In Stürmer-Manier stocherte der 26-Jährige den Ball über die Schulter des herausgelaufenen Krayer Keepers Kunz in den Kasten. Die Chance, die 1:0-Führung auszubauen, vergaben Pascal Schmidt, der eine Flanke von Tim Wendel im Strafraum mit vollem Risiko nahm, aber nicht voll traf, sowie Rosinger, der nach einem Konter über den energisch nachsetzenden Koep in den Flachpass hinter die Abwehr rutschte, aber nur den Außenpfosten traf (38./ 41.).

Ansonsten wurde im Offensivspiel einmal mehr klar, wo Lottes Probleme in dieser Saison liegen: Es fehlen flinke, trickreiche Flügelspieler, die sich über die Außenbahnen durchsetzen. Boris versuchte, dem zu begegnen, indem er die offensiven Mittelfeldspieler Schmidt und Henning Grieneisen gegen die zwei dichten Viererketten des Gegners immer wieder einrücken ließ: über Kombinationsspiel durchs Zentrum sollte der Weg zum Tor gesucht werden, was zunächst aber zu selten gelang.

Umgekehrt gelang es Lotte gut, die Konter der Krayer über den langen und körperlich guten Zielspieler Philipp Gödde im Zentrum zu unterbinden. So blieb Eric Yahkem auf links, mit dem der etwas ungelenk wirkende Holm so seine Probleme hatte, der gefährlichste Gastspieler: Erst rutschte ihm ein verunglückter Schuss von Ömer Akmann freistehend am zweiten Pfosten über den Schlappen (12.), später setzte er einen Kopfball knapp über den Kasten (31.).

Im zweiten Durchgang änderte sich das Spiel in der Grundstruktur nicht, Lotte fand mit Kurzpässen von hinten heraus keine Lücke. „Zehnerräume suchen“, forderte daher Boris zum gefühlt 35 Mal am Spielfeldrand – und wurde erhört: Ein langer Ball von Keeper Fernandez landete eigentlich bei Krays Verteidiger Vincent Wagner - doch der stellte sich gegen den bissigen Rosinger, der in vorderster Front zuvor schon zweimal den Ball geklaut hatte, recht schlafmützig an. Rosinger kam durch, blieb cool und lupfte den Ball über Kunz hinweg ins Tor – 2:0.

So viele Tore hatte Lotte nicht nie erzielt diese Saison – vielleicht eine Erklärung dafür, warum man den trickreichen Ilias Elouriachi am Strafraum gewähren ließ. Dessen Schuss lenkte Fernandes noch an den Pfosten, bevor Kevin Kehrmann den Ball über die Linie drückte. Aber der eingewechselte Jesse Weißenfels konterte, von Rosinger eingesetzt, den Anschlusstreffer, indem er sich mit Glück und Geschick durchsetzte, bevor er den Ball lässig durch Kunz‘ Beine schob. Kurz vor Schluss erhöhte Tim Wendel nach einem gestochere im Fünfer sogar auf 4:1.

Lotte: Fernandez - Holm, Nauber, Al-Haizameh, Hansmann - P. Schmidt (84. Moslehe), Wendel, Zeh, Grieneisen (77. Weißenfels) - Rosinger, Koep (89. Rahn) – Tore: 1:0 Koep (13.), 2:0 Rosinger (63.), 2:1 Kehrmann (68.), 3:1 Weißenfels (79.), 4:1 Wendel (88.) – Zuschauer: 400


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