Koep: Wollten Signal setzen Sportfreunde Lotte ziehen Mut aus 1:1 in Aachen

Kampfgeist: Bernd Rosinger und Jeron Al-Hazaimeh stemmen sich gegen Marcus Hoffmann.Foto: MrugallaKampfgeist: Bernd Rosinger und Jeron Al-Hazaimeh stemmen sich gegen Marcus Hoffmann.Foto: Mrugalla

sfe/jon Aachen. Die Aachener Fans überlegten noch, wie sie denn diesen Punktgewinn beim 1:1 gegen die Sportfreunde feiern sollen, da trafen sich die Lotter Spieler schon wieder auf dem Feld und bildeten einen Kreis.

Alle standen sie da. Auch diejenigen, die nach dem Schlusspfiff kurz zusammengesackt auf dem Boden kauerten und darüber nachdachten, wieso dieses späte Gegentor der Alemannia ihnen erneut den ersten Sieg in dieser Saison der Regionalliga West vermasseln konnte.

Die Lotter Fußballer hatten die Arme umeinandergelegt. Nur einer, der brauchte seine Hand zur freien Verfügung. Mit erhobener Faust verlieh Henning Grieneisen seinen Worten Nachdruck. Was er sagte? „Dass wir die Köpfe nicht hängen lassen sollen. Dass wir gut gespielt haben, dass wir so weitermachen müssen“, fasst Benedikt Koep die Worte des „Neuen“ zusammen. „Er hat viel Erfahrung und gibt die weiter. Das tut uns gut“, sagt Koep.

Seit dem Wochenende ist Grieneisen wieder zurück. Am Montag wurde er beim Spiel in Aachen, beim Tabellenzweiten, eingewechselt – vorne links, einen Tag vor seinem 30. Geburtstag. Er hatte gleich zwei gute Chancen, es war ein guter Einstand. Doch an ihm allein lag es nicht, dass Lotte die beste Leistung der bisherigen Saison zeigte.

Kämpferisch trat der Vizemeister der letzten Spielzeit auf, der aktuell auf Platz 16 rangiert. Vor allem einer setzte da früh ein Signal: Tim Wendel, der gelernte Inneverteidiger, vertrat Tim Gorschlüter (Adduktoren) im defensiven Mittelfeld. In der letzten Saison im Training einmal aus der Not heraus geboren, wie Boris gestand, kam ihm diese Idee nun wieder in den Sinn. Wendel dirigierte nicht elegant, er eroberte Bälle, warf sich rein und war beim Kopfball gefährlich. Defensive Stabilität gab auch Jeron Al-Hazaimeh. Aus der kompakten Defensive erwuchs mehr Zutrauen im Angriff – und das 1:0 durch Pascal Schmidt.

„Was ich hier in Aachen gesehen, habe, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Die Mannschaft lebt“, sagte Boris auch, wenn er lieber alle drei Punkte mitgenommen hätte.

Auf und ab tigerte er im Eingangsbereich der riesigen Arena. In den Augen blitzte noch ein wenig Wut über das Gegentor kurz vor Schluss. Es verhagelte ihm im ersten Moment die Freude über die gute Leistung, die seine Mannschaft gezeigt hatte, und den dritten Punkt der Saison . „Wir warten sehnsüchtig auf den ersten Sieg“, erklärt er.

Sollte Lotte gegen Bochums U23 daran anknüpfen, dürfte dieser auf jeden Fall drin sein. Am Freitag (19.30 Uhr) empfängt Lotte den Tabellenelften. Beim letzten Heimspiel gegen Wiedenbrück (1:1) gab es nach der Partie unschöne Szenen, zwischen Mannschaft und Fans. „Das war keine einfache Situation für uns und vor allem für den Trainer“, sagt Koep: „Wir wollten in Aachen auch für ihn kämpfen und wirklich ein Signal setzen.“ Es ist gelungen.