Klare Worte vom SFL-Jugendcoach Lotte - Aachen: Enttäuscht, aber nicht überrascht

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Lotte. Eine kollektive Enttäuschung gab es nach dem Abpfiff der Regionalliga-Partie Sportfreunde Lotte gegen Alemannia Aachen. Mit dem dürftigen 1:1 blieb die Mannschaft von Trainer MIchael Boris nicht zum ersten Mal in diesem Jahr den Nachweis einer Spitzenmannschaft schuldig. Aber einer hatte das bereits vor dem Anpfiff befürchtet: „Ich tippe auf ein Unentschieden“, prophezeite SFL-Jugendcoach Jens Kluge.

Und er sollte recht behalten. Fast regungslos nahm er in der ersten Halbzeit den überraschenden 0:1-Rückstand zur Kenntnis. Auch der Ausgleich in der 45. Minute konnte nur kurz das Herz des Lotter U-13-Trainers erwärmen. „Das Tor könnte Aufschub geben“, hoffte der 40-jährige Fußballkenner noch zur Pause. Doch das bewahrheitete sich nur kurz, als Lotte nach der Halbzeit etwas besser spielte. „Aber nur drei Minuten mehr Offensive reichen da nicht“, meinte er, nachdem das Spiel wieder verflachte.

Jens Kluge mühte sich um Erklärungsversuche. „Die müssen viel mehr Druck aufbauen. Diese vielen hohen Bälle bringen doch nichts. Man sieht heute wieder: Wenn es nicht läuft, dann läuft´s nicht“. Aber er geht auch noch einen Schritt weiter: „Dieses Jahr scheint nicht mehr drin zu sein. Es fehlt im Spiel die Leichtigkeit. Klar kann auch bei sieben Punkten Rückstand noch viel passieren. Aber es mehren sich die Anzeichen, dass es für Platz eins wohl nicht reichen wird“, so seine mutige Ansage.

Jens Kluge trainiert bei den Sportfreunden Lotte die U-13-Mannschaft, die aus 14 Jungen und einem Mädchen besteht. „Am Samstag beginnt die Rückrunde mit dem Spiel bei Teuto Riesenbeck. Darauf freue ich mich schon sehr.“ Seit 2009 ist er ehrenamtlich im Verein aktiv. Dabei hat er sich im Jugendbereich Stück für Stück hochgearbeitet. „Unsere U 13 ist sehr erfolgreich. Ich habe viele Auswahlkinder im Kader, das sagt schon einiges aus“, so Kluge. Hauptberuflich ist er Offizier bei der Bundeswehr, der Fußball ist und bleibt aber sein großes Hobby: „Ich liebe den Fußball. Ich bin Fan des 1. FC Nürnberg und somit auch das Leiden gewohnt.“

Seine Verbindung zu den Sportfreunden Lotte besteht bereits einige Jahrzehnte. „Als Nachbar unseres Präsidenten Rolf Horstmann bleibt das nicht aus. Aber im Ernst: Ich bin bereits 1976 in den Verein eingetreten und habe auch selbst aktiv hier gespielt. Jetzt als Trainer tätig zu sein, macht schon sehr viel Spaß. Ich hoffe, möglichst viele Kinder dahin gehend auszubilden zu können, dass sie auf lange Sicht mal unserer ersten Mannschaft helfen werden.“

Doch eine Frage bleibt noch: Wie kann es bei den Profis jetzt besser werden? Jens Kluge hat einen Lösungsansatz: „Das Problem ist doch, dass die anderen Vereine wissen, wie man gegen uns spielen muss. So treten sie dann auch auf. Wir müssen einfach mal drei oder vier Spiele gewinnen. Und zwar deutlich und nicht nur mit einem Tor Unterschied. Dann kehrt auch wieder mehr Spielfreude ein und die Köpfe gehen wieder nach oben.“ Klare Worte, aber hoffentlich wissen das die Spieler auch.

Stimmen zum Spiel

Michael Boris, Trainer SF Lotte: „Aachen hat in der ersten Halbzeit tief gestanden, was für uns nicht einfach zu spielen war. Wir haben zunächst durch eine Standardsituation das Gegentor kassiert. Wir haben offensiv alles versucht, aber nicht immer das Glück im Abschluss gehabt. Immer war ein Bein dazwischen, oder wir haben den Ball nicht richtig getroffen. Wir sind nun sehr enttäuscht, es war sehr still in der Kabine. Aus fünf Punkten Rückstand sind jetzt sieben geworden. Wir müssen unsere Spiele gewinnen, das wussten wir von Anfang an. Ich kann der Mannschaft nicht viel vorwerfen, weil wir nach vorne alles probiert haben.“

Peter Schubert, Trainer Alemannia Aachen: „Meine Mannschaft hat aus dem Spiel heraus sehr wenig zugelassen. Wir wollten Standardsituationen verhindern, weil wir bei deren Ausführung um die Stärke von Alexander Ludwig wussten. Aber so, wie wir aufgetreten sind, haben wir uns den Punkt redlich verdient. Gegen Borussia Mönchengladbach II sind wir jetzt vielleicht in der Favoritenrolle, doch damit sollten wir umgehen können.“

Marco Hansmann, SFL-Verteidiger: „Was soll man nach so einem Spiel noch sagen? Wir wollten alle unbedingt den Sieg und haben auch daran geglaubt. Am Ende hat es aber nicht sollen sein. Ich bin etwas leer im Kopf und kann aufgrund meiner Enttäuschung gar nicht viel sagen.“


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