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Lob für das Tor von Amir SFL-Fan Ernst-August Rybak reist zu jedem Spiel aus Melle an

Von Carsten Richter


Lotte. „Das war ein super Auftakt. Das sollte der Mannschaft Rückenwind geben für die nächsten schweren Aufgaben.“ Das sagte Ernst-August Rybak nach dem 2:0-Sieg der Sportfreunde Lotte gegen Fortuna Köln. Doch er war nicht nur einfacher Zuschauer. Vielmehr war er einer der vielen fleißigen Helfer, die zuvor am Wochenende mitgeholfen hatten, den Platz der connectM-Arena vom Schnee zu räumen. „Das war Ehrensache, da mitzuhelfen“, so der bekennende SFL-Fan.

Der 62-Jährige war sich für diese schweißtreibende Arbeit nicht zu schade. Und somit gab es am Montagabend im TV-Livespiel der Regionalliga denn auch zwei Sieger: die Mannschaft und die Helfer, die den Platz geräumt hatten. „Ich habe von der Aktion erfahren und war am Samstag mit dabei. Insgesamt habe ich sieben Stunden dabei mitgeholfen, den Schnee beiseitezuschaffen. Das war schon eine ganz schöne Aktion, und eigentlich waren wir auch viel zu wenig Leute. Wir haben dafür vom Verein Würstchen und Getränke bekommen. Für mich war das selbstverständlich, dort mitzuhelfen, und trotz der Arbeit war es unter uns Helfern auch eine fröhliche Stimmung.“

Rybak machte die Arbeit nach eigenen Angaben auch nicht viel aus, schließlich ist er großer SFL-Fan. „Seit dem Aufstieg besuche ich jedes Heimspiel. Und mir gefällt es im Stadion ganz ausgezeichnet, denn es herrscht dort eine freundliche und familiäre Atmosphäre. Da sieht man andernorts im Fernsehen ja oft schon ganz andere Dinge.“ Für seine Leidenschaft ist der dritte Vorsitzende Dirk Mutert maßgeblich mitverantwortlich. Denn beide sind Arbeitskollegen bei derselben Versicherung, auch wenn Rybak jetzt in Rente ist.

Jedes Mal reist Rybak zu den Spielen extra aus Melle an, um seine blauweißen Lieblingskicker spielen und natürlich siegen zu sehen. Und auch am Montag hatte er sein Kommen nicht bereut: „Beide Mannschaften haben sehr nervös begonnen. Das Tor von Amir war dann natürlich klasse gemacht, und danach übernahm Lotte ja mehr und mehr das Kommando. Das 2:0 war dann sicherlich etwas glücklich. Aber wir hätten den Ball auch so noch erlaufen, wenn die Kölner uns nicht geholfen hätten mit ihrem Eigentor.“

Dass der Platz natürlich reichlich in Mitleidenschaft gezogen wurde, sieht Rybak eher gelassen. „Das war ja vorherzusehen. Jetzt kann sich der Rasen fast drei Wochen lang erholen. Ich denke, man hat alles richtig gemacht. Viel Werbung für sich selbst bei der TV-Übertragung gemacht und die drei Punkte geholt.“ Damit entgegnet er auch dem launischen Kommentar des Sport1-Reporters Hans-Joachim Wolff, der die Platzverhältnisse monierte. „Als ich nach Hause kam, erzählte mir meine Frau davon. Ich finde, man hat alles getan, damit er gut bespielbar war. Mehr kann man in dieser Jahreszeit nicht erwarten!“ So angetan er auch von seiner Mannschaft war, so nüchtern sah er den Auftritt der Kölner Fortuna, die ja immerhin auch ein Meisterschaftskandidat ist. „Wenn ich sehe, dass die mit Matthias Scherz so einen alten Mann reinbringen, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Der hat seine Verdienste und als ehemaliger Bundesligaprofi eine gute Karriere hinter sich. Aber er kann es einfach nicht mehr, das hat man doch gesehen. Er ist nicht mehr spritzig genug. Der sollte genau wie Albert Streit bei Viktoria Köln lieber mal dem Nachwuchs Platz machen“, so seine klare Ansage.

Nach Spielende war sein Blick dann auch schnell wieder nach vorne gerichtet. „Wir sind ja nicht immer so gut ins neue Jahr gestartet. Doch das sollte – ähnlich wie letztes Jahr auch – dieses Mal anders laufen.“

An Ernst-August Rybak soll es dabei nicht liegen. Er machte am Schneeschieber eine ähnlich gute Figur wie die siegreiche Mannschaft der Sportfreunde Lotte am Montagabend.


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