Trainer und Außenverteidiger leben in Münster SF-Lotte-Quartett empfängt Ex-Club: Verbundenheit muss kurz ruhen


Lotte Mit den Trainern Nils Drube und Sven Hozjak sowie den Außenverteidigern Jeron Al-Hazaimeh und Alexander Langlitz hat ein Quartett des Fußball-Drittligisten Sportfreunde Lotte eine Verbundenheit mit der Stadt Münster und Lottes Liga-Konkurrent Preußen. Am Montag (19 Uhr) empfängt Lotte den Tabellenachten zum Nachbarschaftsduell.

Drube will nicht um den heißen Brei reden: „Ich bin in Münster geboren, ich habe hier meine Frau kennengelernt, meine Tochter ist hier geboren. Ich wohne in Münster: Münster ist die Stadt meines Herzens“, sagt der Trainer, der einst in Münster die A-Jugend trainierte und Co-Trainer im Drittliga-Team unter Pavel Dotchev war.

Seine Verbundenheit spielt am Montag für 90 Spielminuten keine Rolle. „In diesem Spiel geht es nur darum, dass meine Mannschaft 90 Minuten abliefert. Ich kann Privates und Berufliches gut trennen“, sagt Drube. In den Medien wird der 40-Jährige als ein Nachfolgekandidat für den am Saisonende scheidenden Preußen-Trainer Marco Antwerpen gehandelt. Beide wohnten während des Lehrgangs zum Fußballlehrer auf einem Zimmer. „Ausschließen kann man im Fußball nichts. Der Weg zu unserem Sportlichen Leiter Manni Wilke ist aber kürzer als zu anderen Vereinen“, so Drube.

Duo auf Augenhöhe

Mit Sven Hozjak bildet er in Lotte ein Trainerduo auf Augenhöhe. Auch Hozjak spielte ab der C-Jugend bis zum Ende seiner ersten beiden Männerjahre – mit Ausnahme zweier Jahre beim FC Schalke 04 – für die Preußen. „Ich bin in Münster geboren und habe dort immer gelebt“, sagt Hozjak, dem aber am Montagabend egal ist, „gegen wen wir bestehen wollen“.

Mit Preußen-Sportchef Malte Metzelder hat er ehemals in einem Team gespielt, ebenso mit dessen Bruder Christoph Metzelder, Antwerpen und dessen Co-Trainer Kurtulus Öztürk. Mit beiden Metzelders ist er eng befreundet. „Mit Malte etwas mehr – er ist Patenonkel meiner ersten Tochter Emilia. Weil die letzten Wochen für uns beide stressig waren, haben wir uns am Heiligabend das letzte Mal gesehen, als Malte bei uns Geschenke vorbeibrachte“, sagt Hozjak. Von 2003 bis zum Ende seiner höherklassigeren Karriere Ende 2008 spielte er für Lotte. Seine letzte Partie für die Sportfreunde bestritt Hozjak in Münster – Lotte siegte. „Lotte ist ein Verein des Herzens für mich. Vor meiner Rückkehr waren die Kontakte, besonders zu Manni Wilke, nie abgerissen“, betont er.

Reger Kontakt

Ein paar Häuser neben Drube wohnt Jeron Al-Hazaimeh. Von Sommer 2016 bis 2018 hatte der Linksverteidiger vor seiner Rückkehr nach Lotte bei den Preußen gespielt. „Klar ist das Wiedersehen etwas Besonderes – vor allem, da der Wechsel erst ein gutes halbes Jahr her ist und ich in zwei Jahren mit dem Vertrauen der Trainer über 60 Pflichtspiele für die Preußen absolviert habe“, sagt der 26-Jährige, der beim 0:1 im Hinspiel in der Schlussphase eine große Ausgleichschance knapp vergeben hatte. Insbesondere zu Münsters Innenverteidiger Simon Scherder sowie den Mittelfeldspielern Philipp Hoffmann und Martin Kobylanski habe er noch regen Kontakt. „So alltäglich ist das nicht, dass man danach so intensiv in Verbindung bleibt“, so Al-Hazaimeh. Der 26-Jährige geht von einem „heißen und kampfbetonten Nachbarschaftsduell“ aus – zumal sich Münster nach dem Tief vor der Winterpause zuletzt in Jena (0:0) und gegen Kaiserslautern (2:0) stark präsentiert habe.

Fahrgemeinschaft gebildet

Neben Al-Hazaimeh hatte Alexander Langlitz einst das Preußen-Trikot übergestreift – in der U17 und U19. Der ebenfalls in Münster lebende Rechtsverteidiger bildet mit Al-Hazaimeh eine Fahrgemeinschaft, die ehemals aus drei Spielern bestand – doch Kapitän Adam Straith wohnt mittlerweile in Osnabrück – und nach dem Nachbarschaftsduell am Montagabend natürlich in Siegerlaune heimfahren will. „Zwischen Alex und mir passt es sehr gut“, sagt Al-Hazaimeh. Nach dem Abgang von Nico Neidhart hat er seine Lieblingsrolle als Linksverteidiger zurückerobert, aber leistungsmäßig noch ein wenig Luft nach oben: „Wenn man in der Hinrunde nicht so richtig viel gespielt hat, ist klar, dass man ein wenig braucht, um in den Rhythmus zu kommen. Doch es wird immer besser.“ Manchmal müsse man im Leben halt geduldig sein. „Ich hatte aber auch in der Hinrunde immer an mich geglaubt.“ Das soll sich am Montagabend auch für sein Team auszahlen.


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