„Keiner kommt umhin, sich zu hinterfragen“ Sportfreunde Lotte legen nach deftiger Abfuhr Finger in Wunden

Von Christian Detloff und Daniel Bressler

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München. Die Leistung beim 1:5 als Gast von 1860 München war die eines klaren Abstiegskandidaten. Hoffnung auf eine Kehrtwende des Fußball-Drittligisten Sportfreunde Lotte und auf einen baldigen ersten Saisonsieg macht indes die Selbstkritik, die die Spieler nach der Abfuhr offen äußerten.

„Als „noch nicht wirklich zu fassen“ und als „extrem bitter“ bezeichnete mit Maximilian Oesterhelweg der erneut beste Lotter Akteur die deftige Schlappe im Grünwalder Stadion. „Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Wir waren immer einen Schritt zu spät. So hatten die Löwen immer mindestens eine gute Anspielstation“, gestand der Aushilfsstürmer, der eigentlich auf der linken Seite fußballerisch zu Hause ist: „Für die Münchener war es zu einfach. Für uns war es dagegen ein Schlag in die Fresse“, betonte Oesterhelweg in drastischen Worten.

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Während 1860 effektiv mit seinen starken Offensivszenen umging, kam Lotte über gute Ansätze überwiegend nicht hinaus. „Wir sind zwei-, dreimal richtig gut über Außen durchgekommen. Doch dann hat es entweder beim letzten Pass oder bei der letzten Aktion gehapert.“

Generell, so betont Oesterhelweg, sei es besser, einmal eine herbe Klatsche zu kassieren, als dreimal knapp zu verlieren. „Jetzt kommt keiner umhin, sich selbst und die Mannschaftsleistung kritisch zu hinterfragen. Wir müssen die richtigen Lehren ziehen – und mit diesen schnell den Blick auf Mittwoch richten. Dann wollen wir zu Hause im wichtigen Spiel gegen Großaspach Wiedergutmachung leisten. Ich bin überzeugt: Wir werden am Mittwoch wieder ein ganz anderes Gesicht zeigen“, sagte der 28-Jährige.

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„Es ist einfach bitter, dass wir bei den Standardsituationen nicht wach und ansonsten nicht griffig genug waren“, betonte indes Rechtsverteidiger Alexander Langlitz. „Wir haben reichlich Erkenntnis gesammelt, woran wir noch arbeiten müssen. Wir haben genug Potenzial und gehen, grundsätzlich gesehen, als Team in die richtige Richtung“, sagte der 27-Jährige: „Wir haben viele Talente dazubekommen. Es ist an uns Erfahrenen, sie zu führen und besser zu machen. Wir müssen alle lernen – das sollte allerdings auch schnell gehen.“

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„Wir hätten konzentrierter und gieriger sein müssen“, fand auch Außenverteidiger Michael Schulze. „1860 hat viel mit langen Bällen gespielt. Da hätten wir uns besser drauf einstellen müssen.“

„Wir haben zu viele einfache Fehler im Aufbau gemacht“, kritisierte indes Jules Reimerink, der zunächst auf der Bank saß: „Am Anfang waren die Löwen gar nicht so gut. Es war auch unser Verschulden, dass wir so hoch verloren haben.“ Die Löwen hätten dann aber noch Chancen auf einen höheren Sieg gehabt. „Wir müssen das Spiel gut aufarbeiten. Das darf uns nicht noch einmal passieren.“

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Dass der Tabellen-Drittletzte ein stark verändertes Team mit neuem Trainer hat, ist für den Niederländer keine passende Ausrede für das 1:5. „Es gab sechs Punkte für uns zu holen – und wir haben nur einen. Ich kenne das von der letzten Saison in Osnabrück. Wir müssen schnell Punkte holen, um Ruhe zu haben“, betonte Reimerink.

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