Krasse Fehler nach 1860-Standards SF-Lotte-Macher Wilke nach 1:5: „Das war gar nichts von uns“

Von Christian Detloff


München Einen selbstbewussten und mutigen Auftritt hatten sich die Sportfreunde Lotte für das Duell mit 1860 München auf die Fahne geschrieben. Heraus kam beim herben 1:5 (0:2) jedoch eine nervöse und gehemmte Vorstellung des Fußball-Drittligisten mit ungeahnten Problemen in der beim Saisonstart noch überzeugenden Defensive.

„Wir sind alle tief frustriert. Es ist wirklich nicht einfach, so in dieser Höhe zu verlieren“, sagte Kapitän Adam Straith. Seine Elf agierte vor der lautstarken und begeisterten Kulisse im ausverkauften Grünwalder Stadion von Beginn an unsicher.

Es dauerte nur 13 Minuten, ehe Lottes neuer Schlussmann Steve Kroll den Ball erstmals aus dem Netz holen musste. Nach einem Freistoß des Ex-Lotters Phillipp Steinhart aus dem Halbfeld in den Strafraum standen gleich zwei Münchener völlig frei. Simon Lorenz hat ein Leichtes, zum 1:0 (13.) einzuköpfen. Auch dem 0:4 (65.) ging eine Strafstoßflanke von Steinhart voraus. Adriano Grimaldi scheiterte unbedrängt mit einem Kopfball an Kroll. Kapitän Felix Weber staubte unbehelligt ab, weil diesmal Michael Schulze – mit Maximilian Oesterhelweg ansonsten noch der beste Lotter – die Handlungsschnelligkeit fehlte.

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„Im Vorjahr hatten wir noch eine Stärke bei gegnerischen Standardsituationen. Heute kassieren wir zwei Treffer nach einem Freistoß“, kritisierte Straith: „Mit dem 0:2 war unsere Körpersprache wie verschwunden. Die Köpfe waren dann nur noch unten. Wir haben jede Souveränität verloren.“ Auch dem 0:2 (22.) und 0:3 (51.) gingen hohe Bälle der viel durch die Mitte agierenden Gastgeber voraus. Zunächst profitierte Grimaldi davon, dass der aus dem Tor eilende Kroll nach einem Missverständnis mit Alexander Langlitz den Ball zu kurz abwehrte. Beim 0:3 wehrte Innenverteidiger Matthias Rahn einen langen Ball unzureichend mit dem Kopf ab und schaltete danach ab. Grimaldi nahm den Ball auf und spielte auf seinen freistehenden Sturmkollegen Sascha Mölders. Der schoss ungedeckt ins lange Eck ein.

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Später brachte der fünfte Gegentreffer das Dilemma der Sportfreunde als Krönung auf den Punkt: Der eingewechselte Stefan Lex rannte beim Konter ungehindert in Richtung Strafraum. Zwischen Straith und Rahn fehlte die Abstimmung, wer den Offensivspieler angreift. Beide ließen es sein. Auch Jonas Hofmann lief nur mit, sodass Lex ohne Gegenwehr auf 5:1 (89.) erhöhte. Zuvor hatte der eingewechselte Sinan Karweina nach einem schönen Zuspiel des ansonsten enttäuschenden Joshua Putze mit einem satten 12-Meter-Schuss ins lange Eck den Lotter Ehrentreffer (81.) erzielt.

„Wir sind auf dem Boden der Realität angekommen“, sagte SFL-Trainer Matthias Maucksch: „1860 hat unsere heutige Anfälligkeit bei Standards brutal bestraft.“ Lotte hatte in München zudem große Schwächen in der Ballannahme, im Passspiel, in der Nähe zu den Gegenspielern und der Zweikampfführung. „München hat es gut gemacht bei dieser Hitze. Wir haben uns ergeben. Das war gar nichts von uns“, fasste der Sportliche Leiter Manfred Wilke zusammen.


1860 München – SF Lotte 5:1 (2:0)

1860 München: Bonmann (Note 3) – Paul (3,5), Weber (2,5), Lorenz (2,5), Steinhart (2,5) – Wein (3), Moll (2) – Abruscia (3,5/62. Kindsvater 3), Grimaldi (1,5/74. Bekiroglu 3), Karger (3,5/80. Lex) – Mölders (2).

SF Lotte: Kroll (Note 3,5) – Langlitz (4,/46. Reimerink 4), Rahn (5), Straith (4), Neidhart (4) – Schulze (3,5/67. Lindner 4), Hofmann (4), Putze (5), Schmidt (4,5) – Yildirim (4/67. Karweina 3), Oesterhelweg (3,5).

SFL-Reserve: Quindt (ETW), Chato, Al-Hazeimeh, Plume, Lindner, Karweina.

Es fehlen: Breitfelder (Außenbandriss im Knie), Wendel (Zerrung), Awassi, Stelzer, Ebot-Etchi, Pytlik, Piossek (alle nicht im Kader).

Tore: 1:0 Lorenz (13., Kopfball, Vorlage Steinhart), 2:0 Grimaldi (22., Linksschuss nach verunglückter Abwehr von Torwart Kroll), 3:0 Mölders (51., Vorlage Grimaldi), 4:0 Weber (65., nach Grimaldi-Kopfball und Kroll-Parade), 4:1 Karweina (79., nach Putze-Steilpass), 5:1 Lex (89., Konter mit Bekiroglu-Vorlage).

Schiedsrichter: Christian Dingert (Gries) hatte keine Probleme im fairen Duell.

Gelb: -/Karweina (87.).

Zuschauer: 15000 , etwa 60 aus Lotte, sorgten im altehrwürdigen Grünwalder Stadion für eine zweitligareife Atmosphäre.

Nächstes SFL-Spiel: Am Mittwoch (8. August, 19 Uhr) zuhause gegen die SG Sonnenhof Großaspach.

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