Neuer Cheftrainer der Sportfreunde Maucksch will Lotte mit aggressivem Fußball in ruhiges Fahrwasser führen

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Diesen Transfer haben sie nach eigenen Angaben gründlich eingefädelt: Lottes neuer Chefcoach Matthias Maucksch (Mitte) sowie Lottes Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Günter Bayer (links) und der sportliche Leiter Manfred Wilke. Foto: Helmut KemmeDiesen Transfer haben sie nach eigenen Angaben gründlich eingefädelt: Lottes neuer Chefcoach Matthias Maucksch (Mitte) sowie Lottes Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Günter Bayer (links) und der sportliche Leiter Manfred Wilke. Foto: Helmut Kemme

Lotte. Für diesen Termin musste der Geburtstag seiner Ehefrau zurückstehen: Matthias Maucksch reiste am Donnerstag aus dem Osten der Republik ins Tecklenburger Land, wo er am Nachmittag als neuer Cheftrainer des Fußball-Drittligisten Sportfreunde Lotte präsentiert wurde.

Manfred Wilke ist nun mal kein Freund vieler Worte. Das wurde auch bei der Vorstellung des neuen Coaches deutlich. Der sportliche Leiter der Lotter wies in seinem Eingangsstatement kurz und knapp darauf hin, dass man sich schon etwas länger mit der Personalie Maucksch befasst habe. Und angesichts des Trainer-Verschleißes in der zurückliegenden Saison sei nun eine gründliche Vorbereitung geboten gewesen. „Wir sind sehr sicher, dass es passen wird“, meinte Wilke. Maucksch bringe exakt die Tugenden mit, die zum Fußball in Lotte gehörten. Welche? Darüber klärte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Günter Bayer auf: „Fleiß, Ehrlichkeit, Disziplin – und er lässt modernen und offensiven Fußball spielen.“

Ein Länderspiel

Maucksch erhält einen Zweijahresvertrag. Zuletzt trainierte der 48-Jährige den Nordost-Regionalligisten Union Fürstenwalde (Platz neun in der Abschlusstabelle). In der Saison 2015/16 hatte er die Fürstenwalder von der Oberliga in die Regionalliga geführt. Erfahrungen als Coach in der 3. Liga sammelte er schon bei seinem Heimatverein Dynamo Dresden – von 2009 bis 2011. In der Bundesliga kickte er für Dynamo und den 1. FC Nürnberg. In seiner Vita steht auch ein Länderspiel für die DDR-Auswahl (0:3 am 24. Januar 1990 gegen Frankreich).

Doch zurück ins Jahr 2018 – und zur Trainer-Präsentation in Lotte. Er sei durchaus überrascht gewesen, dass Lotte bei ihm angeklopft habe, berichtete Maucksch. Ihm sei in der vergangenen Saison natürlich nicht das Stühlerücken auf dem Trainerposten entgangen. „Das gehört nun mal zum Geschäft, wenn der Erfolg ausbleibt.“ Er sehe Lotte nun für sich als „geiles Sprungbrett“. Sein Ziel: „Die Sportfreunde mit sauberem, aggressivem und offensivem Fußball wieder in ruhiges Fahrwasser führen.“ Das sei kein Selbstläufer: „Immerhin ist die 3. Liga in der neuen Saison wahrscheinlich die stärkste Liga seit Bestehen.“ Jetzt schon ein Saisonziel auszurufen sei viel zu früh. Das Thema Saisonziel fasste Wilke auf seine spezielle Art zusammen: „Wir fangen am 18. Juni mit der Saisonvorbereitung an – und haben dann sechs Wochen bis zum ersten Spiel. Wie alle anderen Mannschaften auch. Jetzt kommt es darauf an, was jeder Trainer aus diesen sechs Wochen macht.“ Also gibt es keine Zielvorgabe durch den Verein? Wilke: „Doch, klar. Ganz deutlich. Wir wollen das erste Spiel gewinnen. Und das nächste Spiel nach Möglichkeit auch.“ Das zauberte wiederum ein sanftes Lächeln auf die Lippen des neuen Coaches, der sich im Übrigen ganz besonders auf ein Wiedersehen mit Energie Cottbus freut. Warum? Das wollte er nicht näher ausführen. Es ist allerdings bekannt, dass Maucksch nicht gerade ein freundschaftliches Verhältnis zu Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz pflegt. Ansonsten lenkte der Mann aus dem Osten aber auch den Blick auf das Nachbarschaftsduell der Lotter gegen den VfL Osnabrück: „Ich weiß, dass die Sportfreunde in der 3. Liga noch nicht gegen Osnabrück gewonnen haben. Na ja, dann wird es ja auch mal Zeit.“

Zwei schulpflichtige Kinder

Nach dem ersten Pressetermin in Lotte durfte Maucksch am späten Nachmittag wieder die Heimreise antreten, um in der Nähe von Dresden zumindest noch etwas den Geburtstag seiner Frau Edina feiern zu können. Nach Angaben des dreifachen Vaters wird seine Familie ohnehin zunächst noch den Lebensmittelpunkt im Osten behalten, weil seine zehnjährige Tochter und sein 16-jähriger Sohn noch schulpflichtig seien – und in ihrer gewohnten Umgebung die Schule absolvieren sollen.


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