Piossek stellt nach 0:3 in Münster Charakterfrage Lottes Buchholz verliert an alter Wirkungsstätte

Von Christoph Schillingmann

Kann das 0:1 durch Münsters Adriano Grimaldi (Dritter von links) nicht verhindern: Der Lotter Keeper David Buchholz (Zweiter von links) hat genau wie seine Teamkollegen Moritz Heyer und Joshua Putze (von links) das Nachsehen. Foto: FotostandKann das 0:1 durch Münsters Adriano Grimaldi (Dritter von links) nicht verhindern: Der Lotter Keeper David Buchholz (Zweiter von links) hat genau wie seine Teamkollegen Moritz Heyer und Joshua Putze (von links) das Nachsehen. Foto: Fotostand

Münster. Seinen mittlerweile 15. Saisoneinsatz hatte Torhüter David Buchholz bei der 0:3-Niederlage seiner Sportfreunde Lotte auswärts gegen Preußen Münster. Für den 33-Jährigen war der Einsatz vor 6683 Zuschauern im Preußenstadion eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte.

Von Sommer 2008 bis Dezember 2011 hielt Buchholz dreieinhalb Jahre lang den Kasten des SCP sauber und absolvierte 102 Spiele für die Preußen. „Es war schön, generell zu spielen und dann auch in Münster zu spielen. Ich habe hier schöne Jahre gehabt und es hat Spaß gemacht. Es ist immer wieder ein Highlight hier, mit den Zuschauern und dem Umfeld“, sagte der Torhüter. Wie es im Sommer für ihn persönlich weitergeht, weiß Buchholz noch nicht: „Erstmal brauchen wir einen neuen Trainer und dann kann man sich um die Spieler kümmern.“

Bei der 0:3-Niederlage gegen Münster sah Buchholz keinen schlechten Start in die Partie. „Wir standen gut und haben nicht viel zugelassen. Und dann kriegen wir einfach solche Eiertore“, sagte Lotter Torwart. Erst stocherte Adriano Grimaldi aus kurzer Distanz über die Torlinie (25.), dann lenkte Lottes Innenverteidiger Maximilian Rossmann den Ball ins eigene Gehäuse (40.). „Da kann ich Rossmann aber auch keinen Vorwurf machen, weil hinter ihm und im Rückraum noch einer ist. Er hat einfach versucht, das Ding zu klären“, nahm Buchholz seinen Teamkollegen in den Schutz. Das 0:3 fiel nach einem langen Abschlag von Münsters Torhüter Maximilian Schulze Niehues, als Grimaldi nach einer starken Einzelaktion abschloss (83.).

Nach vorne ging bei den Sportfreunde nicht viel. Das änderte sich auch nicht, als Preußen-Verteidiger Sebastian Mai nach einer Tätlichkeit an SFL-KapitänTimWendel die Rote Karte sah (62.). „Es hat nicht gereicht heute. Mit einem Mann mehr haben wir es nicht geschafft, mehr Druck nach vorne aufzubauen und noch einen zu machen“, sagte Buchholz. Das bestätigte Flügelspieler Kevin Freiberger, der nach dieser Saison zum Regionalligisten Rot-Weiss Essen wechseln wird: „Es war eine verdiente Niederlage. Etwas anderes brauchen wir uns auch nicht einreden“, sagte der 29-Jährige. „Insgesamt war das zu wenig und Münster einfach stärker.“

SFL-Trainer Andreas Golombek ärgerte vor allem der erste Gegentreffer. „Wir wussten, dass Münster sehr gut drauf ist und viele Tore durch Standards gemacht hat. Eigentlich waren wir darauf eingestellt. Aber dann fällt das Tor doch durch eine Standardsituation. Vielleicht haben die Jungs nicht richtig zugehört. Man kann auch nicht jede Standard vermeiden. Aber es ist natürlich ärgerlich, wenn man es anspricht und dann doch mit 0:1 in Rückstand gerät“, sagte er.

Wendel sah neben der fehlenden Konzentration auch den Druckabfall in der Mannschaft als einen Grund für die Niederlage: „Man darf es ja nicht sagen, aber ein wenig merkt man das schon. Alle sind erleichtert nach dem Klassenerhalt“, sagte der 29-Jährige. Teamkollege Marcus Piossek ergänzte: „Du darfst dich hier nicht mit einem 0:3 abschlachten lassen. Das ist ein wenig auch eine Charakterfrage. Wenn ich auf den Platz gehe, dann will ich gewinnen. Egal, ob ich gerettet bin oder nicht. Es geht um drei Punkte.“