1:3 gegen Würzburg SFL-Trainer Golombek: Man merkt, dass die Kraft weg ist

Von Christoph Schillingmann

Augen zu und durch: Lottes Nico Neidhart (Dritter von links) und Würzburgs Dominic Baumann (Vierter von links) wollen den Ball per Kopf erreichen. Foto: Swaantje HehmannAugen zu und durch: Lottes Nico Neidhart (Dritter von links) und Würzburgs Dominic Baumann (Vierter von links) wollen den Ball per Kopf erreichen. Foto: Swaantje Hehmann

Lotte. Seit zwei Wochen steht fest, dass die Sportfreunde Lotte auch im nächsten Jahr in der 3. Fußball-Liga spielen werden. Am Samstag hat die Mannschaft von SFL-Trainer Andreas Golombek mit 1:3 gegen die Würzburger Kickers verloren.

„Ich muss meine Mannschaft ein bisschen entschuldigen. Die Jungs haben es gut gemacht, als es drauf ankam und viel Spannung da war. Man merkt einfach, dass die Kraft weg ist“, sagte der SFL-Coach, der sich für den Lotter Torschützen Nico Neidhart freute. Der 23-jährige Außenverteidiger erzielte den 1:3-Ehrentreffer für die Sportfreunde kurz vor Schlusspfiff (89.), nachdem Dominic Baumann (19.), Sebastian Schuppan (67.) und Ioannis Nikolaou (83.) für Würburg getroffen hatten. „Er hat sich nochmal belohnt und das Tor gemacht. Das tut ihm nach einem halben Jahr gut“, sagte Golombek über seinen Spieler, der wegen eines Kahnbeinbruches Monate verletzt ausgefallen war.

Neidhart wiederum war beim ersten Gegentor zu spät dran. „Wir haben das als Mannschaft nicht gut verteidigt. Das müssen wir uns selber ankreiden. Bis zum 0:1 waren wir relativ gut im Spiel, haben nichts zugelassen“, sagte er. „Wir kommen dann ordentlich aus der Halbzeit, bekommen dann wieder ein Tor durch einen Standard wie schon in Meppen. Alle drei Tore passieren durch eigene Fehler, und nicht, weil Würzburg es überragend herausspielt. Das ist extrem bitter. Würzburg hat es mit der Fünferkette nicht schlecht gemacht. Sie standen relativ sicher. Wir haben es immer probiert, auch mit guten Ballstafetten. Wir haben alles versucht, sind aber nicht so richtig vor das Tor gekommen“, sah er ein Manko auch in der Offensive.

SFL-Kapitän Tim Wendel ergänzte: „Wir waren bemüht, von hinten heraus Fußball zu spielen. Wir haben über weite Strecken guten Fußball gespielt. Nur der letzte Pass hat immer gefehlt. Er kam entweder zu lang oder zu kurz“, sagte der 29-jährige Mittelfeldspieler, der den Würzburg nach dem Spiel zum Sieg gratulierte: „Kompliment an Würzburg“, denen er vor dem eigenen Lotter Tor eine gnadenlos Effektivität attestierte. Marcus Piossek, der in ungewohnter Rolle im Sturmzentrum begann, sprach von einer insgesamt verdienten Niederlage. „Ich denke schon, wenn du dem Gegner so einfache Tore gibst. Aber Würzburg steht nicht umsonst da, wo sie stehen. Sie haben das gut gemacht“, sagte der 28-Jährige.

Durch den 3:1-Erfolg bei den Sportfreunden zogen die Würzburger an Hansa Rostock vorbei und belegen nun den fünften Tabellenplatz. „Wir haben gegen eine Spitzenmannschaft gespielt“, sagte Golombek, der seine Mannschaft mit einer 4-3-3-Formation auf den Platz schickte. „Wir wollten uns nicht verstecken, wir wollten uns nicht einigeln und den Gegner auch mal unter Druck setzen. Das haben wir am Anfang gar nicht so schlecht gemacht, Würzburg konnte zunächst nicht die Stärken ausspielen, die sie mit den Einzelspielern haben.“