Trennung einstimmiger Gremienbeschluss SF-Lotte-Trainer Golombek: „Bisschen Hoffnung hatte ich vorher noch“

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Enttäuscht, aber nicht überrascht über den Gremienbeschluss der Sportfreunde Lotte: Der scheidende Trainer Andreas Golombek. Foto: osnapixEnttäuscht, aber nicht überrascht über den Gremienbeschluss der Sportfreunde Lotte: Der scheidende Trainer Andreas Golombek. Foto: osnapix

Lotte. Was die Spatzen schon seit mehr als zwei Wochen von den Dächern pfeifen, ist nun offiziell: Andreas Golombek wird ab dem Ende dieser Saison nicht mehr Trainer des Fußball-Drittligisten Sportfreunde Lotte sein.

Das haben der Sportliche Leiter Manfred Wilke, der neue Aufsichtsrat und der Vorstand am Dienstagabend einstimmig in einer gemeinsamen Sitzung einstimmig beschlossen. „Wir haben alles auf den Tisch gelegt und sind dann zu dem Entschluss gekommen, uns auf dem Trainerposten neu aufzustellen“, sagt Wilke. Die Sportfreunde bedanken sich bei dem nach den drei abschließenden Spielen scheidenden Trainer für die geleistete Arbeit. „Andreas Golombek hat sein Ziel erreicht“, sagt Wilke und meint damit den vorzeitigen Klassenerhalt.

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Am 1. November 2017 hatte der Amshausener seine erste Drittligastelle als Nachfolger von Marc Fascher angetreten. In den bisherigen 21 Punktspielen erbeutete er 26 Punkte (7 Siege, 5 Unentschieden, 9 Niederlagen). Sein Punkteschnitt pro Ligaspiel ist mit 1,24 besser als der von Fascher (1,08). Fascher war in Lotte als Nachfolger von Oscar Corrochano, der nach dem 0:2 am 1. Spieltag zuhause gegen Hansa Rostock gleich wieder entlassen worden war, nach dem 14. Spieltag von seinem Amt entbunden worden. Auf eine ganze Saison hochgerechnet, sind Vereine mit einem Punkteschnitt von 1,24 pro Spiel seit dem Bestehen der 3. Liga noch nie abgestiegen. „Ich hatte schnell das Gefühl, dass der Verein nicht voll hinter mir steht“, hatte Golombek bereits am vergangenen Sonntag gegenüber unserer Redaktion beklagt.

Viel Kredit hatte der Coach durch das Halbfinal-Aus im Westfalenpokal zuhause gegen den abstiegsgefährdeten Regionalligisten TuS Erndtebrück verspielt. Über weitere konkrete Trennungsgründe schweigt sich der Verein aus.

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Einen Nachfolger für den 49-Jährigen vermeldete SFL am Mittwoch noch nicht. Auch in den nächsten Tagen ist noch nicht zwingend mit einer entsprechenden Nachricht zu rechnen. „Wir kümmern uns von morgens bis abends um einen neuen Trainer, um neue Spieler und um Vertragsverlängerungen von Spielern. Wir sind bei allem Einsatz nicht aufgeregt, sondern zeitlich noch in der Komfortzone“, so Wilke. Es ist davon auszugehen, dass Lotte nach den guten Erfahrungen mit Ismail Atalan nach einem jungen und entwicklungsfähigen unverbrauchten Fußballlehrer fahndet.

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Am Mittwochvormittag hatte Wilke Golombek im persönlichen Gespräch über die Trennung informiert. „Ein bisschen Hoffnung hatte ich vorher noch“, so Golombek. „Ich bin Lotte dankbar, dass ich hier acht Monate arbeiten durfte. Ich gehe im Guten und im Wissen, meine erste Drittliga-Chance genutzt zu haben. In den letzten drei Spielen wollen wir Spaß haben – und als kleiner Klub möglichst vor dem großen VfL Osnabrück bleiben.“

Unterdessen bestritten mit den in Gambia geborenen Bibie Nije und Malick Mboob am Dienstag und Mittwoch zwei Mittelstürmer beim Drittligisten ein zweitägiges Probetraining. Der 20-jährige und 1,88 Meter große Junioren-Nationalspieler Nije erzielte in den beiden vergangenen Spielzeiten bei der U21 des Hamburger SV in bisher acht Regionalliga-Spielen keinen Treffer. In zwei Spielzeiten in der U-19-Bundesliga hatte Nije zuvor in 41 Spielen 19-fach getroffen. Zuvor hatte er in der U-17-Regionalliga für den FC Oberneuland gespielt, wo er den Spitznamen „Mini-Balotelli“ erhielt.Der 19-jährige und 1,80 Meter große Mboob kam in neun Regionalliga-Spielen dieser Saison zu einem Treffer. In den beiden U-19-Bundesligaspielzeiten zuvor hatte er in 39 Partien 14-fach eingenetzt. Auf der Position des Mittelstürmers hat SFL nach dem Abgang im Winter von Hamadi Al Ghaddioui und der Verletzung von Bernd Rosinger (vor einem Wechsel) ein großes Vakuum.


Sportfreunde Lotte – der Kaderstand

Vertrag bis 2019: André Dej (mit Ausstiegsklausel), Tim Wendel, Mats Facklam, Maximilian Oesterhelweg, Marco Hober, Marcus Piossek, Kevin Freiberger, Alexander Langlitz, Jaroslaw Lindner, Yannick Zummack.

Vertrag bis 2020: Matthias Rahn.

Wer soll trotz laufendes Vertrags gehen? Marco Hober, Yannick Zummack.

Sichere Abgänge: Benedikt Fernandez (beendet seine Karriere), Tim Gorschlüter (seit seinem Karriereende im Spätsommer Teammanager).

Auslaufender Vertrag: David Buchholz, Michael Schulze, Maximilian Rossmann, Dennis Brock, Bernd Rosinger (hat Abschied angekündigt), Moritz Heyer, Adam Straith, Kevin Pires-Rodrigues, Michael Hohnstedt, Tobias Haitz, Nico Neidhart, Joshua Putze, Max Wegner, Zidane Atalan.

Wer soll auf jeden Fall gehalten werden? Adam Straith, Moritz Heyer, Kevin Pires-Rodrigues, Nico Neidhart.

Wer erhält auf keinen Fall ein neues Angebot? Dennis Brock, Michael Hohnstedt, Tobias Haitz.

Wer ist als Zugang im Gespräch? Jeron Al-Hazaimeh (Linksverteidiger, Preußen Münster), Oliver Schnitzler (Torwart, Hallescher FC).

Wer hat ein Probetraining absolviert? Bibie Nije (Mittelstürmer, 20 Jahre, Hamburger SV U23), Malick Mboob (Mittelstürmer, 19 Jahre, Hannover 96 U23, beide in der zweiten Aprilhälfte).

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