Mit 1:0 die 40-Punkte-Marke erreicht SF Lotte: Klassenerhalt – doch das Pokal-Aus wirkt nach

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Lotte. Einen Tag, nachdem aufgrund des Remis der U23 von Werder Bremen der Klassenerhalt festgestanden hatte, erreichte Fußball-Drittligist SF Lotte beim 1:0 gegen RW Erfurt die 40-Punkte-Marke. „Dafür, dass wir nie Ruhe und durch die Trainer- viele Philosophiewechsel hatten, ist es in der Liga nicht so schlecht gelaufen“, betonte Tim Wendel.

Natürlich weiß auch der Kapitän der Sportfreunde, dass das Halbfinal-Aus im Westfalenpokal zu Hause gegen den TuS Erndtebrück (1:2) noch nachwirkt. „Es ist immer noch sehr ärgerlich, dass wir die DFB-Pokal-Teilnahme verpasst haben“, stimmte Wendel – einer von neun Sportfreunden mit Vertrag in Lotte über das Saisonende hinaus – zu: „Auf der anderen Seite ist es doch schon eine Leistung, in der immer schweren zweiten Saison die 3. Liga zu halten. Mal gucken, ob es uns nun noch gelingt, als kleiner Dorfverein am Ende der Saison vor dem großen VfL Osnabrück zu stehen.“ Der eingewechselte André Dej, der Schwung brachte, bestätigte: „Genau das ist jetzt noch unser Ziel.“

Gegen die mit der zweiten Reihe samt drei A-Jugendlichen angetretenen Erfurter hatten die Lotter im durchschnittlichen Spiel keine Glanzleistung geboten, am Ende aber verdient mit 1:0 die Oberhand behalten. In einem chancenarmen Spiel mit vergleichsweise wenigen gefährlichen Torraumszenen waren es nicht zufällig zwei Standardsituationen, die für das Tor des Tages sorgten: Einen Freistoß von Dej hatte Rechtsaußen Ahmed Razeek im eigenen Strafraum mit der Hand abgewehrt. Beim fälligen Strafstoß war das Glück des Tüchtigen auf Dejs Seite: RWE-Rückhalt Philipp Klewin war noch am Ball, konnte den 0:1-Rückstand (68.) dennoch nicht verhindern.

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Die Lotter waren verschlafen gestartet. Auch nach dem Pfostenschuss von Merveille Biankadi (3.), der auch nach der Pause der gefährlichste Gästespieler blieb, brauchten die Sportfreunde eine Viertelstunde, um auf Betriebstemperatur zu kommen.

Gefahr gab es beiderseits zumeist nur aus der zweiten Reihe. Insbesondere Lottes formstarker Linksaußen Maximilian Oesterhelweg (19./45.) machte hier auf sich aufmerksam. Die dritte größere SFL-Chance des ersten Abschnitts hatte Moritz Heyer (30.), der nach einem beherzten Solo in letzter Sekunde gebremst wurde – laut Mittelfeldspieler unfair: „Ich wurde elfmeterreif gefoult.“

Nach der Führung vergaben Oesterhelweg mit einem artistischen Seitfallzieher (71., ) und Alexander Langlitz (84.) mit einer schönen und ebenso von Klewin parierten Direktabnahme das mögliche 2:0 nur knapp. „In der zweiten Halbzeit hatten wir besser Zugriff auf unseren Gegner. Der Sieg ist schon ein bisschen verdient“, sagte Dej, der einen Vertrag für die kommende Saison mit einer Ausstiegsklausel besitzt: „Mal gucken, wie es weitergeht“, so der spielerisch stärkste Lotter Mittelfeldakteur, der derzeit seinen Stammplatz verloren hat.

SFL-Coach Andreas Golombek bedankte sich nach dem Spiel „bei der Mannschaft und der Mannschaft hinter der Mannschaft. Wir sind in einer schwierigen Phase eng zusammengerückt.“ Noch immer ist unklar, wer in der nächsten Saison Lotter Trainer ist. „In den nächsten zehn Tagen wird es eine Entscheidung geben“, sagte der Vorsitzende Hans-Ulrich Saatkamp.

„Ja, das ist unser Ziel“, bestätigte der sportliche Leiter Manfred Wilke: „Ob wir es in diesem Zeitraum schaffen, wird sich zeigen. Derzeit sind wir in Überlegungen – und noch immer dabei, den Schock durch das Pokal-Aus aufzuarbeiten.“ Immerhin haben die Lotter nun frühzeitig Planungssicherheit. „Das ist nur ein scheinbarer Vorteil. Es kommt immer vor allem darauf an, wie man es macht – und nicht so sehr, wann“, betonte der Macher.

Alles über die Sportfreunde Lotte finden Sie hier >>


Sportfreunde Lotte – Rot-Weiß Erfurt 1:0 (0:0)

SF Lotte: 1 Buchholz (Note 3) – 23 Langlitz (3), 4 Rossmann (3,5), 16 Straith (3,5), 22 Hohnstedt (4/57. Neidhart/3,5) – 3 Wendel (3), 15 Heyer (3,5) – 28 Putze (4/64. Piossek/3,5), 20 Pires-Rodrigues (4), (55. Dej/3), 11 Oesterhelweg (2,5) – 9 Facklam (3,5).

In SFL-Reserve: 33 Zummack (ETW), 7 Brock, 14 Hober, 29 Wegner.

Es fehlten: Lindner (Schulter-OP), Rahn (Oberschenkelverletzung), Rosinger (Adduktorenabriss), Schulze (Bänderriss), Freiberger (Aufbautraining), Gorschlüter (Karriereende), Haitz (Hüfte), Fernandez, Atalan (nicht im Kader).

RW Erfurt: 1 Klewin (Note 3) – 16 Kwame (4,5), 6 Laurito (3,5/50. Kraulich/4), 2 Chautzopoulos (4), 28 Sarr (3,5) – 26 Moritz (4) – 19 Biankadi (2,5), 30 Kaffenberger (4/78. 37 Bieber) – 18 Rezeek (3,5), 32 Huth (3), 39 Oeftger (3,5/74. 24 Rüdiger).

In RWE-Reserve: 23 Engl (ETW), 20 Kurz, 35 Schwarz, 36 Fleischhauer.

Tor: 1:0 Dej (68./Strafstoß nach Handspiel von Rezeek).

Gelb: Dej (88./4. in dieser Saison)/Kwame (44.), Chantzopoulos (61.), Rezeek (67.), Moritz (83.).

Schiedsrichter: Tim-Julian Skorczyk (Braunschweig) mit einer soliden Vorstellung im fairen Spiel.

Zuschauer: 1641, davon etwa 250 aus Erfurt.

Nächstes SFL-Spiel: Am Freitag (20. April, 19 Uhr) beim SV Meppen.

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