Torschütze über seinen Elfmeter Lottes Oesterhelweg: Ich habe mich zu 100 Prozent sicher gefühlt

Von Christoph Schillingmann

Lotter Jubel nach dem 1:1-Ausgleich durch Maximilian Oesterhelweg (Vierter von links), der von Alexander Langlitz, André Dej und Moritz Heyer geherzt wird (von links). Großaspachs Timo Röttger und Julian Leist drehen ab. Foto: Manfred MrugallaLotter Jubel nach dem 1:1-Ausgleich durch Maximilian Oesterhelweg (Vierter von links), der von Alexander Langlitz, André Dej und Moritz Heyer geherzt wird (von links). Großaspachs Timo Röttger und Julian Leist drehen ab. Foto: Manfred Mrugalla

Großaspach. Fußball-Drittligist Sportfreunde Lotte hat durch ein 1:1 bei der SG Sonnenhof Großaspach einen weiteren Punkt im Abstiegskampf gesammelt. Den Ausgleichstreffer erzielte SFL-Flügelspieler Maximilian Oesterhelweg in der Schlussviertelstunde per Foulelfmeter.

Nachdem Stürmer Mats Facklam im gegnerischen Strafraum von SG-Verteidiger Özgür Özdemir zu Fall gebracht worden war, entschied Schiedsrichter Riem Hussein auf Elfmeter. Eine strittige Szene, in der man auf Foul entscheiden kann, aber nicht muss.

Vor der Ausführung entstand eine kurze Diskussion zwischen Oesterhelweg und André Dej, wer den Strafstoß ausführen soll. „Es sind alle heiß auf den Elfmeter. Das sollte man nicht dramatisieren. Das gehört zum Fußball dazu, weil der Trainer uns da die Freiheiten lässt“, sagte Torschütze Oesterhelweg. „Ich habe mir den Ball geschnappt, habe vorher ja zwei, drei Dinger verballert. Ich wollte ihn unbedingt – auch für den Kopf – reinhauen“, sagte der 27-Jährige. An Oesterhelwegs strammen Rechtsschuss war SG-Torhüter Maximilian Reule zwar dran, aber er konnte den Ball nur noch an den Innenpfosten lenken, von wo der Ball ins Tor prallte. „Ich habe mich zu 100 Prozent sicher gefühlt. Ich wusste, dass er irgendwann reingeht. Ich hatte genug Möglichkeiten davor, deswegen war ich überzeugt“, sagte der spätere Torschütze.

„Absolute Frechheit“

Oesterhelweg hat eine deutliche Steigerung gesehen im Vergleich zum Pokalspiel am Mittwoch. „Das war eine absolute Frechheit von uns. Wir haben überhaupt nichts zustande bekommen, was auch nicht unser Anspruch ist.“ Das sah auch Nico Neidhart so: „Keiner war damit zufrieden, dass man im Pokal gegen einen Viertligisten rausfliegt“, so der Linksverteidiger, der genau wie Marcus Piossek sein Comeback nach monatelanger Verletzung im Auswärtsspiel in Baden-Württemberg feierte. Die Teamkollegen freuten sich über ihre Rückkehr. SFL-Kapitän Tim Wendel sprach davon, dass die beiden nicht nur Typen wegen ihrer Einstellung, sondern auch vom Fußballerischen her eine „mega Bereicherung sind. Wenn wir sie langsam aufbauen in den letzten Spielen, sind wir wieder die Alten und werden weiter die Punkte gegen Abstieg sammeln“, sagte Abräumer.

Rückkehr zweier Leistungsträger

Bei SFL-Trainer Andreas Golombek hatten sich in den vergangenen Wochen immer wieder Spieler verletzt abmelden müssen. Seit dem Pokalspiel gegen den TuS Erndtebrück muss der 49-Jährige auch noch auf Michael Schulze (Bänderriss) und Jaroslaw Lindner (Schulter-OP) verzichten. Hinzu kam, dass auch noch Stürmer Max Wegner mit einer Fußverletzung kurzfristig für das Großaspach-Spiel ausfiel. Mit Neidhart und Piossek berief der Coach der Sportfreunde zwei Kicker in den 18er-Kader, die seit Monaten nicht gespielt haben. „Sie trainieren schon länger wieder mit der Mannschaft mit“, sagte Golombek. „Wir wissen, dass Piossek und Neidhart zwei Leistungsträger waren. Wir hoffen, dass wir sie vielleicht in dieser Saison für die letzten ein, zwei Spiele noch so hinbekommen, wie sie vorher gespielt haben. Aber nach so einer langen Verletzung muss man ihnen auch die Zeit geben“, sagte der SFL-Trainer und betonte abschließend: „Es ist schön, dass sie wieder da sind.“