Favorit verliert im Halbfinale 1:2 gegen Erndtebrück: SF Lotte blamiert sich im Pokal

Von Christian Detloff und Christian Hesse

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Lotte. Fußball-Drittligist SF Lotte hat seine vierte Teilnahme am DFB-Pokal-Wettbewerb verpasst. Sang- und klanglos mit 1:2 (0:1) schieden die lange enttäuschend agierenden Sportfreunde am Mittwochabend als klare Favoriten im Halbfinale des Westfalenpokals gegen den TuS Erndtebrück aus. Eine Blamage, die sich SFL selbst zuzuschreiben hat.

„Da gibt es nichts drumrum zu reden: Heute haben wir versagt“, gestand der sichtlich deprimierte Lottes Trainer Andreas Golombek nach dem Spiel. „Cupfighters“ stand auf dem Plakat, das die Lotter Fans unter den nur 698 Zuschauern zeigten, als sie vor dem Anstoß bei einer Choreografie blaue Fahnen schwenkten. Die engagierteren Pokalkämpfer waren aber eindeutig die Gäste aus dem Siegener Raum, die Außenseiter spielten gleich frech mit.

Bitter für die lange uninspirierten und auch in der Körpersprache schwachen Lotter: Linksverteidiger Michael Schulze verletzte sich am rechten Fuß, für ihn kam früh Michael Hohnstedt (10.).

Nach 16 Minuten hatten die Gäste die erste Chance des Spiels. Der Schuss von Stefan Valentini war aber leichte Beute von Torwart Yannick Zummack, der als einer von fünf Lottern nach dem 3:1 über die U 23 von Werder Bremen in die Startelf ohne gelernten Mittelstürmer und ohne die Leistungsträger Tim Wendel und Kevin Pires-Rodrigues rotiert war.

30 Minuten bis zur ersten Chance

Die Sportfreunde ließen indes eine gute halbe Stunde verstreichen, ehe sie erstmals den Gästekeeper Niklas Jakusch prüften. Der parierte den scharfen, aber nicht platzierten Schuss von Maximilian Oesterhelweg sicher. Auf der Gegenseite war Zummack beim Versuch von Yuki Nishiya auf dem Posten (34.). Doch eine Minute später stand es 0:1. Eine Flanke von Daniel Svab verlängerte SFL-Innenverteidiger Maximilian Rossmann zum Erndtebrücker Marco Rente. Der konnte am zweiten Pfosten auch deshalb mühelos einschieben, weil Zummack vergeblich versucht hatte, die Flanke abzuwehren. Lottes Fans reagierten wütend und die Spieler verunsichert. Pfiffe zur Pause.

Zwei verletzungsbedingte Auswechslungen

Die Gastgeber mussten auch im zweiten Durchgang früh wechseln. Lindner ging mit erneuten Schmerzen an der Schulter vom Platz,für ihn kam Max Wegner (50.). Die Gäste konterten die Lotter Attacken geschickt und kamen zum 0:2 (56.). Nach einer langen, hohen Freistoßflanke wurde Valentini nicht am Kopfball gestört, der über Zummack hinweg im Netz einschlug.

Erndtebrück agierte klug. Die beiden nun defensiven Viererketten rückten eng zusammen. Die ideenarmen Lotter fanden auf dem ramponierten Rasen keine passenden Lücken. Das Anrennen der Sportfreunde wirkte fast hilflos. „Aufhören“, skandierten die Fans nach 75 Minuten.

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Doch Lotte legte endlich los. Nach einem langen Ball setzte Wegner seinen Körper stark ein und traf – das 1:2 fast aus dem Nichts (79.). Die Hausherren drängten nun vehement auf den Ausgleich. Nach einem Kopfball von Wegner war Hohnstedt kurz vor der Linie überrascht (85.). Die letzten Chancen vergaben Alexander Langlitz nach einer Flanke von Kevin Pires-Rodrigues (88.) und Moritz Heyer (89.). Das war es – ein ganz bitterer Abend für Lotte, das knapp 200000 Euro DFB-Pokal-Einnahmen verspielte.


SF Lotte – TuS Erndtebrück 1:2 (0:1)

SF Lotte: Zummack – Langlitz, Rossmann, Straith, Schulze (9. Hohnstedt) – Putze, Heyer , Hober (56. Pires-Rodrigues), Oesterhelweg – Lindner (50. Wegner), Dej.

Auf der Bank: Buchholz (TW), Wendel, Brock, Facklam.

TuS Erndtebrück: Jakusch – Rente, Ludmann, Svab – Kabashi, Treude (67. Mirroche), Kadiata, Konaté, Terzic – Valentini (71. Kraft), Nishiya (90.+ Niemann).

Tore: 0:1 Rente (35.), 0:2 Valentini (56.), 1:2 Wegner (79.).

Gelb: 40. Hohnstedt, 54. Hober/65. Valentini.

Zuschauer: 698.

Schiedsrichter: Erk (Herne).

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