Gelb-Rot beim 1:3 bei SF Lotte Daniel Frahn: Aufstiegsheld droht der erste Abstieg

Meine Nachrichten

Um das Thema SF Lotte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Disput mit Schiedsrichter Benedikt Kempkes:Daniel Frahn.Foto: imago/Picture PointDisput mit Schiedsrichter Benedikt Kempkes:Daniel Frahn.Foto: imago/Picture Point

Lotte/Chemnitz. In seiner Funktion als Torjäger des Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC war Daniel Frahn als Gast der Sportfreunde Lotte (1:3) blass geblieben. Dafür trat er als Gelb-Rot-Sünder und Betrug witternder Lautsprecher ins Rampenlicht.

Für seinen Platzverweis hatte der Stürmer kein Verständnis: „Ich habe den Schiedsrichter gefragt: Was für eine Scheiße pfeifst du denn? Er zeigt mir Gelb – völlig in Ordnung. Er sagt noch, ich solle ihn nicht so anschreien. Ich habe daraufhin nur ja, ja, ja gesagt. Nichts Ausfallendes – er schickt mich trotzdem vom Platz“, beschrieb der 30-Jährige seine Sicht. Der Feldverweis sei eine von vier gravierenden Fehlentscheidungen von Benedikt Kempkes gewesen. Damit schoss Frahn, der noch nie abgestiegen ist und dessen CFC-Vertrag für die nächste Saison nur für die 3. Liga gültig ist, ein Stück weit übers Ziel hinaus. Noch viel mehr jedoch mit seiner anschließenden Aussage „Das ist Betrug, was du machst“. Hierzu fertigte Schiedsrichter Kempkes einen Sonderbericht an – Ausgang offen.

Sieben Zähler beträgt der CFC-Rückstand aufs rettende Ufer. Im Nachholspiel am Dienstag gegen den SV Wehen Wiesbaden hilft nur ein Überraschungserfolg – der elffache Saisontorschütze Frahn ist dann allerdings nur Zuschauer. „Es liegen ja noch ein paar Spiele vor uns. Es ist noch alles möglich“, lautet seine Parole: „Erst wenn der Abstieg rechnerisch feststeht, würden wir aufgeben.“

Weitere Drittligaporträts finden sich auf unserer Drittligaseite >>

Mit seinem großen Kampfgeist hat sich der gebürtige Potsdamer – neben seinen Torjägerqualitäten – seit der Saison 2009/2010 ins Rampenlicht gespielt. Damals verhalf er dem SV Babelsberg mit 29 Toren zum Drittliga-Aufstieg. Frahn zog weiter zum damaligen Regionalligisten RB Leipzig. In seiner zweiten und dritten Saison für die Sachsen wurde er mit 26 Toren (2011/12) und 20 Toren (2012/13) Torschützenkönig. Wegen eines Innenbandrisses verpasste er die Aufstiegsrunde gegen Lotte, die nach dem 2:0 im Hinspiel im höchst packenden Rückspiel (2:2 nach Verlängerung) mit dem Aufstieg endete. „Diese Dramatik vergisst man nie. Allein deshalb wird mich Lotte immer verfolgen“, sagte Frahn nach dem jüngsten 1:3. Der Erfolgslauf mit Leipzig ging weiter: 19 Tore und den Zweitliga-Aufstieg bejubelte Frahn, ab 2011 RB-Kapitän, in der Folgesaison. Im Unterhaus verlor er im Winter den Stammplatz, als drei offensive Nationalspieler – darunter der Schwede Emil Forsberg – verpflichtet wurden. Er ging für ein Halbjahr zum Zweitligisten 1. FC Heidenheim, wo er jedoch an Adriano Grimaldi nicht vorbeikam, und im Frühjahr 2015 zum CFC, um den sich Planinsolvenz-Gerüchte ranken. „Mit uns wird wenig gesprochen. Wir erfahren fast immer alles von den Medien“, wetterte Frahn nun.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN