Trikotjubel nach 1:0 Die Widmung an Lottes Piossek und Neidhart

Von Christoph Schillingmann und Christian Hesse

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Jubel bei den Sportfreunden Lotte: Maximilian Oesterhelweg, Bernd Rosinger, Matthias Rahn, Michael Schulze, Jaroslaw Lindner, Moritz Heyer und Alexander Langlitz freuen sich über das 1:0. Foto: Manfred MrugallaJubel bei den Sportfreunden Lotte: Maximilian Oesterhelweg, Bernd Rosinger, Matthias Rahn, Michael Schulze, Jaroslaw Lindner, Moritz Heyer und Alexander Langlitz freuen sich über das 1:0. Foto: Manfred Mrugalla

Lotte. Ein paar Mal haben Marcus Piossek und Nico Neidhart vom Fußball-Drittligisten Sportfreunde Lotte nach ihren langwierigen Verletzungen schon wieder mit der Mannschaft trainiert. Die hat sich beim 3:1-Sieg über den Chemnitzer FC etwas besonderes einfallen lassen.

Als Moritz Heyer den Ball nach einem Eckball von Kevin Pires-Rodrigues per Kopf zur 1:0-Führung im Chemnitzer Kasten unterbrachte (7.), lief der Mittelfeldspieler gemeinsam mit seinem Teamkollegen Maximilian Oesterhelweg zur Reservebank der Sportfreunde. Dort lagen zwei Trikots von zwei Spielern, die schon lange nicht mehr für Lotte auf dem Platz standen: Nico Neidhart und Marcus Piossek.

Der 23-jährige Linksverteidiger stand in der 3. Liga zuletzt beim 2:1-Heimsieg gegen den Hallschen FC auf dem Platz. Das war Ende September. Danach ließ sich Neidhart am Kahnbein operieren und fällt seitdem aus. Piossek hat eine ähnlich lange Leidenszeit hinter sich. Bei der 1:3-Hinspielniederlage gegen den Chemnitzer FC hatte sich der Flügelspieler die Achillessehne gerissen. „Wir haben einen guten Teamspirit. Pio hat sich das unter der Woche gewünscht, dass wir sein Trikot hochhalten bei Torjubel. Das haben wir dann auch gemacht. Ich wusste davon zunächst gar nichts“, sagte Torschütze Heyer, der den Lotter Sieg mit dem 1:0 einleitete.

„Das frühe Tor hat uns natürlich geholfen“, sagte Innenverteidiger Adam Straith. „Mit dem zweiten Tor wurde es für uns etwas leichter. Das war gut für unser ganzes Gefühl.“ Das 2:0 fiel durch ein Eigentor des Chemnitzers Marcus Mlynikowski, von dessen Knie der Ball ins Tor abprallte (17.). Auch Heyer war wieder an dem Treffer beteiligt, indem er den Ball zuvor aufs Tor geköpft hatte. „Nach dem 2:0 haben wir ein bisschen nachgelassen. Das darf uns eigentlich nicht passieren. Heute ist es nochmal gut gegangen, aber wir hatten auch genug Konterchancen, die wir nicht gut ausspielen. Wenn wir die besser ausspielen, entscheiden wir das Spiel schon früher“, sagte Heyer.

Das gelang den Sportfreunden, nachdem das Spiel zwischenzeitlich für zwölf Minuten unterbrochen war und zwischenzeitlich das 2:1 durch Myroslav Slavov (86.) gefallen war, in der fünften Minute der Nachspielzeit. Joker Joshua Putze erzielte das 3:1 und sicherte Lotte damit die drei Punkte. „Zum Glück macht es Josh überragend“, sagte Abwehrspieler Matthias Rahn. „Jetzt herrscht absolute Erleichterung. Wir wussten, dass es ein Endspiel ist. Wir hatten uns viel zusammengesetzt, wir haben saugut trainiert. Das, was wir uns vornahmen, um den Negativtrend zu durchbrechen, hat geklappt.“ Teamkollege Straith ergänzte: „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Dieser Sieg war ganz wichtig.“

Für den Torwarttrainer der Sportfreunde, Bastian Görrissen, war die Partie gegen Chemnitz eines der heftigsten Spiele, die er in Lotte erlebt hat. „In der ersten Halbzeit waren wir super drin. Wir haben fast alle zweiten Bälle gewonnen. Nach der Pause hat man gemerkt, dass die Köpfe ratterten“, sagte er. „Wichtig ist, jetzt zu keiner Sekunde abzuschalten. Wir müssen genauso weiter arbeiten.“ Das sieht der Lotter Kapitän Tim Wendel ähnlich: „Die nächsten Spiele sind alles Endspiele, um die unten weiter auf Abstand zu halten. Wir haben heute einen großen Schritt gemacht und Chemnitz auf Abstand gehalten.“


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