Vorsprung zur Abstiegszone ausgebaut Sportfreunde Lotte nach 3:1 über Chemnitz erleichtert

Von Christoph Schillingmann und Christian Hesse

Pure Freude bei den Lotter Spielern Alexander Langlitz, Adam Straith und Bernd Rosinger (von links) nach dem Führungstreffer durch Moritz Heyer (Zweiter von links).Foto: Manfred MrugallaPure Freude bei den Lotter Spielern Alexander Langlitz, Adam Straith und Bernd Rosinger (von links) nach dem Führungstreffer durch Moritz Heyer (Zweiter von links).Foto: Manfred Mrugalla

Lotte. Den Sportfreunden Lotte ist im Kellerduell der 3. Fußball-Liga gegen den Chemnitzer FC ein Befreiungsschlag gelungen. Das Team von SFL-Trainer Andreas Golombek besiegte den CFC vor 2312 Zuschauern im Frimo-Stadion mit 3:1 und baute den Vorsprung auf die Abstiegszone auf sieben Punkte aus.

„Wir sind wahnsinnig glücklich“, war Golombek nach dem so wichtigen Sieg gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt die Erleichterung anzumerken. Der Druck vor der richtungsweisenden Partie gegen die Sachsen sei groß gewesen. Oft sei die Rede von einem Endspiel gewesen. „Vielleicht war es für diesen Moment ein Endspiel. Aber man ist mit 33 Punkten noch lange nicht durch. Wir müssen noch ein paar Punkte holen. Es war unheimlich wichtig, dass wir heute gewonnen haben“, sagte der 49-jährige Cheftrainer.

In einer insgesamt sehr emotionalen und nervenaufreibenden Partie erwischten die Gastgeber einen Start nach Maß. Mittelfeldspieler Kevin Pires-Rodrigues brachte einen Eckball in die Mitte und fand seinen Teamkollegen Moritz Heyer, der am höchsten sprang und den Ball zur 1:0-Führung ins Tor köpfte (7.).

Auch am 2:0 war der 22-Jährige entscheidend beteiligt. Heyer spielte den auf der linken Seite starken Michael Schulze frei, der flankte in den Strafraum, wo Heyer wieder mit dem Kopf zur Stelle war. CFC-Torhüter Kevin Tittel wehrte ab, jedoch prallte der Ball von Marcus Mlynikowskis Knie in den Kasten (17.). „Das 2:0 war ein bisschen glücklich, aber es hat der Mannschaft natürlich auch Sicherheit gegeben“, sagte der SFL-Coach.

Lotte griffiger

Bis zur 2:0-Führung zeigten die Sportfreunde, bei denen Stürmer Bernd Rosinger mit einer Oberschenkelverletzung früh raus musste, klar, wer Herr im Haus ist. Lotte war griffiger in den Zweikämpfen, kombinierte sich mit feinem Kurzpassspiel nach vorne und kreierte sich so Torchancen. Chemnitz wirkte verunsichert und war in den ersten 20 Minuten gar nicht im Spiel. Das lag sicherlich auch an dem Willen der Golombek-Elf, der allerdings bis zur Pause nachließ. Die Gäste kamen hingegen etwas besser ins Spiel.

Den besseren Start in die zweite Halbzeit erwischte Chemnitz und hatte in Person von Janik Bachmann die erste große Chance nach Wiederanpfiff. Der Mittelfeldakteur drosch den Ball aber aus guter Position über das Tor. Nach Gelb-Rot für Daniel Frahn (59.) gab es die eine zwölfminütige Unterbrechung, in der sogar ein Spielabbruch drohte. „Diese Unterbrechung war für uns sicher nicht so gut“, sagte Golombek.

Konter nicht genutzt

In der Tat: Nachdem die Partie wieder lief, warf Chemnitz alles nach vorne und drängte auf das 2:1, was Myroslav Slavov auch gelang (86.). Lotte konnte trotz Überzahl kaum noch für Entlastung in der Verteidigung sorgen. Einige Male setzten die Sportfreunde einen Konter, spielten ihn aber nicht sauber zu Ende. Die Defensive hielt stand und vorne traf Joker Joshua Putze zum entscheidenden 3:1 (90.+5).

„Man selber hat Angst, das Spiel noch aus der Hand zu geben“, sagte Golombek. „Und trotzdem müssen wir vor dem 2:1 das 3:0 machen. Dann 3:0 wäre Chemnitz nicht wiedergekommen“, sprach der Lotter Coach von einem verdienten Sieg, der er auch war.