Riesige Vorfreude statt Angst Straith vor Lotter Schlüsselspiel: Die Stimmung ist gedreht

Von Christian Detloff

Kompromisslos: Abwehrchef Adam Straith (links, gegen Paderborn) ist der beständigste Lotter Akteur. Foto: MrugallaKompromisslos: Abwehrchef Adam Straith (links, gegen Paderborn) ist der beständigste Lotter Akteur. Foto: Mrugalla

Lotte. Trotz der langen Negativserie von sieben sieglosen Spielen tritt Abwehrchef Adam Straith mit viel Zuversicht in das hoch brisante Heimspiel des Fußball-Drittligisten Sportfreunde Lotte am Samstag (14 Uhr, Frimo-Stadion) gegen den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, den Chemnitzer FC.

„Wir freuen uns riesig auf dieses Spiel. Ich weiß aus meinen Erfahrungen in solchen Situationen, dass es auch ganz anders sein kann“, sagt der 27-Jährige, der zwei Jahre mit dem Fredrikstad FK (Norwegen) und phasenweise auch mit Energie Cottbus jeweils in der 2. Liga den sportlichen Überlebenskampf kennenlernte. „Natürlich hatten wir nach dem 0:1 in Halle zwei Tage miese Stimmung. Aber danach haben wir sehr viel Zeit zusammen verbracht, viele Gespräche geführt und richtig gut trainiert“, so der kopf- und zweikampfstarke Kanadier.

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Das Ergebnis: „Wir haben die Stimmung gedreht. Es war schön zu beobachten, dass die Körpersprache richtig raufging und das Selbstvertrauen zurück ist“, sagt Straith: „Man kann in dieser Situation auch richtig viel Angst haben. Doch die ist bei uns nicht zu erkennen.“ Das sei die beste Ausgangsposition, „denn es ist extrem wichtig, dass sich am Samstag niemand versteckt – von Beginn an, denn die ersten 20 Minuten sind extrem wichtig. Wenn alle Bock haben, sich richtig zu zeigen, kannst du mit dieser fußballerisch starken Truppe jeden Drittligisten schlagen“, so Straith, der fordert: „Wir müssen die einfachen Dinge gut machen – und unsere Effektivität vorne und hinten steigern, also auch mal wieder zu Null spielen.“

Die Sportfreunde sind die vierte deutsche Station für Straith. Als 17-Jähriger war er zu Energie Cottbus gewechselt. „Es war anfangs schwer weit weg von zuhause. So bin ich früh erwachsen geworden“, sagt der aktuelle kanadische Nationalspieler (43 Einsätze seit 2010, davon 39 in der Startelf), für den es das Größte ist, „in wichtigen Duellen für sein Land zu spielen“. Bereits mit 18 schaffte der gelernte Innenverteidiger in Brandenburg den Durchbruch zum Zweitligaspieler – als Rechtsverteidiger spielte er 38-fach im deutschen Fußball-Unterhaus. „Pele Wollitz hat mir und anderen jungen Spielern Vertrauen geschenkt. Er war sehr wichtig für mich. Ich werde ihm für immer dankbar sein. Es war eine geile Zeit mit Spielern wie Nils Petersen, Leon Bittencourt, Emil Jula und Jules Reimerink, mit dem ich immer noch viel Kontakt habe“, sagt Straith.

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Nachdem Wollitz 2012 den Club gen VfL Osnabrück verließ, lief es für Straith unter Rudi Bommer weniger gut. Da der damalige Drittligist 1. FC Saarbrücken ihn als Innenverteidiger wollte, fiel dem Sohn einer ehemaligen kanadischen Auswahl-Fußballerin und eines Auswahl-Rugbyspielers der Wechsel leicht. Später folgte ein Jahr beim SV Wehen Wiesbaden, zwei in Norwegen und ein halbes beim FC Edmonton in der 2. nordamerikanischen Liga.

„Ich hatte schon letzten Winter mit Lotte Kontakt. Doch die Zeit reichte nicht, um bis zum Wechselfrist-Ende die Arbeitserlaubnis zu bekommen. Dann nahmen wir den Sommer in den Fokus“, so Straith, der sich gut vorstellen kann, zu verlängern, wenn Lotte in der Liga bleibt: „Deshalb fokussiere ich mich derzeit nur auf den Klassenerhalt. Ich bin noch nie abgestiegen und werde alles investieren, dass es so bleibt.“

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