Vor den Wochen der Wahrheit Sportfreunde Lotte: Zu viele Schnitzer, zu viele Sperren

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Erst Gelb, später Gelb-Rot: Lottes Kapitän Tim Wendel flog vorzeitig vom Platz, nachdem er zweifach einem Gegenspieler auf dem Fuß gestiegen war. Foto: Manfred MrugallaErst Gelb, später Gelb-Rot: Lottes Kapitän Tim Wendel flog vorzeitig vom Platz, nachdem er zweifach einem Gegenspieler auf dem Fuß gestiegen war. Foto: Manfred Mrugalla

Lotte. Beim verdienten 0:2 gegen Fortuna Köln blieb Fußball-Drittligist Sportfreunde Lotte im sechsten aufeinanderfolgenden Spiel sieglos. Nachdem SFL vor einem Monat den Vorsprung auf Rang 18 auf zehn Zähler ausgebaut hatte, agierte das Team zu oft arg fehlerhaft und ohne die letzte Gier. Es gibt weitere Gründe für die Schwächephase.

SFL-Trainer Andreas Golombek regte sich nach dem 0:2 zum wiederholten Male über die Schiedsrichterleistung auf. „So langsam habe ich das Gefühl, dass man Lotte nicht in der Liga haben will“, sagte er. Die erste Gelbe Karte gegen den später mit Ampelkarte (52.) des Feldes verwiesenen Tim Wendel empfand er als zu hart. Zudem sah er die Möglichkeit, nach einem Zweikampf von Moritz Heyer (26.) und Kevin Pires-Rodrigues (47.) im gegnerischen Strafraum einen Strafstoß zu pfeifen. In allen Fällen lag der Unparteiische Justus Zorn aber richtig.

Auch den Unmut, den einige Fans nach Abpfiff äußerten, empfand Golombek als unangebracht. „Ich bin ein bisschen erschrocken“, sagte er: „Jetzt brauchen wir jeden Einzelnen, auch die Zuschauer – keiner kann sich abwenden“, so der Trainer, der zudem zudem angesichts von nur zwei Treffern in den letzten vier Begegnungen das Fehlen eines wichtigen Torjägers nach dem Abgang von Hamadi Al Ghaddioui beklagte: „Wir haben das Ziel, am Saisonende über den Strich zu stehen – und das werden wir schaffen.“

In diesem Sinne sollte das Team, an dem drei Trainerwechsel und größeres Verletzungspech von Leistungsträgern (Neidhart, Piossek, Pires-Rodrigues, Lindner, Dej, auch Tim Gorschlüter) nicht spurlos vorbeigegangen sind, in den nun anstehenden Wochen der Wahrheit dringend die Zahl unnötiger Fehler klar reduzieren. Ob der gegen Köln früh ausgewechselte Jaroslaw Lindner schwerer an der Schulter verletzt ist und ausfällt, werden übrigens erst die Untersuchungen der kommenden Tage zeigen.

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Zu viele individuelle Schnitzer: Beim 0:5 gegen den SC Paderborn begannen sich grobe Patzer (Benedikt Fernandez vor dem 0:3) und Schwächen nach gegnerischen Standards und Flanken zu häufen. Gegen Jena (2:2) führte ein doppelter individueller Fehler zum 0:1, gegen den VfL Osnabrück (2:3) ein Fernandez-Patzer zum 1:2. Bei der Spvg. Unterhaching (0:3) sahen David Buchholz, Adam Straith und Matthias Rahn, der zuvor einen parierten Strafstoß ungestüm verschuldet hatte, beim 0:1 nicht gut aus, Mats Facklam hatte das 0:2 auf dem Gewissen. In Wehen (1:3) verschuldete André Dej mit einem krassen Fehlpass das 0:1, beim 1:2 nach einem Freistoß wirkte die Abwehr arg unsortiert. Gegen Köln waren Michael Schulze und Maximilian Oesterhelweg vor dem 0:1 nach einem weiten Diagionalpass nicht auf dem Posten. Beim 0:2 hatte die Fortuna-Offensive viel zu viel Platz. Der ansonsten solide Straith verlor den entscheidenden Zweikampf mit Torschütze Daniel Keita-Ruel. Die Lotter sprechen in diesem Jahr viel zu viele Einladungen aus, die nicht nur die Spitzenteams wie zuletzt Wehen und Köln annehmen. Zudem fehlte in den Schlussphasen gegen den VfL Osnabrück und Wehen, als ein Punkt verschenkt wurde, die Konzentration.

Zu oft in Unterzahl: In Paderborn (Rot für Bernd Rosinger) und Unterhaching (Gelb-Rot für Rahn) waren die Feldverweise auch deshalb ärgerlich, weil die Spiele zu den Zeitpunkten bereits verloren waren. Gegen Köln, als beim Stand von 0:1 noch nichts entschieden war, tat Kapitän Wendel dem Team mit dem zweiten ungestümen Foul keinen Gefallen.

Zu viele Gelbsperren: In den letzten vier Begegnungen zog sich Lotte zudem fünf Gelbsperren zu. Aktuell sind Oesterhelweg und Rahn (je 4 Gelbe Karten) gefährdet.

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Sportfreunde Lotte - Fortuna Köln 0:2 (0:1)

SF Lotte: 1 Buchholz (Note 3) – 23 Langlitz (4), 4 Rossmann (3), 16 Straith (3,5), 2 Schulze (4/61. 8 Dej/2,5) – 20 Pires-Rodrigues (3,5), 15 Heyer (3/76. 7 Brock), 3 Wendel (4), 11 Oesterhelweg (4) – 24 Lindner (3,5/37. 29 Wegner), 10 Rosinger (4). – Trainer Andreas Golombek.

In Lottes Reserve: 33 Zummack (ETW), 5 Rahn, 9 Facklam, 14 Hober.

Bei Lotte fehlten: Putze (5. Gelbe Karte), Freiberger (Innenbanddehnung), Piossek (Reha nach Achillessehnenriss), Haitz (Hüfte), Neidhart (Kahnbeinbruch), Gorschlüter (Karriereende), Fernandez, Hohnstedt, Atalan (alle nicht im Kader).

Fortuna Köln: 1 Boss (Note 3) – 2 Ernst (2,5/83. 18 Bröker), 3 Kyere Mensah (3), 22 Menz (3), 5 Patzurek (3,5) – 31 Brandenburger (3,5), 10 Kegel (2,5/78. 6 Kurt) – 20 Scheu (3/87. 7 Kessel), 30 Dahmani (3), 37 Farrona Pulido (3,5) – 9 Keita-Ruel (2,5). – Trainer: Uwe Koschinat.

Fortuna-Reserve: 21 Bruhns (ETW), 11 Falahen, 23 Fritz, 29 Ceylan.

Tore: 0:1 Ernst (38., Vorarbeit Kegel), 0:2 Keita-Ruel (75., Vorlage Scheu).

Gelbe Karten: Kegel (43.)/26. Pires-Rodrigues (6.).

Gelbrote Karte: 52. Wendel.

Besonders: 76. Lottes Co-Trainer Joe Laumann musste nach dem 0:2 wegen Meckerns auf die Tribüne.

Schiedsrichter: Justus Zorn (Freiburg).

Zuschauer: 1819, rund 150 aus Köln.

Nächste SFL-Spiele: am Freitag (16.3., 19 Uhr) beim Halleschen FC; am Samstag (24.3., 14 Uhr) gegen den Chemnitzer FC.

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