Karlsruher SC zu Gast in Lotte „Spitzenreiter“ unter Alois Schwartz

Von Daniel Brickwedde

Seit Alois Schwartz die Kommandos an der Seitenlinie gibt, läuft es beim KSC. Foto: imago/Karina HesslandSeit Alois Schwartz die Kommandos an der Seitenlinie gibt, läuft es beim KSC. Foto: imago/Karina Hessland

Lotte/Karlsruhe. Der Karlsruher SC darf in der 3. Fußball-Liga nach einer fulminanten Aufholjagd mit 15 ungeschlagenen Spielen in Folge unter Trainer Alois Schwartz vom Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga träumen. Am Freitag (19 Uhr) sind die Karlsruher bei den Sportfreunden aus Lotte zu Gast.

Trainer-Tabellen sind in Mode. Oft war die Rede von der Nagelsmann-Tabelle, aktuell sprechen viele über die Kohfeldt-Tabelle in Bremen. Trainer-Tabellen geben darüber Auskunft, wie eine Mannschaft einzig in den Spielen unter dem neuen Trainer tabellarisch abschneidet. Trainer-Tabellen werden in der Regel in Erfolgsfällen angewandt.

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Entsprechend verdient auch KSC-Trainer Schwartz mittlerweile eine solche Tabelle. Am 7. Spieltag löste der 50-Jährige in Karlsruhe Marc-Patrick Meister als Übungsleiter ab und holte seitdem 42 Punkte in 20 Spielen. Kein Drittligist sammelte in diesem Zeitraum mehr Zähler. Schwartz ist Spitzenreiter in seiner eigenen Tabelle. Eine bemerkenswerte Entwicklung, gemessen an den Umständen bei seiner Amtsübernahme.

Schwartz fand den Reset-Knopf

Im August fand er eine Mannschaft vor, die auf dem Papier als klarer Aufstiegskandidat galt, aber die Erwartungen nicht erfüllte. Platz 16, ein Sieg und 13 Gegentore wies die Bilanz nach sechs Spielen auf – ein Katastrophenstart für den Zweitliga-Absteiger, weit entfernt vom eigenen Selbstverständnis. Es brauchte einen „Neuanfang“, wie der Karlsruher Sportdirektor Oliver Kreuzer bei der Vorstellung von Schwartz bemerkte. Und der glückte eindrucksvoll mit dem neuen Trainer. Schwartz fand den Reset-Knopf.

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Eine Serie aus aktuell 15 ungeschlagenen Spielen in Folge führte den Verein inzwischen auf Platz vier in der Tabelle und wieder auf Tuchfühlung zum eigentlichen Saisonziel: die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga. Besonders die defensive Bilanz imponiert: Nur sechs Gegentreffer kassierte Karlsruhe, seitdem Schwartz im Amt ist. In 15 Partien stand hinten die Null. Es läuft beim KSC. Und trotzdem lässt sich Schwartz von der Erfolgswelle nicht beirren. An Tabellen-Diskussionen mag er sich „noch nicht beteiligen.“ Auch in die Bewertung seiner Mannschaft nach dem Spiel gegen Chemnitz (2:0) am vergangenen Wochenende oder Mitte Februar gegen den VfL Osnabrück (0:0) mischen sich kritische Töne.

Mit nur 29 Saisontoren zu 13 Siegen

Nicht unbegründet, zuletzt bestachen die Badener mehr durch Effektivität als durch große Spiele. „Der KSC braucht halt nicht viele Möglichkeiten, um ein Tor zu machen“, formulierte es CFC-Trainer David Bergner treffend. In den fünf Spielen vor der Partie gegen Chemnitz gelang den Karlsruhern nie mehr als ein Treffer pro Partie. Drei der fünf Spiele gewann das Team dennoch – Merkmale einer Spitzenmannschaft

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Insgesamt erzielte der KSC bislang nur 29 Saisontore, der viertschlechteste Wert der Liga. Aber der Club erreichte damit bemerkenswerte 13 Siege. Der derzeitige Erfolg hat aber mehr Gesichter. In der Abwehr sorgt das Innenverteidiger-Duo Daniel Gordon und Kapitän David Pisot für die nötige Stabilität, im Sturm erzielte Fabian Schleusener in den vergangenen sieben Spielen fünf Tore.Viermal traf der Angreifer zum wichtigen 1:0.

Qualitäten, die den KSC zum Spitzenreiter in der „Schwartz-Tabelle“ machten, und in der richtigen Tabelle zum formstarken Aufstiegsanwärter