Kritik an Fernandez nach Fehlern zuletzt Bei Sportfreunden Lotte deutet sich ein Torwartwechsel an

Von Luis Rewwer

•Eine leichte Gehirnerschütterung zog sich Benedikt Fernandez am Ende des Derbys zu. Foto: Gründel•Eine leichte Gehirnerschütterung zog sich Benedikt Fernandez am Ende des Derbys zu. Foto: Gründel

Lotte. Vor dem Drittligaspiel am Samstag (14 Uhr) bei der Spvg. Unterhaching deutet bei den Sportfreunden Lotte vieles auf einen bevorstehenden Wechsel zwischen den Pfosten hin.

Die Form von SFL-Torwart Benedikt Fernandez wird nach einem erneuten Patzer im Derby gegen den VfL Osnabrück zunehmend kritisch betrachtet. Es lief die 25. Spielminute, als sich VfL-Stürmer Marcos Álvarez ein Herz fasste und aus rund 25 Metern abzog. Seine schlitzohrige Bogenlampe senkte sich über den weit aufgerückten Lotter-Torwart Fernandez, der nicht schnell genug zurückeilte, hinweg ins Tor.

Schon bei der 0:5-Heimpleite gegen den SC Paderborn war dem Torwart ein ähnlicher Schnitzer unterlaufen. SCP-Akteur Marlon Ritter verwandelte damals eine direkte Ecke, bei der Fernandez keine gute Figur abgab. Zudem misslangen ihm zuletzt regelmäßig eigene Abschläge.

Ein Grund für die aktuell verbesserungswürdige Form ist die Gesundheit des 33-Jährigen: Fernandez litt in den letzten Jahren immer wieder unter Kniebeschwerden. Doch der Torhüter gab sich nicht auf, schob immer wieder Extraschichten im Fitnessstudio ein. „Es sieht nicht gut aus bei Fernandez. Er ist gesundheitlich eingeschränkt – und je älter man wird, desto besser wird die Gesundheit nicht“, sagte Lotter Trainer Andreas Golombek am Mittwoch auf der Spieltags-Pressekonferenz über Fernandez, der in den vergangenen zwei Jahren viel für die Sportfreunde geleistet hat. Er habe erheblichen Anteil am Lotter Aufstieg in die 3. Liga sowie am Klassenerhalt in der vergangenen Saison, betonte der SFL-Coach zurecht. Vielleicht habe er jetzt seine Grenze erreicht, gibt Golombek zu bedenken.

„Vielleicht muss man in so einer Situation selbstkritisch genug sein. Es ist schön zu sehen, wie Fernandez helfen will. Aber ob er es noch kann?“ Das wird sich in den nächsten Tagen entscheiden, wenn Golombek mit Fernandez über die jetzige Situation sprechen wird. „Wir werden mit ihm reden und analysieren, ob es noch für die 3. Liga reicht.“

Um einen Ersatz für Fernandez macht sich Golombek keine Sorgen. „Wir brauchen keine Angst zu haben, wenn Fernandez irgendwann nicht mehr fit ist. Wir haben zwei gute Torhüter. Es ist völlig offen, wer Fernandez ersetzen könnte“, sagt der Coach. Golombek stehen zwei Alternativen zur Verfügung. Mit Yannick Zummack habe man einen jungen, entwicklungsfähigen Torwart in den Reihen. Auch der Routinier David Buchholz sei eine Alternative. Letztere absolvierte in dieser Saison bereits drei Spiele. Zwei davon wurden gewonnen – beide zu Null. Ein gutes Omen?

Personalsorgen vor dem Auswärtsspiel

Matthias Rahn fehlte in der Woche erkältungsbedingt. Alexander Langlitz hat sich im Spiel gegen den VfL Osnabrück an der Rippe verletzt und wird den Sportfreunden in Unterhaching eh fehlen – er kassierte im Derby die 5. Gelbe Karte. Ersetzen könnte ihn Michael Schulze, doch der fehlt seit anderthalb Wochen mit einer hartnäckigen Grippe. Auch Michael Hohnstedt sei eine Alternative – dann würde Joshua Putze von der linken auf die rechte Abwehrseite rücken. Bei Langlitz sollen MRT-Bilder in den nächsten Tagen die Schwere der Verletzung aufzeigen. Stürmer Bernd Rosinger, der seine drei Spiele lange Rotsperre abgesessen hat, trainiert hingegen nach Kapselproblemen wieder mit der Mannschaft und ist eine Alternative.